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Das Buch für Alle
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an, und nachdem er 1921 wieder ausgezogen war, ereilte ihn im Januar
1922 an dem gleichen Orte der Tod. So war es ihm nicht gelungen, sein
Wort, „die ganzen, noch unerforschten Gebiete der Erde gehörten Eng-
land", zur Wahrheit geworden zu sehen. H. Tib.
Der strenge Vinter 1921/22. —Aus allen Gegenden Deutschlands, aber
auch aus dem Ausland kamen in den letzten Wochen Meldungen über außer-
gewöhnlich niedere Temperaturen. Viele Flüsse und Seen sind teilweise
oder fast völlig zugefroren. Zum ersten Male seit der Eröffnung des Nord-
ostseekanals ist die Fahrrinne von dicken Eismassen geschlossen. Der ohne-
hin gedrückten Stimmung entsprechend wird jetzt schon für den kommenden
Winter 1922/23 eine noch viel grimmigere Eiszeit vorausgesagt, und wie
in solcher Verfassung
nicht anders zu erwar¬
ten, gerne geglaubt.
Gewöhnlich erinnern
sich dann die „ältesten
Leute" an ähnlich kalte
Winter und bringen
eine recht stattliche
Reihe zustande. Nun
läßt sich durch meteo¬
rologische Aufzeich¬
nungenfeststellen, daß
die Zahl der strengen
Winter seit 1850 ver¬
hältnismäßig gering
gewesen ist, und daß
sie einander auch nicht
in kurzen Zeitspannen
folgten. Nach dem bis
heutenoch grimmigsten
Winter von 1850 mit
den niedersten Tem-
peraturenvon 33bis 36
Grad Celsius währte
es bis 1861, ehe ein ab¬
normer Winter kam;
ihm folgten 1870/71,
1879/80, 1892/93,
1916/17. Im Winter
1916/17 hielt die nied¬
rige Temperatur am
längsten an. Außer den genannten Jahren waren Kälteperioden, die bis
zu einer Woche anhielten, wobei das Quecksilber aus 15 bis 20 Grad sank,
häufiger.
Nach der Verarbeitung statistischen Materials über die Winter der letzten
Jahrzehnte gelangte Professor vr. Eugen Alt von der bayrischen Landes-
wetterwarte zu dem Ergebnis, daß strenge Winter meist unter dem Einfluß
des asiatischen Hochdrucks, also bei östlichen Winden, milde dagegen unter
der Vorherrschaft ozeanischer Depressionen, also vorwiegend westlicher
Strömungen, auftreten. Die Nachprüfungen meteorologisch einwandfreier
Aufzeichnungen bestätigten die Richtigkeit dieser Annahme; die milden
Winter der beiden letzten Jahrzehnte sind auf vorherrschend westliche Luft-
strömungen zurückzuführen. Die Ursache des kalten Winters 1921/22 ergibt
sich daraus von selbst.
Von unseren größeren Binnengewässern friert der Bodensee selten zu,
wenn auch mehr oder weniger ausgedehnte Uferstrecken fast jedes Jahr mit
Eis bedeckt sind. Greift der Frost weiter um sich, dann wird zuerst der
„Gnadensee": Insel Reichenau—Hegne bis nach Radolfzell betroffen. Meist
folgt dann die Strecke von der Radolfzeller Bucht bis ans gegenüberliegende
Ufer nach Iznang. Anfang Februar 1922 war der erstgenannte Teil des
Sees mit einer fahrsicheren Eisdecke überzogen; zwischen Land und Insel
verkehrten Schlitten, die mit Pferden, Ochsen oder Kühen bespannt waren.
In früheren Jahrhunderten und 1879/80 war der Bodensee völlig zugefroren,
und Wochen hindurch ging der Verkehr „über Eis".
In der ganzen Elbmündung war diesmal der Eisgang so stark wie seit
1892/93 nicht mehr. Der Schiffsverkehr ruhte, und Eisbrecher suchten einige
Fahrrinnen frei zu halten. Ein dänisches Schiff, das anfänglich noch
durchkam, blieb zwischen Gjedser und Warnemünde im Treibeis der Ost-
see stecken. Der große
Doppelschraubenschlep-
per „Conia" der Ham-
burg - Amerika - Linie
wurde am 14. Fe-
bruar auf der Unter-
elbe oberhalb von
Kollmar von schweren
Treibeismassen über-
flutet und an den
Grund gedrückt. Die
zwanzig Mann starke
Besatzung vermochte
sich an Land zu ret-
ten. Der Dampfer
konnte vorläufig nicht
geborgen werden.
Der Schiffsverkehr
in der Kieler Bucht
war zur gleichen Zeit
unmöglich, die ein
Meter starke Eisdecke
widerstand allen Durch-
bruchsversuchen. Das
Eis erstreckte sich weit
hinaus in die Ostsee.
