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Theile des Werkes nach Widemann's Skizzen getrieben
hat. Das werk ist ein Taufgeräth in vergoldeten:
Silber, welches ein reicher und kunstsinniger Bürger
in seine Familie gestiftet hat. Der Stil, des aus
Plateau, Schale und Kanne bestehenden Geräthcs,
ist ein reiches Rokoko. In die zart ornamentirten
Flächen fügen sich Medaillons in oxydirtem Silber ein,
die in der Taufschale religiöse Darstellungen, am
Körper der Kanne die sitzenden Gestalten von Glaube,
Liebe, Hoffnung enthalten; der Henkel der Kanne endet
in einen besonders reizend modellirten Kinderengel
(Arbeit von Widemann's Schüler R. Hennßler). Auf
dem Plateau gewähren gravierte Kartuschen Raum
für die Namen der Täuflinge in einer
Anzahl, welche die Bestimmung des
Tanfgeräths für mehrere Generationen
deutlich ausspricht. Neben dem Kunst-
werth des Werkes gewährt der Gedanke
des Bestellers Interesse, seinen Nach-
kommen mit demselben ein Dokument
seines Kunstsinns zu hinterlassen; cs
wäre sicher zu wünschen, daß der Ge-
brauch von Familienstiftungcn zu diesen
und ähnlichen Zwecken sich in unserem
wohlhabenden Bürgerstande wieder
mehr einführte. L.
Tauf-Schüssel und -Kanne.
Ausgefübrt von Heßenberg & Co. (Inhaber Fr. Wirsing), unter Mitwirkung von j)rof. Wilb. Midemann und Ziseleur A. varnesi, sänimtlich in Frankfurt ani Main.
OCnfene kunstgewerblichen (I)ustevblMer.
Taf. Flaggenhalter vor der Feldherrnhalle zu München.
Entwurf von Prof. Rud. Seitz, inodellirt und in Bronze gegossen
von Prof. Ferd. v. Miller, München.
Die beiden gelegentlich der Lentenarfeier für König Ludwig I.
0888) provisorisch errichteten Flaggenhalter aus vergoldetem Gyps
hatten so allgemeinen Beifall gefunden, daß die Stadtgemeinde München
beschloß, dieselben in Bronze gießen zu lassen und dieselben zur
bleibenden Erinnerung an die genannte Feier und an den 70. Ge-
burtstag S. K. Hoheit des Prinzrcgenten aufzustcllen; außer den
hierauf bezüglichen vermerken, welche ganz zu unterst angebracht
sind, tragen die Flaggenhalter die Inschriften: „Ludwig I. König
von Bayern. — Gerecht und beharrlich" und,, Luitpqsd, Prinzregent
von Bayern. — In Treue fest". — Die beiden Masten wurden am
\2. März X892 enthüllt. — Höhe des auf drei Granitstufen stehenden
Bronzefußes etwas über 2 m.
Taf. 2. Silbernes Theegeschirr. Entwurf von Bildhauer
Gottlob Wilhelm, München.
Zu diesem Theegeschirr gehört auch der in unserem letzten Heft
— Iahrgg. ^892, Tafel 32 — veröffentlichte Theckessel.
Taf. 3. Musiksaal. Im Hanse des Prof. Or. P r i n gs h c i »1,
München. Xladj Entwürfen von v. Kaysser und Großhcim-
Berlin ausgeführt von verschiedenen Münchener Meistern.
Die Wände dieses Saales zeigen im Wesentlichen den braunen
Naturton des Nußholzes mit theilwciser Vergoldung. Die Vertäfelung
wurde von Hofmöbelfabrikaut <D. Fritzsche hergestellt, die Ver-
goldung besorgte Barth & Eie.; Bildhauer Earl Fischer (ff) fertigte
den Gypsplafond, der von 21. Lcntner gemalt wurde. Den oberen
Theil der Wände schmückt ein Fries von Hans Thoma. Dasportal,
durch welches der Blick in den Bibliotheksaal (Taf. 3. Iahrgg. ;8g;)
fällt, und die Möbel sind von S. Riesemann; bei letzter» wurden alte
Aufnäharbeiten verwendet. Die Tapezicrarbcit besorgte Martin Mayer,
die Schmicdciscnarbeit Hofschlosser Dietr. Buß mann. Mgl. auch
Iahrg. t8Yt Tfl. 32.)
Taf. 4. Geschnitzter Faßb 0 den. Für den Münchener Raths-
keller ansgeführt von F. Radspieler & die., München. Larton
von Prof. Rud. Seitz.
