Die Bewegung: Zeitung d. dt. Studenten — 11.1943

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die ihnen von Staats wegen präsumptiv zuge-
messene „Unentbehrlichkait" nachzuweisen,
wenn sie ihre Existenz und Achtung durch alle
noch kommenden Stadien des Krieges bewah-
ren wollen.

Aufgabe des Hochschullebens im Kriege ist
einmal die Amalgamierung des „Frontstuden-
tentums", das zunehmend den Lebens- und den
Arbeitsstil zu beeinflussen hat, mit den Tra-
ditionen der wissenschaftlichen Erziehung, und
damit die Dokumentierung der Universitäten
als „Retorten" der geistigen Entwicklung der
Nation, Es obliegt dem Akademiker aber auch,
zu achten, daß die Welt uns den Sieg nicht auf
irgendwelchen geistigen Gebieten streitig
machen wird. Es wäre ein immer noch begeh-
renswerter Kampfpreis für Unterlegene aller
Lager, solange die übermateriellen Wohnräume
der zukünftigen Welt noch nicht allseits ab-
gezirkt sind, sich die Reservate der Wissen-
schaften, der Literatur und der Forschung zu
retten, um dort Schrittsteine für eigene Pläne
zu sammeln. In diesem durch keinerlei Ver-
träge einzufangenden Konkurrenzkampf bedeu-
tet das Zurückweichen des einen unweigerlich
das Vorschieben des andern, und Gelehrte und
Forscher waren niemals zu unterschätzende
Vorkämpfer ihrer Nationen. Die seelischen
Veränderungen bereiten sich heute allmählich
innerhalb der Völker vor, und ihnen aufmerk-
sam zu begegnen, zu erkennen, wer zu Lösun-
gen berufen sein Vird, über die eignen, durch
Blutopfer ergriffenen Vorrechte aber zu
wachen, mit dem Maß und im Spiegel des Krie-
ges, ist eine Forderung an die akademische
Jugend. Denn auch in der Wissenschaft wer-
den sich —noch mehr als bisher schon — die
Blicke auf den deutschen Protagonisten richten.

Nur unter solchen Aspekten erweist sich
gegenwärtig die Unabdingbarkeit der Hoch-
schülärbeit. Gewiß befindet sie sich im Zustand
einer vibrierenden Bereitschaft und beständig
erwarteten Aufbruches zu plötzlich auftauchen-
den Pflichten! das unerschütterte, elastische
Gleichmaß des einstigen Universitätslebens
fehlt, ganz abgesehen von dem Widerstreit der
Gefühle, der manchen erfüllt, weil er mit dem
Stand des Krieges die ruhige Abgeschiedenheit
des Hörsaals nicht zu vereinbaren vermag.

Ausgehend von solchen gänzlich unformali-
stischen Erwägungen gerade der Frontstuden-
ten — dem Maßstab heutigen Studenten-
tums —, wären jene Schritte, die zur Straf-
fung des Hochschulbetriebes nach
dieser großzügigen Entscheidung unternommen
werden sollen, geradezu zu fordern, hätte man
sie nicht schon angekündigt.

Auslesen unter den Studierenden werden
nicht nur eine natürliche Anziehungskraft des
Studiums und eine Ansehensvermehrung des
Studenten zur Folge haben, sondern die Be-
mühungen erleichtern, vor der Öffentlichkeit
den Beschluß des Staates zu rechtfertigen.

Di« i— wohl auch weiterhin — beizubehal-
tenden Uberprüfungen, deren erste Aus-
wirkungen vielleicht schon in diesen Wochen
zu verzeichnen sein dürften, wären jedoch ein
„Schuß nach hinten", wenn sie nicht , die an-
gestrebte- Verbesserung, sondern eine Verrin-
gerung des sowieso schon knappen -«r echten —»j
äkadeimscrusu YNac/.«a«jra.e»:iu. ~ TK^pffa
Es geht , offenkundig auch nicht darum, mit
erkünstelter Strenge für das Arbeitsamt aus
den , Hörsälen Arbeitskräfte herauszupressen.

