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Unsere kunßgMerblichen MußenblMen.
Die Tafeln 29—32 stellen Theile des neuen Justizpalastes in
München dar.
Taf. 29. Schwurgerichtssaal.
Der durch den II. und III. Stock reichende Saal besitzt eine Länge
von \o>, eine Breite von \2 und eine Höhe bis zu \\ m.
Die vorliegende Aufnahme ist von dem um einige Stufen er-
höhten Podium des Richtersitzes erfolgt; man erblickt demnach auf
dem Bild die dem
Richtersitz. gegenüber-
liegende Schmalseite,
fast dieksälfte der einen
Langseite und einen
Theil der Decke. Als
Ergänzung zu der auf
S. 72 gegebenen Be-
schreibung des Saales
fei hier noch Folgen-
des bemerkt.
Das Material der
Portale ist ein Marmor
aus den Brüchen von
Fliersch (Arlbergbahn)
der den Namen „bunt-
antik" trägt; er be-
steht aus einem brec-
cienartigen Gemisch
rothen, gelben, grauen
Gesteins mit grauer
Grundstimmung; geliefert wurden die Portale von Zwiesler und
B a u m e i st e r in München. Die in dieselben eingesetzten bronrenen
Ventilationsgitter (Medusenhäupter), wie auch die (im Bilde nicht
sichtbare) Gedenktafel über dem Isauptportal sind in der königl. Erz-
gießerei von Ferd. v. Miller., in Bronce gegossen. — Die fast ganz
glatt gehaltene, 3,8 m hohe eichene Ivandvertäfelung wie auch die
Isolzdecke wurden in der lsofmöbelfabrik von A. Pössenbacher aus-
geführt, mit Ausnahme der vergoldeten Ornamente, deren Herstellung
(in Vergoldermasse) der Firma Barth & Eie. anvertraut war.
Tas. so. Ecke aus der Eentralhalle.
Der eingehenden Beschreibung der Eentralhalle auf S. 69 sei
hier ergänzend beigefügt, daß die eisernen Treppengeländer von Hof-
kunstschlosser D Bußmann, die vergoldete das Oberlicht einfassende
Brüstung von Barth 6c Eie. gefertigt wurden. — Dieses Blatt soll
eine Erläuterung zu der auf 2. 68 abgebildeten Gesammtansicht der
Halle bilden; zu letzterer sei hier noch bemerkt, daß das im Mittel-
bogen des I. Stockes angebrachte Postament zur Ausstellung der von
Prof. ID. v. Rümann modellirten und von Prof. Ferd. v. Miller
in Erz gegossenen und vergoldeten Statue 5. Kgl. Hoheit des Prinz-
regenten bestimmt ist.
Tas. 3t. Der Repräsentationssaal.
Allgemeine Beschreibung dieses Festsaales auf S. 74.
Im Einzelnen fei zuvörderst noch bemerkt, daß die Kamine aus
graugelbein Marmor von Gebr. Pfister, der Stuckmarmor (Brüstung,
Säulen, Gesimse) von Raxxa und Giobbe, Spiegel und Lüster von
F. Radspieler 6c Eie. hergestellt wurden.
Ivie der Schwurgerichtssaal an den IDänden, so hat der Festsaal
an der Decke allegori-
sche Darstellungen er-
halten. Die Decke selbst
bildet ein Muldenge-
wölbe (im Korbbogen)
mitStickkaxpen; dabei
ist die ganze Fläche so
bemalt, daß die Wand-
architektur sich fortzu-
setzen scheint; dieBallu-
straden,Verdachungen,
Nischen und Arkaden
entwickeln sich so aus
den wirklichen Baufor-
men des Saales. Diese
gemalte Architektur
wurde von K. Döttl
und R. Senf nach
Thiersch's Entwürfen
und unter dessen Be-
theilignng ausgesührt.