Um den in den, neuen Theile des Rathskellers zu München aufzu-
bewahrenden edlen Weinen ihrer würdige Behälter zu verschaffen, ließ
der Magistrat eine Reihe von künstlerisch geschmückten Fässern au-
fertigen; drei derselben, welche nach Lartons von Prof. Rud. Seitz
von Radspieler & die. ausgeführt wurden, werden wir in diesen
Blättern — und zwar nach den Seitz'schen dartons — veröffentlichen.
Die bildhauerische Ausführung entspricht völlig dem Entwurf; eine
photographische Aufnahme der Fässer war aber im Hinblick auf deren
Aufstellungsort leider unthunlich.
Taf. 5. wandfeld aus der Klosterkirche zu Fürstcn-
feld. Zweites viertel des ;8. Jahrhunderts. Ausgenommen und
gezeichnet von L. Gmelin, München.
Dieses Blatt dient zugleich als Illustration zu dem Aufsatz von
Prof. Or. B. Riehl: „Studien über Barock und Rokoko in Vber<
bayern", und zwar zu dem in Heft z und 4 folgenden Schluß. —
Das Flächenmuster trägt die angegebenen Farbtöne; das Laub- und
Blnmenwcrk desselben ist vergoldet; ebenso sind die auf der Tafel mit
gelber Farbe ausgezeichneten Stukkaturen vergoldet.
Taf. 6 & 7. Schmicdeiserner dandelaber. Für das groß-
herzogliche Schloß in Karlsruhe angefertigt von Kunstschlosser Karl
Schwickert jun., Pforzheim.
Dieser dandelaber, welcher schon J888 auf der Münchener Aus-
stellung — allerdings noch in unfertigem Zustande — zu sehen war,
wurde vom Verfertiger der Hauptsache nach auch entworfen; auf
Wunsch des Auftraggebers, des Großherzogs von Baden, überwachte
Direktor H. Götz die künstlerische Ausführung, Nach befriedigender
Herstellung des dandclabcrs wurde noch ein zweites Exemplar ange-
fertigt; beide Stücke, welche für elektrisches Glühlicht eingerichtet sind,
wurden ani Portal des großherzogl. Schlosses zu Karlsruhe aufgestellt.
Gesainmthöhe (ohne Steinsockel): q,23 m; Gewicht rund 600 Kilo.
verantw. Red.: Prof. L. Gmelin. Hcrausgegeb. v. bayer. Lunftgewerbeverein. domm.-verl. v. N. Schorß. Druck v. Lnorr lf Dirth, München.
hierzu „Beiblatt" llk. |.
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Theile des Werkes nach Widemann's Skizzen getrieben
hat. Das werk ist ein Taufgeräth in vergoldeten:
Silber, welches ein reicher und kunstsinniger Bürger
in seine Familie gestiftet hat. Der Stil, des aus
Plateau, Schale und Kanne bestehenden Geräthcs,
ist ein reiches Rokoko. In die zart ornamentirten
Flächen fügen sich Medaillons in oxydirtem Silber ein,
die in der Taufschale religiöse Darstellungen, am
Körper der Kanne die sitzenden Gestalten von Glaube,
Liebe, Hoffnung enthalten; der Henkel der Kanne endet
in einen besonders reizend modellirten Kinderengel
(Arbeit von Widemann's Schüler R. Hennßler). Auf
dem Plateau gewähren gravierte Kartuschen Raum
für die Namen der Täuflinge in einer
Anzahl, welche die Bestimmung des
Tanfgeräths für mehrere Generationen
deutlich ausspricht. Neben dem Kunst-
werth des Werkes gewährt der Gedanke
des Bestellers Interesse, seinen Nach-
kommen mit demselben ein Dokument
seines Kunstsinns zu hinterlassen; cs
wäre sicher zu wünschen, daß der Ge-
brauch von Familienstiftungcn zu diesen
und ähnlichen Zwecken sich in unserem
wohlhabenden Bürgerstande wieder
mehr einführte. L.
Tauf-Schüssel und -Kanne.
Ausgefübrt von Heßenberg & Co. (Inhaber Fr. Wirsing), unter Mitwirkung von j)rof. Wilb. Midemann und Ziseleur A. varnesi, sänimtlich in Frankfurt ani Main.
OCnfene kunstgewerblichen (I)ustevblMer.
Taf. Flaggenhalter vor der Feldherrnhalle zu München.
Entwurf von Prof. Rud. Seitz, inodellirt und in Bronze gegossen
von Prof. Ferd. v. Miller, München.
Die beiden gelegentlich der Lentenarfeier für König Ludwig I.