Das Studium eine Auszeichnung

Man wird daher in der Annahme wohl nicht
fehlgehen, daß ein denkbar großzügiges Vor-
gehen, frei von Subjektivismen und vorschnel-
len Beschlüssen, bei diesen Uberprüfungen zu
erwarten sein wird, daß z. B. keineswegs über
alle, zur Zeit Studierenden, sondern nur über
die schon bisher aus triftigen Gründen als
unterdurchschnittlich Erkannten eine Beurtei-
lung durch die akademischen und fachstuden-
tischen Instanzen herbeigeführt werden muß.
In erster Linie dürfte an jene Studenten und
Studentinnen zu denken sein, deren bisher
bewiesenen wissenschaftlichen Fähigkeiten und
Bemühungen (die zu allererst Richtschnur sind)
einen positiven Studiumsabschluß nicht er-
warten lassen, oder die durch ersichtlich
geringe Zielstrebigkeit bzw. Uberdehnung
ihres Hochschulaufenthaltes erkennen lassen,
daß es ihnen nicht vodringlich um ein Examen
und den Eintritt in das Berufsleben zu tun ist.
Eine Zusammenarbeit der Hochschulen bei
Fällen erst jüngst erfolgten Aufenthaltswech-
sels wird sicherlich in Erwägung gezogen
werden.

Die ernsthaft sich mühenden Studenten, die
oft selbst im Seminar und im persönlichen
Umgang zu ahnlichen Meinungen kamen, wür-
den die letzten sein, die ein solches Vorgehen
nicht anerkennen würden. Denn nicht nur das
Ansehen des Studententums vor den Millionen
schwer arbeitender Frauen und Männer wird
so gehoben, sondern auch die Schaffens-
freude des einzelnen — und wohl nicht
zuletzt auch der von manchem Ballast vor-
läufig befreiten Professoren — wird zwei-
feil os gefördert.

Als eine „Diskriminierung" wird seitens der
Studenten, gerade der auf den Hochschulen
verbleibenden, diese Auslese schon deswegen
nicht angesehen werden, weil die körperliche
Arbeit im Dienst der Nation augenblicklich
als das Normale, das Studium aber als
das Außergewöhnliche zu betrach-
ten ist. Nach diesem nicht'privaten, sondern
eindeutig politischen Vorgang werden sich die
kritischen Blicke viel eher auf die Weiter-
studierenden als auf die allenfalls Ausschei-"
denden zu richten haben.

Da die geistige Arbeit nun einmal nicht
nachzählbar ist, muß der Student das Ausmaß
seiner Studien vor sich selbst verantworten
können; aber sein äußeres, und inneres Erschei-
nungsbild — je nach den Gesichtswinkeln der
„Optik" oder der „Praxis" des Krieges — wer-
den über die „Kriegswichtigkeit des Betriebes:
Deutsche Hochschule" mitbestimmen.

Die geistigen Dauerentscheidungen, die auf
'den in den Schlachten gewonnenen Plattformen
auszutragen sind, werden noch fallen. Um dann
Reservoire ausgebildeter Kräfte, wie heute Ma-
gazine der Rüstung, zu besitzen, sind die Pfor-
ten der Hochschulen geöffnet geblieben. D i e
Verantwortung ist groß genug. ^

Seite 2 / Die Bewegung / Ende Mai 1943

Unsere Aufgaben und Pflichten

Von Ritterkreuzträger Unteroffizier Artur ßedcer

Nachstehend veröffentlichen wir Auszug»
aus einer Ansprache, die unser Kamerad Rit-
terkreuzträger UIlz. Artur Becker im Rah-
men der Prager studentischen Kullurlage
im Februar vor der Prager Sludcntenschait
in Anwesenheit des Gauleiters Konrad
Henl e i n hielt:

Das Prager Studententum verkörpert seit
Jahrhunderten und in der Jetztzeit die kämp-
ferische Tradition deutschen Studententums.
Der Einsatz dieser Prager Studentenschaft im
Jahre 4938/39 für Führer und Volk war Vorbild- ,
lieh: So soll denn die Einsatzfreudigkeit des
deutschen Studententums von dieser studen-
tisch-historischen Stätte aus einen neuen Im-
puls erfahren.

Wer die Geschichte des deutschen Studen-
tentums verfolgt, kann feststellen, daß sich
durch sie das nationalsozialistische Ideengut,
besonders seit Beginn des 19. Jahrhunderts, wie
ein roter Faden hindurchzieht. Als die Gesamt-
heit der damals in verschiedene Staaten zer-
rissenen Nation die Notwendigkeit eines star-
ken deutschen Volksstaates nur erahnte, ge-
schweige denn sich mit einer Diskussion dar-
über befaßte, als nur wenige hervorragende
Männer sich selbstlos durch Aufklärung, Reden
und Schriften an der riesigen Aufgabe auf-
opferten, da waren bereits die besten Teile des
deutschen Studententums von dem fanatischen
und glühenden Willen beseelt, den alten par-
tikularistischen Zuständen ein Ende zu berei-
ten. In begeisternden Diskussionen und Schrif-
ten ereiferten sie sich an Gedankengängen, die
erst in der heutigen Zeit ihre Verwirklichung

