Voss, Georg [Hrsg.]; Lehfeldt, Paul [Bearb.]
Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens (Band 3): Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Sonneberg ; Amtsgerichtsbezirke Sonneberg, Steinach und Schalkau — Jena, 1899

Seite: 8
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Hönbach. Hüttensteinach. Judenbach.

Sonneberg. 8

Hönbach, südwestlich von Sonneberg; 1317 Haynbuche, Hanebach bei Neustat,
Haimbuch, Hombach. Gilt, unter Herrn Schott v. Schottenstein 1692 zu einem
Rittergut erhoben, kam durch Kauf 1704 an den Hauptmann v. Muffel, 1751 an
Walther, wurde wieder nur Freigut in verschiedenem Privatbesitz. [Nichts Aelteres
erhalten.] — Brückner, Landesk. II, S. 447. — Sprengseysen, Topogr., S. 126 f.

Hüttensteinach, östlich von Sonneberg. Wohnhaus, vielleicht zusammen-
hängend mit dem [1464 von Herzog Wilhelm an nürnberger Bürger verkauften]
Hüttenwerk. Dasselbe gehörte, zu Zeiten unbenutzt, dem W. v. Reitzenstein, 1596
H.Strauch, 1664 Th. Paul, 1660 denen von Erffa auf Unterlind, 1680 Andr. Gottfried,
1690 Freiherrn v. Born, 1695 J. C. Baumann und G. Seb. Gottfried, 1698 dem Ersteren
allein, 1745 seinen Söhnen, 1756 den Kindern des einen Sohnes, 1807 Hippel, 1815
durch Kauf der Herzog! Kammer, 1817 Greiner und Kumpel, 1830 Gemeiner und
Compagnie, 1836 dessen Aktiengesellschaft; jetzt Herrn Commerzienrath Swaine, Be-
sitzer der Porzellanfabrik. Ein Theil des Hauses, datirt durch: ANO 1522 über
der linken Eingangs-Thür, zeigt noch im 1. Obergeschoss rechteckige Fenster mit
Kanten - Abschrägung nach gothischem Princip (d. h. nur oben und an den oberen
zwei Dritteln der Seiten-Einfassungen). Der rechte Front-Theil mit: 1600 HS (Hans
Strauch'?), schlicht. Zwischen beiden Theilen ein neuer Vorbau. — Im Innern ein
Zimmer mit einfacher Felderdecke in Stuck. — Brückner II, S. 468. — Sprengs-
eysen, Topogr., S. 127 f. — Voit, S. 280.

Im Besitz des Herrn Swaine, aus dem 18. Jahrhundert:

Tisch, Platte mit Perlenstickerei, Roccocomustern und einer männlichen Figur
in China-Nachahmung. — Spiegel venezianischer Art.

Suppenschüssel, weiss und blau; Fayence. — Porzellan; von Wedgewood
(mit Zeichen), sehr fein, weiss auf blauem Grund, und Blau auf Weiss; — Tasse
mit Zeichen (wohl der Rauensteiner Fabrik nach Herrn Swaine), mit Malerei. —
Körbchen aus Glas mit gekniffenen Flächen und Ringen.

Judenbach, Marktflecken, nordöstlich von Sonneberg; der Name meines
Erachtens weder mit den Juden, von deren Ansiedelung hier man nichts
weiss, noch mit einem althochdeutschen Namen Judo, noch mit: „Jud" gleich
„Schwarz", noch mit „Goth", sondern mit dem slavischen Jodut zusammenhängend,
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