0888) provisorisch errichteten Flaggenhalter aus vergoldetem Gyps
hatten so allgemeinen Beifall gefunden, daß die Stadtgemeinde München
beschloß, dieselben in Bronze gießen zu lassen und dieselben zur
bleibenden Erinnerung an die genannte Feier und an den 70. Ge-
burtstag S. K. Hoheit des Prinzrcgenten aufzustcllen; außer den
hierauf bezüglichen vermerken, welche ganz zu unterst angebracht
sind, tragen die Flaggenhalter die Inschriften: „Ludwig I. König
von Bayern. — Gerecht und beharrlich" und,, Luitpqsd, Prinzregent
von Bayern. — In Treue fest". — Die beiden Masten wurden am
\2. März X892 enthüllt. — Höhe des auf drei Granitstufen stehenden
Bronzefußes etwas über 2 m.
Taf. 2. Silbernes Theegeschirr. Entwurf von Bildhauer
Gottlob Wilhelm, München.
Zu diesem Theegeschirr gehört auch der in unserem letzten Heft
— Iahrgg. ^892, Tafel 32 — veröffentlichte Theckessel.
Taf. 3. Musiksaal. Im Hanse des Prof. Or. P r i n gs h c i »1,
München. Xladj Entwürfen von v. Kaysser und Großhcim-
Berlin ausgeführt von verschiedenen Münchener Meistern.
Die Wände dieses Saales zeigen im Wesentlichen den braunen
Naturton des Nußholzes mit theilwciser Vergoldung. Die Vertäfelung
wurde von Hofmöbelfabrikaut <D. Fritzsche hergestellt, die Ver-
goldung besorgte Barth & Eie.; Bildhauer Earl Fischer (ff) fertigte
den Gypsplafond, der von 21. Lcntner gemalt wurde. Den oberen
Theil der Wände schmückt ein Fries von Hans Thoma. Dasportal,
durch welches der Blick in den Bibliotheksaal (Taf. 3. Iahrgg. ;8g;)
fällt, und die Möbel sind von S. Riesemann; bei letzter» wurden alte
Aufnäharbeiten verwendet. Die Tapezicrarbcit besorgte Martin Mayer,
die Schmicdciscnarbeit Hofschlosser Dietr. Buß mann. Mgl. auch
Iahrg. t8Yt Tfl. 32.)
Taf. 4. Geschnitzter Faßb 0 den. Für den Münchener Raths-
keller ansgeführt von F. Radspieler & die., München. Larton
von Prof. Rud. Seitz.
Um den in den, neuen Theile des Rathskellers zu München aufzu-
bewahrenden edlen Weinen ihrer würdige Behälter zu verschaffen, ließ
der Magistrat eine Reihe von künstlerisch geschmückten Fässern au-
fertigen; drei derselben, welche nach Lartons von Prof. Rud. Seitz
von Radspieler & die. ausgeführt wurden, werden wir in diesen
Blättern — und zwar nach den Seitz'schen dartons — veröffentlichen.
Die bildhauerische Ausführung entspricht völlig dem Entwurf; eine
photographische Aufnahme der Fässer war aber im Hinblick auf deren
Aufstellungsort leider unthunlich.
Taf. 5. wandfeld aus der Klosterkirche zu Fürstcn-
feld. Zweites viertel des ;8. Jahrhunderts. Ausgenommen und
gezeichnet von L. Gmelin, München.
Dieses Blatt dient zugleich als Illustration zu dem Aufsatz von
Prof. Or. B. Riehl: „Studien über Barock und Rokoko in Vber<
bayern", und zwar zu dem in Heft z und 4 folgenden Schluß. —
Das Flächenmuster trägt die angegebenen Farbtöne; das Laub- und
Blnmenwcrk desselben ist vergoldet; ebenso sind die auf der Tafel mit
gelber Farbe ausgezeichneten Stukkaturen vergoldet.
Taf. 6 & 7. Schmicdeiserner dandelaber. Für das groß-
herzogliche Schloß in Karlsruhe angefertigt von Kunstschlosser Karl
Schwickert jun., Pforzheim.
Dieser dandelaber, welcher schon J888 auf der Münchener Aus-
stellung — allerdings noch in unfertigem Zustande — zu sehen war,
wurde vom Verfertiger der Hauptsache nach auch entworfen; auf
Wunsch des Auftraggebers, des Großherzogs von Baden, überwachte
Direktor H. Götz die künstlerische Ausführung, Nach befriedigender
Herstellung des dandclabcrs wurde noch ein zweites Exemplar ange-
fertigt; beide Stücke, welche für elektrisches Glühlicht eingerichtet sind,
wurden ani Portal des großherzogl. Schlosses zu Karlsruhe aufgestellt.
Gesainmthöhe (ohne Steinsockel): q,23 m; Gewicht rund 600 Kilo.
verantw. Red.: Prof. L. Gmelin. Hcrausgegeb. v. bayer. Lunftgewerbeverein. domm.-verl. v. N. Schorß. Druck v. Lnorr lf Dirth, München.
hierzu „Beiblatt" llk. |.