finden. Nachdem der größte Teil der Studenten
in den Freiheitsregimentern gegen Napoleon
gekämpft hatte und sie dadurch am besten für
die sie beherrschende Idee eines deutschen
Staates einzutreten bemüht waren, bahnte sich
die große Enttäuschung über die Ergebnisse
der Friedensschlüsse nach den Freiheitskriegen
ihren Weg.

Verfemt und verfolgt aber hielten die Studen-
ten ihre Zusammenkünfte in versteckten Win-
keln weiterhin ab. Von glühendem Patriotis-
mus zeugen die Vorgänge beim Wart-Burg-
fest 1817. Ihr Wahlspruch war: Ehre, Recht
und Freiheit! Daß diese Worte nicht leere
Phrasen bedeuten, zeugen u. a. auf diesem
für die Geschichte des deutschen Studenten-
tums so historischem Prager Boden die Ein-
sätze der Prager Studentenkompanien 1741,
1800 und 1809. Selbstverständlich boten sich
im Lager des Studentums auch häufig negative
Bilder, die aber in den damalig politisch völlig
ziellosen Zeitumständen ihre Erklärung finden,
genießen wir doch den Umstand einer politi-
schen Einheit praktisch erst seit zehn Jahren.
Kein Wunder also, wenn teilweise volks-
fremde freimaurerische Tendenzen und inter-
nationale Menschheitsbeglückungsideologien
vertreten wurden. Diese politische Ziellosig-
keit macht einleuchtend, daß nach den auf-
regenden Revolutionskämpfen des Jahres 1848,
an denen das akademische Leben starken An-
teil hatte, und die wiederum die Hoffnung auf
eine radikale Durchsetzung völkischer Ideen
vernichteten, das Studententum sich mehr dem
Ausbau einer inneren Struktur zuwendete.

Ein Volk - ein Reich - ein Führer!

Wie eine Erlösung wirkte daher der Aus-
bruch des Weltkrieges 1914 auf das studen-
tische Leben Deutschlands. Zu Tausenden
strömten die jungen Kriegsfreiwilligen zu den
Fahnen. Es folgte Langemarck. Hauptsächlich
sich aus Studenten rekrutierende junge Regi-
menter stürmten mit dem brausenden Choral
des „Deutschlandliedes" auf den Lippen gegen
die Geschoßgarben des Gegners, die blutige
Ernte in den Reihen der Angreifer hielten;
diese aber nahmen die Stellung. Langemarck,
dieser belgische Flecken, ist somit zum Sym-
bol der Opferbereitschaft der deutschen kriegs-
freiwilligen Jugend geworden. Das Erlebnis
der Frontkameradschaft in den vier Welt-
kriegsjahren ließ nun den unerschütterlichen
Glauben an die unvergänglichen inneren cha-
rakterlichen Werte der deutschen Volksseele
in den Soldaten dieses Krieges wachsen, ein
Glaube, der durch das Blut unzähliger deut-
scher Männer geheiligt worden ist. Das Genie
Adolf. Hitler hat in hartem politischem

derte währenden Ringens bester Deutscher
Wirklichkeit werden lassen. Die Parole heißt:
Ein Volk, ein Reich, ein Führerl
Dieses Werk zu hüten und zu vollenden, ist
die kämpferische Forderung der Vorsehung an
die heutige Generation. Damit steht das deut-
sche Studententum genau wie alle anderen
Teile des Volkes vor seiner bisher größten
Aufgabe. Es ist wohl müßig zu betonen, daß
der überwiegende Teil der Studenten die Feder
mit dem Gewehr vertauscht hat und seit vier
Jahren dort steht, wohin jeder anständige Kerl
mit geraden Gliedern, der nicht dringendst
an anderer Stelle benötigt wird, hinzustreben
hat: Zur Front!

Ich will nun versuchen, meine Gedanken
über die Aufgaben und Pflichten des
deutschen Studenten in diesem
Kriege als Soldat, Student und Ritterkreuz-
träger zu vermitteln.

