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Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins zu München: Monatshefte für d. gesammte dekorative Kunst — 1893

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Heft 5/6
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Lessing, Julius: Japanische Möbel
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Haushofer, Max: Ueber Trophäen, [2]
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https://doi.org/10.11588/diglit.7908#0036

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^ 52 -t

\

Es ist ein Möbel, d. h. ein Bewegliches im vollen Sinne.
Will man die betreffende Ecke des Zimmers nicht abtheilen,
so schwenkt man es an die Wand oder bringt es an eine
andere Stelle.

Bon den anderen beiden mitgetheilten japanischen
Möbeln möchte ich besonders den kleinen Aasten mit dem
runden Eckschränkchen (5. 56) der Aufmerksamkeit aller derer
empfehlen, welche für kleine Nippeswaaren Gestelle zu schaffen
haben. Die Ausnutzbarkeit dieses kleinen Möbels ist er-
staunlich groß. Die Thüren sind zum Uebereinanderschieben
eingerichtet, sowohl an der runden Ecke, als auch rechts oben,
wo in der Abbildung etwas wie eine Schublade und eine

Geffnung erscheint. Diese Schiebevorrichtung ermöglicht es,
die Fächer zu öffnen und zu schließen, ohne daß man
die davorstehenden Vasen stößt. Die Schubladen sind von
verschiedener Größe und immer nur so angebracht, daß
man ohne Weiteres herankann. Alles sehr wichtige Punkte,
eigentlich selbstverständlich, aber über den: Schwelgen in
stilreinen Architecturformen bei uns nur zu oft vergessen.

Dein verständiger Mensch wird fordern, daß wir unsere
Möbel nach japanischen Mustern bilden sollen, aber wenn
wir uns diese Products auf das, was sie wollen und was
sie leisten, gründlich ansehen, so gewinnen wir einen nicht
zu unterschätzenden Maaßstab für unser eigenes Thun.

Von Prof. Dr. Max Haushofer.

Vortrag, gehalten im bayer. Kunstgewerbe-Verein am 3. November (Zsif.

(Schluß.)*)

^as die Anordnung der Trophäe betrifft, so ist die-
selbe in der Hauptsache ja sehr bekannt. Diese
Anordnung war von jeher bei den friedlichen
Trophäen die gleiche, wie bei den aus Waffen
zusammengesetzten, nämlich die Form eines Sterns, wenn
die Trophäe an der Wand hing; die Form einer Pyra-
mide, wenn sie stand, Hängt die Trophäe an der Wand
oder wird sie blos im Bilde dargestellt, so werden regelmäßig
die länglich geformten Embleme strahlenförmig zusammen-

gestellt. Dabei ist eine Ab-
wechselung von kürzeren und
längeren, von breiteren und
schmaleren Strahlen wün-
schenswertst. Hat die Tro-
phäe einen Bestandtheil, der
einen größeren Flächeninhalt besitzt, so muß derselbe möglichst
in die Mitte der Trophäe gesetzt werden, wie in der kriegerischen
Trophäe der Schild oder der Brustharnisch. Er bildet den Kern
der Trophäe. Dieser Kern kann dann noch eine Krönung er-

halten, wie sie der Schild oder Harnisch durch den darauf
gesetzten Helm erhält. Kleinere Gegenstände, die entweder
für das Wesen der Trophäe sehr bezeichnend oder durch ihre
künstlerische Form hiezu einladend sind, können mit dem Kern
der Trophäe oder mit ihren Strahlen verbunden werden, falls
sich eine paffende Verbindung findet.

Bei solchen sternförmigen Trophäen muß als künst-
lerische Regel gelten, daß weder der Kern, noch der Strahlen-
kranz einseitig überwiegen darf. Keberwiegt der Kern zu
sehr, so erhält die Trophäe etwas Plumpes, Schwerfälliges;
überwiegt der Strahlenkranz zu auffallend, so wird die
Trophäe mager, wie eine Spinne mit kleinen: Leib und
langen Beinen.

Weit weniger beschränkt ist man bei der Zusammen-
stellung von pyramidenförmigen Trophäen oder überhaupt
von solchen, wo die einzelnen Gegenstände nicht als hangend,
sondern als stehend oder liegend gedacht sind. Sobald man
eine Basis für die Trophäe hat, werden naturgemäß die
umfangreichsten Stücke der Trophäe zu unterst liegen, die
schlankeren, dünneren werden nach oben und nach den Seiten
hin die Ausladungen bilden müssen; die kleineren Stücke
werden zwischen die größeren gelegt, um Lücken und unschöne
Linien zu verdecken.

Solche liegende und stehende Trophäen können auch zur
Ausfüllung von verschieden geformten Winkeln und Nischen
verwendet werden; insbesondere als Thür- und Pilaster-
füllungen. Zn letzterem Falle hat man sie, um die lange
Folge von übereinandergereihten Gegenständen zu recht-
fertigen, nicht selten an herabhangende Bänder gereiht, wobei

') Wegen Raummangels konnte der Schluß dieses Aufsatzes leider in theft 3 & i nicht mehr nntergebracht werden.
 
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