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Bertuch, Friedrich Justin; Bertuch, Carl
Bilderbuch für Kinder: enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Früchten, Mineralien ... alle nach den besten Originalen gewählt, gestochen und mit einer ... den Verstandes-Kräften eines Kindes angemessenen Erklärung begleitet (Band 11) — Weimar, 1824

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https://doi.org/10.11588/diglit.3218#0155
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Kögel CXXIIL Bd. XL No. 52.

SCHÖNE HÜHNEU ARTIGE VÖGEL.

Fig. i. Das Mantelw-aldhuhn.

(Tetrao CupicJo, Z.)

Auf Jeder Seite des Halses hat das Männchen ei-
tlen Büschel 3 F. langer, schwarzer und braun ge-
streifter Federn, welche gewöhnlich herunterhängen,
.-«berweiin. das Tliier in Zorn geräth, sich fa'eherför-
. hvij ausbreiten, .,A.ufserdem hat es, am Halse,einen
gelben Beutel, .welcher, Wenn, das Tliier ihn aufbläs't,
Einer halben reifen Orange .gleicht, sonst aher runz-
lich lieràbMngt. Die. ziemlich langen Kopffederh kanh
es hauberiartig aufrichten. Ueber den Augen sind
.Halbkreise von, orangegelben Federn. Der Rücken
ist braunroth und weifs gefleckt? Kehle, Vorderhals
:und der obere Theil der Brust haben eine röthlich-
foraune, weifse und schwarze Mischung; . der untere
Theil'der Brust und der Bauch sind blafsbrauti," mit
Weifsen Queerstreifeu; die Deckfedern unter den--Flü~
gêln weifslich 5 Füfse bis zu den Zehen, mit einem
braunen Flaum bedeckt; der..Schwanz hat ein gleich-
förmig rufsfarbiges Ansehen; der Schnabel ist bräun-
lich 'horiiglänzend, die Regenbogenhaut röthlich. Die
-ganze Länge beträgt 17-| Zoll.-Das Weibchen ist klei-
ner, heller gefärbt, ohne die gelben Federbrauon
'über den Augen, und hat ebenfalls die langen Sei-
tènfedei-n am Halse nicht. Das Vaterland sind Ken-*
"tücky, New-Jersey,.und mehrere andere Staaten Nord-
«nerica's» ' -

Fig. 2. Das Schottische Waldhuhn.

(Lagopus Scoticus.)

Dieses schöne Huhn, welches in Schottland und
im nördlichen Theile Grpfsbritannien's gefunden wird,
erreicht .eine Gröfse von.ui-gefähr 15J, Z. und behält
im Winter, wie im Sommer, dieselben Farben. Die
Nasenlöcher sind mit röllilicheu und. schwarzen Fe-
dorn.bedeckt; über dem'Auge sieht man eine rothe
erhabene und gleichsam gezähiielteHaut, über der
Kehle, nähe am.Untei-schn.'ibel, einen weifsen Fleck;
die Kehle ist röthlich ; Kopf und Hals blafslohgelb,
jede Feder dieser Theile hat eine gröfsere öder ge-
ringere Anzahl schwarzer Linien; Rücken und Schul-
tern'haben-eine dunkle rölhliche Farbe mit grofsen
schwärzlichen Flecken;- Brust, und Bauch sind hell-
purpurbraun, letzterer mit' vielen schmalen Queer-
strichen; die Schwungfedern sind .schwärzlich; die
mittlem Schwanzfedern sind' röthlich, die an den Sei-
ten schwarz; die ; Fufswurzelii und Zehen sind mit
weifslichem Flaum bedeckt, die Nägel grau, der
Schnabel schwarz;, die' Regenbogenhaut nufsbraun,
Das Weibchen ist kleiner, als das Männchen, heller
von Farben und hat keine so sichtbare rothe Haut
über den Augen.

©g. 3. Das nordische Repphuhn.

(Perdix borealis.)