Das Studententum als geistige Elite der Na-
tion muß ein Kernpunkt nationalsozialistischer
Lebensauffassung der Revolution vom Januar
1933 sein, einer Revolution, die heute noch
nicht beendet ist, immer andauern wird, und
die die Kampfansage zum Ringen um die see-
lischen Charakterwerte des deutschen Volkes
und ihre Rückführung auf die wesensnahen,
inneren, geistig-harmonischen Kerne bedeutet.
Dieses Stieben, des Führers fanatischste Kämp-
fer zu sein, soll nicht um einer entsprechenden
Belohnung oder Besoldung willen getätigt wer-
den, sondern um der Ehre willen, zur Garde
des Führers zu zählen.

Des Führers Halfung - unser Vorbild

Es ist die stetige Aufgabe eines jeden Deut-
schen, immerfort an sich zu arbeiten, um dem
Begriff eines Nationalsozialisten näher zu kom-
men, danach zu streben und dafür zu arbeiten
in dem Bewußtsein, daß er nur seinem persön-
lichen moralischen Gewissen gegenüber als
Deutscher verantwortlich ist, und daß er sich
für sein tägliches Leben die innere und äußere
Haltung des Führers als Vorbild wählt.

Jede noch so intensiv den Bolschewismus
ablehnende Propaganda kann viele durch-
schnittliche Erdenbürger nicht restlos überzeu-
gen, da diese im Hinblick auf die menschlich-
objektive Schwäche eines Spießers fürchten,
für die Bekämpfung eines Machtblockes ein-
gesetzt zu werden, der scheinbar für ihre
Person keine Gefahr mit sich bringt. Nur der-
jenige, der mit eigenen Augen die zersetzen-
den Erscheinungen der bolschewistischen Welt-
pest gesehen, den verbrecherischen Instinkt der
jüdischen Tyrannenschicht erahnt und die Ab-
tötung der russischen Volksseele zur Schaffung
einer seelenlosen, tierischen Masse als Sturm-
truppe der Weltrevolution erkannt hat, kann
die tödliche Gefahr bolschewistischer Ideolo-
gien für die europäischen Volkskörper erken-
nen und wird somit selbstverständlich zum
fanatischen Gegner jeder internationalen, bol-
schewistisch getönte Ziele. Denn die even-
tuelle Durchführung der roten Weltrevolution
.würde den restlosen und endgültigen Zusam-

menbruch jeglicher menschlich-kulturellen,
ethisch-ästhetischen Werte in Deutschland und
Europa, darüber hinaus in der gesamten Welt
nach sich ziehen. Beim Studium bolschewisti-
scher Doktrinen treten z. B. auf dem Gebiet
der Kunst und Wissenschaft Tatsachen zutage,
die jeden ernsthaft nach Werten Forschenden
entsetzen müssen. Denn eine auf die Dummheit
der Menschen spekulierende, teuflischen Ver-
brecherhirnen entsprungene sogenannte Welt-
anschauung, die die Wissenschaft, deren erste
Grundlage die absolute Wahrheit ist, in den
Dienst ihrer verlogenen, krampfhaft konstruier-
ten Dogmatik stellt, spricht sich selbst ihr
Todesurteil.

Es ist bekannt, daß nur- ein Bruchteil des
Studententums heute die Stätten geistiger Ar-
beit bevölkert; die Masse steht an der Front.
Kriegsversehrte und Studienurlauber sind in
den Vorlesungen neben denjenigen zu sehen,
die infolge körperlicher Gebrechen nicht Sol-
dat werden können. Die ersteren sind Män-

~iiBin-«tt» Vn(%^^{Sitl'MsfV^^S.' ' B-J^lY-'-.ü
hinter eich haben. Man kann nun nicht ver-
langen, daß diese Soldaten sich sofort wieder
auf die in der Heimat üblichen Gepflogenheiten
umstellen. Sie stehen somit den Kamerad-
schaften zunächst etwas fremd
gegenüber. Die meisten sehen zunächst
ihre Aufgabe darin, sich in ihrem Beruf fort-
zubilden, um die Lücken wettzumachen, die