Die Arbeiter der Deut-
schen Werke in Fried-
richsort mußten über
das Eis wandern. In
der Jnnenförde lag
vom Eis eingeschlossen mit gebrochener Schraube der 'große ungarische
Dampfer „Debriega", der vergeblich versucht hatte, sich einen Weg in den
Kanal zu bahnen. Der gleiche Unstern waltete auch über dem norwegischen
Dampfer „Tordis", der im Kieler Kriegshafen stecken blieb. Wären beide
Schiffe auch weitergekommen, so würden sie doch die Fahrrinne im Nord-
ostseekanal zugefroren gefunden haben. In den Werfthüfen sind viele
Schiffe eingefroren, darunter der russische Eisbrecher „Lenin".
Gefährlich ward den Schiffen das Packeis im Rigaischen Meerbusen.
Der Kreuzer „Medusa" befreite vier von den im Eis festsitzenden Schiffen;
an die übrigen konnte er nicht herankommen. Nach Überwindung großer
Schwierigkeiten gelang es, die eingeschlossene Besatzung auf Schlitten mit
Lebensmitteln zu versorgen. Solchen Naturgewalten fallen nicht nur Werte,
sondern leider auch Menschenleben zum Opfer. So brachen am 12. Februar
vier Wagen eines Hochzeitszuges, die über die zugefrorene Theiß fahren
wollten, in der Mitte des Stromes ein und versanken. Siebenundzwanzig
Männer und Frauen fanden den Tod. R. Mein.
Die zugefrorene Ostsee — eine natürliche Brücke zwischen der Insel Rügen
und dein Festlande. Am Stralsunder Lotsenturm.
6sgsn Wunclssin
pürier
Vsssnol
VVunclliegen, Lnkrünctungen unct Rötungen cter blaut bei Kinclern unci Lauglingen sckutzt euverlsssig Nie regelmäßige ^nwenäung
cles Vasenol-VVunä- uncl Kincterpuclers. In lausencten von ärrtlicken Anerkennungen wirct cter
Wunct-
als bestes Linstreumittel bereicknet, clss seiner sickeren Wirkung wegen stsncilg in raklrelcken
Krankenkausern, Kliniken uncl Lsuglingskeimen rur ^nwenclung kommt.
läglickes ^bpuclern per büße (Linpuclern in ciie älrcimpte), cier /^ckselköklen.sowie aller unter
6er Lckwelß-Linwirkung »cbützt gegen Wuncl-
lelclencten Körperteile mit V vl lauten, Wunclreiden uncl
Wunclwerclen, bult clen büß gesunct unct trocken unci sickert gegen Erkältungen, wie sie käuklg clurck
teuckie büße entsteken.
Lei blsncl-, buk- Ials einkackstes unct billigstes
unct ^ckselsckwelß ist V HI lvlittel von unerrelckter Wlr-
Vssenol-Wsrks Di. Köpp, l-siprig-L-inösnsu,
Das Buch für Alle
De ft 16
an, und nachdem er 1921 wieder ausgezogen war, ereilte ihn im Januar
1922 an dem gleichen Orte der Tod. So war es ihm nicht gelungen, sein
Wort, „die ganzen, noch unerforschten Gebiete der Erde gehörten Eng-
land", zur Wahrheit geworden zu sehen. H. Tib.
Der strenge Vinter 1921/22. —Aus allen Gegenden Deutschlands, aber
auch aus dem Ausland kamen in den letzten Wochen Meldungen über außer-
gewöhnlich niedere Temperaturen. Viele Flüsse und Seen sind teilweise
oder fast völlig zugefroren. Zum ersten Male seit der Eröffnung des Nord-
ostseekanals ist die Fahrrinne von dicken Eismassen geschlossen. Der ohne-
hin gedrückten Stimmung entsprechend wird jetzt schon für den kommenden
Winter 1922/23 eine noch viel grimmigere Eiszeit vorausgesagt, und wie
in solcher Verfassung
nicht anders zu erwar¬
ten, gerne geglaubt.
Gewöhnlich erinnern
sich dann die „ältesten
Leute" an ähnlich kalte
Winter und bringen
eine recht stattliche
Reihe zustande. Nun
läßt sich durch meteo¬
rologische Aufzeich¬
nungenfeststellen, daß
die Zahl der strengen
Winter seit 1850 ver¬
hältnismäßig gering
gewesen ist, und daß
sie einander auch nicht
in kurzen Zeitspannen
folgten. Nach dem bis
heutenoch grimmigsten
Winter von 1850 mit
den niedersten Tem-
peraturenvon 33bis 36
Grad Celsius währte
es bis 1861, ehe ein ab¬
normer Winter kam;
ihm folgten 1870/71,
1879/80, 1892/93,
1916/17. Im Winter
1916/17 hielt die nied¬
rige Temperatur am
längsten an. Außer den genannten Jahren waren Kälteperioden, die bis
zu einer Woche anhielten, wobei das Quecksilber aus 15 bis 20 Grad sank,
häufiger.
