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Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 61.1929

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Heft 17
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https://doi.org/10.11588/diglit.52835#0456
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-gesorgte Mutteraugen begegnen sich wohl oft in banger Frage beim
«^/Anblick ihrer Heranwachsenden, die mit so ganz anderen Augen in die
Welt schauen als einst sie im gleichen Alter. Oft bewegt die Frage das
Mutterherz: Was wird aus meiner Tochter einmal werden?
Früher war der Weg ins Leben für das junge Mädchen so einfach, so
sicher. Von den Eltern behütet, umsorgt und geleitet, mit dem einzigen
Ziele guter Herzensbildung, durfte es sorglos erblühen im Elternhause als
ungeteilter Besitz der Familie. Ein „Pensionsjahr" ließ das Mädchen nippen
an den Darbietungen geistiger und geselliger Art, die je nach Gabe und Vor-
liebe dilettierend daheim oder bei öffentlichen Gelegenheiten weitergepflegt
wurden mit dem einzigen Ziel— die Mitwelt zu bezaubern. Meldeten
sich Freier, so wählte es mit Rat und Beistand der Ihrigen unter den
gebotenen Anträgen aus, und mit fünfundzwanzig Jahren hatte es schon
für eigene Kinderchen zu sorgen. War>s nicht so, ihr Mütter? „Ja," müßt
ihr zugeben, „so war's in der Regel, aber in der Hut unserer Mütter
lernten wir auch frühe die vielen Pflichten der Hausfrau. Wie sorgten
wir für Sauberkeit und was gaben wir uns für Mühe mit den Erzeug-
nissen der Kochkunst! Wir lernten uns derMeinung unserer Männer fügen
und ließen es uns angelegen sein, für Wohlstand und Gemütlichkeit im
Hause zu sorgen! Und jetzt? — Unsere Töchter haben andere Dinge im
Kopf und andere Ideale im Herzen als wir damals! Sie denken nur noch
an den späteren, meist männlichen Beruf, an Sport, Kino und Eigen-
wohnung. Die Art der jetzigen Jugend zu leben und sich zu geben ist uns
fremd, und ihre Schnellfertigkeit in den Fragen, die uns Gereifte be-
wegen, zeugt von Oberflächlichkeit und Anmaßung. Die neuen Rechte
der Frau, Wahlrecht, Berufsgleichheit, vielleicht gar Kameradschaftsehe,
machen mir mehr Sorge als Freude."
Kopf hoch, liebe Mutter, auch bei all den Veränderungen unserer be-
wegten Zeit. Ihr hattet rosige Jugend — auf unsere fiel der Rauhreif
des Weltkriegs. Frühe wurde der Glaube an das beherrschend Gute er-
schüttert— die rasende Menschheit hielt den kritischen Fragen nicht stand.—
Da fielen manche Stützen der Seele, die euch in der Jugend unangetastet
blieben. Und als der Zusammenbruch kam, als die schwere Hand des
Feindes sich auf unsere Nacken legte, wurden viel junge Herzen stumm
und mutlos unter dem Druck für lange Zeiten auferlegter Fronarbeit.
Das stellte uns schon in jungen Jahren vor Einblicke und Erkenntnisse,
die Entscheidung und Tat forderten. Und nun sind wir entschieden, nun

sind wir uns klar über Ziel und Ausgabe. Können Hände zuviel sein für
die Arbeit an denTrümmern, für einen Wiederaufbau? Die unsereLebens-
gefährten hätten sein können, blieben in großer Zahl in Feindeserde.
Für sie wollen wir einspringen, schaffen, helfen. Wir müssen das eigene
Gefühl zurückstellen hinter die Pflichten der Volksgemeinschaft. Ihr Mütter
konntet den Mann, den Vater ersetzen, während er damals draußen kämpfte;
das war mutige Tat! Ist es verwunderlich, da wir mitten im brodelnden
Leben stehen, dem wir ganz die junge Kraft weihen, daß wir teilnehmen
wollen an dem, was Staat und Volksleben betrifft? Daß wir die Errungen-
schaften der Neuzeit prüfen und davon beibehalten, was uns gut dünkt?
Habt Vertrauen zu euern Töchtern, ihr Mütter! Sie wollen das Beste,
wie ihr früher auch. Nur lebhafter, fordernder und weitgreifender als ihr,
die ihr nur in friedlicher Entfaltung des Familienlebens Glück fandet. Und
die von uns Hausfrauen sind und werden, wollen eure Tugenden freudig
übernehmen, unter Anpassung an die Forderungen unserer Zeit.
Der Krieg und die Nachkriegszeit brachten uns schwere und krankhafte
Zustände. Nun wohl: „Krankheit ist Reinigung" — wir wollen hindurch
mit dem festen Willen zur Gesundung. Laßt euch nicht irreführen von
mancher Form- und Fassungslosigkeit in jugendlichen Kreisen. Nehmt sie
als Auswüchse — der Kern der deutschen Jugend ist gut und reift in der
Stille. Wir tragen bewußt und bewegt die Sorge für die nächste Gene-
ration und wollen sie rüsten zu neuer Stärke und Tatkraft.
Denkt an dies Ziel, ihr Mütter von. Töchtern, und helft uns dazu. Laßt
sie tüchtig werden für das Berufsleben, wie es jetzt vonnöten ist. Be-
obachtet sie auf ihre Fähigkeiten hin und gebt ihnen beizeiten Einblick in
alle Frauenberufe, damit sie sich bei der Berufswahl klar und freudig ent-
scheiden können. Wir brauchen tüchtige Hände zur Arbeit! Und das Bei-
spiel eurer Liebe und Fürsorge wird eure Tochter ihr Leben lang begleiten
und die Zartheit des Gemüts erhalten trotz aller Berufstätigkeit, selbst
wenn sie oft von Frauenwunsch und Frauenwesen weitab führt. Seid ihrer
Jugend Halt und
Stütze, dann wird
sie auch bei selb-
ständiger Wahl im
V erantw ortungsb e-
wußtsein den rech-
ten Weg finden.


L.kiorsksprsiss, vom 2O.su!i bis
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