dadurch eingetreten sind, daß sie bis jetzt für
ihr Vaterland mit der Waffe in der Hand
Dienst getan haben. Sie sind der Ansicht, daß
sie1 — um später ihren Mann stehen zu kön-
nen — so ihrem Volk am besten dienen, was
ja auch richtig ist. Die Erkenntnis der Not-
wendigkeit dieses Krieges, der damit sich er-
gebenden Konsequenzen auf räum-, rasse- und
bevölkerungspolitischem Gebiet ist ihnen wie
keinem anderen seit Jahren zum Bewußtsein
gekommen. Sie haben draußen die soldatische
Kameradschaft der Truppe, die Bewährung
zwischen Kameraden in Gefechten kennen-
gelernt und zweifeln, ob die Kameradschaften
in der Lage sind, diesen Bedingungen der un-
verbrüchlichen Treue des einen zum andern
zu entsprechen. Das richtige Verständnis der Ka-
meradschaftsführer für ihre Gedankengänge ist
also für die Behandlung dieser Männer not-
wendig. Somit ist es die Aufgabe der Zurück-
gebliebenen, der in der Heimat Verbliebenen,
durch Wort und Tat dem ehemaligen Frontsol-
daten zu beweisen, daß d e r Geist der
Heimat fanatisch auf die Errin-
gung des Endsieges eingerichtet
ist. Die eigentliche Arbeit der Kameradschaf-
ten wird erst beginnen, wenn die jetzige Front-
^generation bei Kriegsende in die Heimat
zurückkehrt. Daß dann der ehemalige Soldat
das Bild dieser Gemeinschaft prägen wird, ist
wohl selbstverständlich. Denn die Männer, die
sich nun jahrelang als Truppenführer zum
größten Teil als Offiziere bewährt und Men-
schenführung in schwersten Situationen des
Krieges erfolgreich gelernt, die ihre Jugend
für die Größe und Ehre der Nation freudig
geopfert haben, bringen die Reife für eine
Ehrauffassung mit, die für die Erziehung jun-
ger Menschen erforderlich ist. Somit wird der
Geist, der einst das studentische Leben des
Reiches beseelen wird, ein durch und durch
soldatischer sein. Eine Gemeinschaft von
selbstdisziplinierten Männern wird sich in den
Kameradschaften zusammenfinden, die kein
Verständnis für laue, privat-egoistische An-
sichten hat, sondern über deren Leben das
ewig deutsche Symbol des Dienens stehen
wird. So wie der Student und der Arbeiter am
Aufbau des Reiches im Frieden mitgeholfen
haben, so garantiert das jetzige Fronterlebnis
dafür, daß die zukünftige Einheit der Arbeiter
der Faust und der Stirn durch das Blut der
Gefallenen noch härter geschmiedet wird.

Die neue Generation, die durch das Er-
kennen der wahren Werte des Lebens
durch Wort und Tat in jeder Hinsicht für
den Nachwuchs vorbildlich sein wird, bie-
tet die Gewähr dafür, daß — um mit den
Worten des Reichsstudentenführers zu spre-
chen — das deutsche Akademikertum auch
in Zukunft nicht zur Bedenkenstelle der
Nalior wird, soncWn, daß in ihr-r Gemein-
schaft' Tmmet'' eiti -friserier" Wind -werft. «j '
h o r s a m nach oben, A u t o r i t ät nach unten,
Verantwortungsbewußtsein u n d
Verantwortungsfreudigkeit, kon-
sequente Ehr- und Pflichtauffas-
6 u n g muß und wird diese Männer auszeich-
nen. Durch sie wird das deutsche Studenten-
tum einer neuen Blüte entgegengeführt werden.