Nach der Verarbeitung statistischen Materials über die Winter der letzten
Jahrzehnte gelangte Professor vr. Eugen Alt von der bayrischen Landes-
wetterwarte zu dem Ergebnis, daß strenge Winter meist unter dem Einfluß
des asiatischen Hochdrucks, also bei östlichen Winden, milde dagegen unter
der Vorherrschaft ozeanischer Depressionen, also vorwiegend westlicher
Strömungen, auftreten. Die Nachprüfungen meteorologisch einwandfreier
Aufzeichnungen bestätigten die Richtigkeit dieser Annahme; die milden
Winter der beiden letzten Jahrzehnte sind auf vorherrschend westliche Luft-
strömungen zurückzuführen. Die Ursache des kalten Winters 1921/22 ergibt
sich daraus von selbst.
Von unseren größeren Binnengewässern friert der Bodensee selten zu,
wenn auch mehr oder weniger ausgedehnte Uferstrecken fast jedes Jahr mit
Eis bedeckt sind. Greift der Frost weiter um sich, dann wird zuerst der
„Gnadensee": Insel Reichenau—Hegne bis nach Radolfzell betroffen. Meist
folgt dann die Strecke von der Radolfzeller Bucht bis ans gegenüberliegende
Ufer nach Iznang. Anfang Februar 1922 war der erstgenannte Teil des
Sees mit einer fahrsicheren Eisdecke überzogen; zwischen Land und Insel
verkehrten Schlitten, die mit Pferden, Ochsen oder Kühen bespannt waren.
In früheren Jahrhunderten und 1879/80 war der Bodensee völlig zugefroren,
und Wochen hindurch ging der Verkehr „über Eis".
In der ganzen Elbmündung war diesmal der Eisgang so stark wie seit
1892/93 nicht mehr. Der Schiffsverkehr ruhte, und Eisbrecher suchten einige
Fahrrinnen frei zu halten. Ein dänisches Schiff, das anfänglich noch
durchkam, blieb zwischen Gjedser und Warnemünde im Treibeis der Ost-
see stecken. Der große
Doppelschraubenschlep-
per „Conia" der Ham-
burg - Amerika - Linie
wurde am 14. Fe-
bruar auf der Unter-
elbe oberhalb von
Kollmar von schweren
Treibeismassen über-
flutet und an den
Grund gedrückt. Die
zwanzig Mann starke
Besatzung vermochte
sich an Land zu ret-
ten. Der Dampfer
konnte vorläufig nicht
geborgen werden.
Der Schiffsverkehr
in der Kieler Bucht
war zur gleichen Zeit
unmöglich, die ein
Meter starke Eisdecke
widerstand allen Durch-
bruchsversuchen. Das
Eis erstreckte sich weit
hinaus in die Ostsee.
Die Arbeiter der Deut-
schen Werke in Fried-
richsort mußten über
das Eis wandern. In
der Jnnenförde lag
vom Eis eingeschlossen mit gebrochener Schraube der 'große ungarische
Dampfer „Debriega", der vergeblich versucht hatte, sich einen Weg in den
Kanal zu bahnen. Der gleiche Unstern waltete auch über dem norwegischen
Dampfer „Tordis", der im Kieler Kriegshafen stecken blieb. Wären beide
Schiffe auch weitergekommen, so würden sie doch die Fahrrinne im Nord-
ostseekanal zugefroren gefunden haben. In den Werfthüfen sind viele
Schiffe eingefroren, darunter der russische Eisbrecher „Lenin".
Gefährlich ward den Schiffen das Packeis im Rigaischen Meerbusen.
Der Kreuzer „Medusa" befreite vier von den im Eis festsitzenden Schiffen;
an die übrigen konnte er nicht herankommen. Nach Überwindung großer
Schwierigkeiten gelang es, die eingeschlossene Besatzung auf Schlitten mit
Lebensmitteln zu versorgen. Solchen Naturgewalten fallen nicht nur Werte,
sondern leider auch Menschenleben zum Opfer. So brachen am 12. Februar
vier Wagen eines Hochzeitszuges, die über die zugefrorene Theiß fahren
wollten, in der Mitte des Stromes ein und versanken. Siebenundzwanzig
Männer und Frauen fanden den Tod. R. Mein.
Die zugefrorene Ostsee — eine natürliche Brücke zwischen der Insel Rügen
und dein Festlande. Am Stralsunder Lotsenturm.
6sgsn Wunclssin
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VVunclliegen, Lnkrünctungen unct Rötungen cter blaut bei Kinclern unci Lauglingen sckutzt euverlsssig Nie regelmäßige ^nwenäung
cles Vasenol-VVunä- uncl Kincterpuclers. In lausencten von ärrtlicken Anerkennungen wirct cter
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als bestes Linstreumittel bereicknet, clss seiner sickeren Wirkung wegen stsncilg in raklrelcken
Krankenkausern, Kliniken uncl Lsuglingskeimen rur ^nwenclung kommt.
läglickes ^bpuclern per büße (Linpuclern in ciie älrcimpte), cier /^ckselköklen.sowie aller unter
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Wunclwerclen, bult clen büß gesunct unct trocken unci sickert gegen Erkältungen, wie sie käuklg clurck
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unct ^ckselsckwelß ist V HI lvlittel von unerrelckter Wlr-
Vssenol-Wsrks Di. Köpp, l-siprig-L-inösnsu,