Dieser Vogel, der sich, am häufigsteh in den mitt-
lem Staaten Nordamerica's findet, erreicht eiiie Grö-
fse von 6| bis 7§ Z.. Kopf und Rücken sind braun,
der Hinterkopf castanieubraun mit schwarzer Einfas-

sung, Obérîials schwari und meist an 3en Seiten des
Kopfs" zwei Binden , eine weifse, welche "die Zügel
bedeckt und von da über dem Auge hinweg bis zum
Hinterhals geht, und eine schwarze, welche von dem
Schnabelwinkel an den Seiten des Halses herhbgeht
und den grofsen weifsen Halsfleck einschliefst; Vor-
derhals und obérer Theil der Brust sind braunschwarz
und weifsburit; über den Bauch, dessen Seiten braun
und mit eiförmigen weifsen, schwarzgesäumten Flek-
Keii_ gezeichnet sind,, laufen schwarze schmale Quer-
"streifen; die Schwungfedern der ersten Ordnung sind
braun, anfsen graugesäumt,.'der Bürzel, die mittlem
Schwanzfedern und die obern Schwanzdeckfedern ha-
ben schwarze und weifse Flecken und Zickzackbin-
den, die seitlichen SchWamfedem haben eine bläu-
lichaschgraue Farbe; der Schnabel ist.weifsgrau, Re-
genbogenhaut und Füfse roth.

Fi«-.'

(4", Das gefleckte Laufhuhn.

(2 urnix maculatus,)'. •',

Das Vaterland dieses Vogels ist nicht genau be-
kannt, vielleicht Neuholland. Die ganze Länge des-
selben beträgt 6 Z. Die Kopffedern sind schwarz ge-
fleckt und haben röthlichgraue Spitzen, mitten über
déni S.eheiteî läuft eine Wéifse Längs binde ; die Ge*
geiid Über den Auge«, der-' Qhertheil lind Site Seiten
des Halses sind roth, Wangen und Kehle weifslich-
roth ; die" hintern Theile hellroth, die Seiten der Brust
und 'des Bauches mit'schwarzen und röthlich weifsen
Streifeil, die Rücken- und Schulterfedern, welche
gegen die Spitze eine dunkelrothe Färbung mit weifs-
lichem Saum haben, zeigen in ihrer Mitte einen
schwarzen Fleck; die weiter nach den Seiten hinlie-
genden Rücken federn, so wie die. .fangen Bürzelfe-
dern., sind schwarz, .mit roth en gelblich und bläu-
lich umgebenen Zickzackflecken; ' die Obern Flügel-
deckfedern haben nach der Spitze hin einen grofsen
Fleck auf röthlicheni Grunde; die gröfsteii haben fo'-
the und schwarze Flecken an ihrer iniiern Seite; die
Schwungfedern sind hellaschgrau gefärbt und haben
äufserlich eine rölhliche Einfassung. Schnabel und
Füfse sind gelb,

Eig. 5. ; Der Waldtinamii.

. (Crjptura sylvicolä.)

Ein schöner bunter Vogel', welcher aus Brasilien
überschickt Wurde . Der"Obertheildes Kopfs hatefL
ne bläulichbraune Farbe; der übrige Theil desselben,
der obère und die Seitentheile des Halses sind braun,
Vorderhals und Obertheil der Brust röthlichbraun,
letzlere \vird gegen „den Bauch hin immer mehr und
endlich am Unterbauche ganz weifs; die Kehle ist
Weifs; "der Oberkörper, die Obern Flugél'deckfedêrii
und die Seiten haben röthliche u'nd Schwärzliche
Ouerstreifen, die Schwungfedern sind ..schwarz mit
castanienbranner Einfassung ; die Fusse ■ li.vi.d3 der
Schnabel oben bläülichschwarz,, unten gelblich. Die-
ser Vogel lebt nur in den grofsen Wäldern Paraguay-g
und Brasilien's eilisarh und legt vier glänzend violet-
te Eier,
 
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