Die verantwortungsvolle Stellung des Akademikertums

Voraussetzung aller gigantischen Friedens-
aufgaben und Friedensarbeiten ist der Endsieg
der Dreierpaktmächte. Folglich ist alles rich-
tig, was mithilft, uns diesem Siege näher zu
bringen, alles falsch und überflüssig, was die-
ses nicht tut. Aufgabe aller derjenigen, die
nicht als Soldat ihren Dienst leisten können,
ist es somit, sich rastlos ihrer Arbeit zu wid-
men, denn so wie der Soldat für viele kämp-
fen muß, die bei günstigerer bevölkerungs-
politischer Lage der Nation zur Stelle sein
müßten, so* wird der zukünftige Akademiker
die notwendige Arbeit für viele Fe.hlende über-
nehmen müssen. Nationalsozialistische und da-
mit vorbildliche Haltung wird bei ihm als
Mitdenkendem als selbstverständlich voraus-
gesetzt. Der unerschütterliche Glaube an den
Endsieg muß jeden einzelnen beherrschen. Un-
ser Stolz wird es einst sein, dem Führer nicht
nur in guten sicheren Friedenszeiten gefolgt
zu sein — das ist schließlich nicht schwer —,
sondern auch dann hinter der Fahne gestan-
den zu haben, als die Lage verzweifelt schien
und unsere ewig pessimistischen Intelligenzler
die Flinte bereits ins Korn geworfen hatten.
Es darf niemals der Fall eintreten, daß der
geistig schaffende Mensch, der auf Grund sei-
ner Ausbildung eine bedeutend stärkere Selbst-
disziplin schon im Hinblick auf seine geistige
Reife an den Tag legen muß, jemals im Glau-
ben an die deutsche Stärke und damit an den
Sieg wankelmütig wird. Der Akademiker trägt
dem Gewissen der Nation gegenüber die Ver-
antwortung, daß die nunmehrige anzustrebende
Volksgemeinschaft die Form eines geistig
ideellen, unzerstörbaren Blockes
annimmt, und nicht nur der Ausdruck einer
seelenlosen Masse ist. Diese Aufgabe ist eine
so gewaltige, daß sie nur unter Aufbietung
aller ideellen Kräfte der Nation gemeistert
werden kann. Der Akademiker ist es vor allem,
der die führenden Stellen im Staats- und Wirt-
schaftsgebilde einnehmen wird und damit als
K^>pf der Nation mit beiden Füßen fest auf dem
Bdden der nationalsozialistischen Weltanschau-
ung stehen muß. Es ist die Aufgabe jeden Akade-
mikers, durch kameradschaftliche Betätigung
in Fabriken und Betrieben — also auch im Ar-
beitsanzug — die Seele des Arbeiters und
damit seine Sorgen und Nöte des Alltags ken-
nenzulernen. Das Blut, das Hunderttausende
im fanatischen Glauben an die nationalsozia-
listische Ideologie vergossen haben, ist die
Verpflichtung für den Akademiker, diesen
Geist der Kameradschaft zwischen Faust und
Stirn auch in der Heimat durch seinen frei-
willigen Einsatz in den Rüstungs-

fabriken vorwärtszutreiben. Das ist der
ideelle Kernpunkt des Rüstungs-
einsatzes der deutschen Studen-
ten.

Die geistig-geographische Lage unseres Volks-
staates macht es erforderlich, daß der zukünf-
tige Staatsbürger zu stetigem kämpferischem
Einsatz erzogen wird. Denn uns und den nach
uns Kommenden stehen Aufgaben bevor, deren
Ziel es ist, den nationalen Idealismus, der in
seinen letzten Folgerungen die Idee eines kul-
turell hochstehenden, blühenden, mächtigen
Volksstaates symbolisiert, in Wirklichkeit um-
zusetzen. Wir wollen den Bau dieses gigan-
tischen Domes praktisch in die Wege leiten.
Dazu ist es notwendig, daß gerade
die führende Schicht in ihrer
geistigen und physischen Hal-
tung vorbildlich ist und stets den
Mut zur Verantwortung aufbringt. Das
heißt: Schafft anständige Kerle! Die
akademische Jugend des Reiches in diesem
Sinne zu erziehen, ist Aufgabe des Nationalso-
zialistischen Deutschen . Studentenbundes. Der
äußere Rahmen dieser Erziehung ist durch die
Kameradschaften geschaffen worden. Führer
dieser Kameradschaften müssen Männer sein,
die von der Gefolgschaft innerlich als solche
und somit als Vorbilder anerkannt werden,
' Männer, die die Gewähr dafür in sich verkör-
pern, daß sie führen und erziehen können.

Den völkischen Dombau zu vollenden, den
Millionen deutscher Männer in den letzten Se-
kunden ihres Verblutens für das Reich geistig
erahnt haben, ist das Vermächtnis der grauen
Front. Dieser Mission uns ganz mit Leib und
Leben zu schenken, soll unser Bekenntnis sein.
Der fanatische, Glaube an den Sieg unserer
Waffen läßt uns verheißungsvoll die deutsche
Zukunft als neues Morgenrot vor unserem gei-
stigen Auge erstehen. Sie aber wird durch
Kampf und Tat unser faustisch-mystisches
Kraftfeld stärken. Und wenn die Welt voll Teu-
fel wäre, es muß uns doch gelingen ...

Hauptschriftleiter: Dr. Heini Wollt (z. Z. bei der
Wehrmacht). Stellvertreter und für den Inhalt verant-
wortlich: K. G. M e i s e n b u r g. Anschrift d^r Haupt-
«chriftleitung: München, Karlstr. 12, Fernruf 57 98. Für
den Anzeigenteil verantwortlich: Joh. Bartenschla-
ger. Verlag: Franz Eher Nachfolger G. m. b. H. —.
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