Bertuch, Friedrich Justin; Bertuch, Carl
Bilderbuch für Kinder: enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Früchten, Mineralien ... alle nach den besten Originalen gewählt, gestochen und mit einer ... den Verstandes-Kräften eines Kindes angemessenen Erklärung begleitet (Band 10) — Weimar, 1821

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Vögel, cru. i
MERKWÜRDIGE

Bd. X. Ng. 4;
KLETTERVÖGEL.

Fig. t. Der rothhäubige Musa-
sresser.
(Musophaga Paulina.)
Dieser Vogel, welcher an Gestalt und Cro-
ise dem violetten .Musasresser, B. B. IX. Bd,
No. 6. sehr ähnlich, ist in Asrika zu Hause.
Das ganze Gesieder ist kupfergrün , die erstem
und mitîlern Schwungsedern roth; eben so
schön-roth ist die Haube, welche sich in die
■\veissen Augenkreise verläuft; die Augen sind
roth, der Schnabel gelb, die Füfce grünlich-
schwarz. Die Gröfse ist die einer Haustaube»
Er ist sanst und zutraulich, allein seine Gefrä-
ßigkeit unglaublich.
Von dem Geschlechte der Toucans ha-
ben wir bereits einige Arten kennen leinen; je-
doch ist die Naturgeschichte dieser Vögel, durch
die Beobachtungen neuerer Reisenden mehr
aufgeklärt worden, wefshalb wir hier einige
Nachträge liefern. — Die Toucans leben in
kleinen Gesellschasten von 6 — 10 Stück, flie-
gen langsam und schweriällig, erreichen jedoch
die Spitzen der höchsten Bäume, auf welchen
sie sich sast beständig aufhalten. Nur dann
kommen sie auf die Erde, wenn sie der Hun-
ger dazu zwingt, und benehmen sich aus der-
selben äusserst ungeschickt. Ihre Nahrung, wel-
che gewöhnlich aus Früchten und Insecten be-
steht, nehmen sie mit der Seite des Schna-
bels auf, werfen sie in die Höhe, lassen sie
in den Schlund fallen, und schlucken sie
ganz. Ist das Stück zu grofs, so geben sie
sich nicht die Mühe, es kleiner zu hacken,
sondern lassen es liegen, In der Brutzeit wer-
den indess diese Vögel so raubgierig, dafs sie
Vogelnester aller Art zerstören, und Eier und
Junge verschlingen. Der sonderbare Schna-
bel derselben, hat schon in frühern Zeiten
so viel Aufmerksamkeit erregt, dass man ihr
Bild als ein Gestirn an den Himmel ver-
setzt hat. ,
Figt 2. Der Toucan von Para,
{Ramphastos Paracnsis)
tst nur 1$ Zoll lang, der Schnabel 4 Zoll. Der
Schnabel ist schwarz, an der Wurzel mit einer
Mäulichen Queerbinde; das Gesieder ist oben

schwarz, mit verschiedenem Schiller; eben so
sind der Unterbauch, die Seiten - und Schenkel-
federn gefärbt. Steifs und Aster sind lebhast
roth, so wie die Uhterbrust, welche durch eine
schmale, gelblichweisse Binde von der orange-
sarbenen Oberbrust und Kehle getrennt ist. Der
Augenkreis ist blafsroth, die Füsse schwarz. Ex
lebt in Brasilien.
Fig. 5. Der Azzara,
(Ramphastos • Azzara)
misst II Zoll, der Schnabel & Zoll. Dieser ist
gelblichweifs, mit schwarzer Längsbinde ; Schei-
tel und Nacken sind schwarz, der Hals istbraun-
roth, durch eine schwarzeBinde von der rothen
Brust getrennt. Der Bauch istschwarz, am Ende
mit einigen rothen Federn gemischt; der Steifs
ist ebenfalls roth; der Unterbauch und After
sind blafsgelb; alle übrigen Gefieder grün mit
mehr oder wenigere! Glanz, Er ist in Südame-
rika einheimisch.
Fig. 4. und 5. Männchen und
Weibchen des Aracara mit
gellecktem Schnabel.
{Ramphastos nzaculatus.)
Dieser Vogel wohnt in Brasilien: das
Männchen unterscheidet sich durch die Farbe
seines Gefieders auffallend von dem Weibchen.
Bei beiden ist der Schnabel graulich, weifs, mit
gelblicher Spitze u. schwarzen Flecken; die Au-
gen sind mit einem bläulichen Kreifs umgeben ;
die Füfse sind graulichschwarz, die Nägel
schwarz. Bei'm Männchen sind der Kopf oben,
Kehle, der Hals und die Brust schwarz, schil-
lernd, die Wangen sind orangegelb, hellgelb ge-
mischt", ein gleichsarbiges Band trennt den
schwarzen Nacken vom Rücken. Dieser, so wie
das übrige obere Gefieder, ist olivengrün; die
Seiten sind heller, mit Goldgelb und Braun ge-
mischt; der After ist roth, derSchwanz bronze-
grün, mit hellbraunen Spitzen, Das Weibchen
ist lichtkastanienbraun am Scheitel , Hinter-
haupt, Kacken, Kinn, Kehle, Brust und Bauch,
die Wangen sind grünlich, die Seiten sind oli-
vensarben, mit goldgelben Federn untermischt.
Uebiigens gleicht das Gefieder dem des Männ-
chens.
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