Dazwischen sind zur Belebung der Architektur allegorische Dar-
stellungen eingestreut: über dem von Dir. F. A. v. Kaulbach ge-
malten Porträt Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten: die Gerechtigkeit,
über dem Häupteingang: Ehrlichkeit und Lüge im Kampf rnn die
Weltherrschaft, über dem Osteingang: die Allegorie der Wahrheit, über
der Fensterwand: Friede und Waffenschutz. Dieser ganze Figuren-
schmuck wurde von A. Jank, A. Münzer und W. Püttner ent-
worfen und ausgeführt. An den Wänden sind sowohl die Malereien
über den Saalthüren (u.A. über der Hauptthüre ein Bild des ehemaligen
Herzog!. Gartenschlößchens, dessen Stelle jetzt der Justizbau einnimmt)
als auch die landschaftlichen Decorationen gegenüber der Fensterwand von
Thiersch selbst unter Beihilfe von H. Neuhaus u. K.Döttl ausgeführt.
Taf. 32. Geschmiedete Windfangthüre im III. Stock.
Ausgeführt in der Werkstatt des Isofkunstschlossermeisters R. Kirsch.
Die Größe dieses Gitterwerkes beträgt 2,65 auf <*,35 m.
Berichtigung: Auf Tafel 27 des letzten Heftes befinden sich
irrthümliche Angaben über die Verfertiger der Schießauszeichnung, in-
sofern als nur der Entwurf des Ganzen von Bildhauer G. Wilhelm
herrührt, während die Ausführung ganz, also auch Nodellirung und
Eiselirung, bei Hossilberarbeiter Wollenweber erfolgte.
Oberlichtgitter im Festsaal; ausgeführt von Jos. Söller. (Wirkliche Größe ;,(7:o,9 m.)
hierzu „kunstgewerbliche Rundschau" Nr. 8.
X
verantw. Red.: Prof. L. Gmelin. — Herausgegeben vom Bayer. Nunstgewerbe-Verein. — Druck und Verlag von R. Gldenbourg, München.
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Unsere kunßgMerblichen MußenblMen.
Die Tafeln 29—32 stellen Theile des neuen Justizpalastes in
München dar.
Taf. 29. Schwurgerichtssaal.
Der durch den II. und III. Stock reichende Saal besitzt eine Länge
von \o>, eine Breite von \2 und eine Höhe bis zu \\ m.
Die vorliegende Aufnahme ist von dem um einige Stufen er-
höhten Podium des Richtersitzes erfolgt; man erblickt demnach auf
dem Bild die dem
Richtersitz. gegenüber-
liegende Schmalseite,
fast dieksälfte der einen
Langseite und einen
Theil der Decke. Als
Ergänzung zu der auf
S. 72 gegebenen Be-
schreibung des Saales
fei hier noch Folgen-
des bemerkt.
Das Material der
Portale ist ein Marmor
aus den Brüchen von
Fliersch (Arlbergbahn)
der den Namen „bunt-
antik" trägt; er be-
steht aus einem brec-
cienartigen Gemisch
rothen, gelben, grauen
Gesteins mit grauer
Grundstimmung; geliefert wurden die Portale von Zwiesler und
B a u m e i st e r in München. Die in dieselben eingesetzten bronrenen
Ventilationsgitter (Medusenhäupter), wie auch die (im Bilde nicht
sichtbare) Gedenktafel über dem Isauptportal sind in der königl. Erz-
gießerei von Ferd. v. Miller., in Bronce gegossen. — Die fast ganz
glatt gehaltene, 3,8 m hohe eichene Ivandvertäfelung wie auch die
Isolzdecke wurden in der lsofmöbelfabrik von A. Pössenbacher aus-
geführt, mit Ausnahme der vergoldeten Ornamente, deren Herstellung
(in Vergoldermasse) der Firma Barth & Eie. anvertraut war.
Tas. so. Ecke aus der Eentralhalle.
Der eingehenden Beschreibung der Eentralhalle auf S. 69 sei
hier ergänzend beigefügt, daß die eisernen Treppengeländer von Hof-
kunstschlosser D Bußmann, die vergoldete das Oberlicht einfassende
Brüstung von Barth 6c Eie. gefertigt wurden. — Dieses Blatt soll
eine Erläuterung zu der auf 2. 68 abgebildeten Gesammtansicht der
Halle bilden; zu letzterer sei hier noch bemerkt, daß das im Mittel-
bogen des I. Stockes angebrachte Postament zur Ausstellung der von
Prof. ID. v. Rümann modellirten und von Prof. Ferd. v. Miller
in Erz gegossenen und vergoldeten Statue 5. Kgl. Hoheit des Prinz-
regenten bestimmt ist.
Tas. 3t. Der Repräsentationssaal.
Allgemeine Beschreibung dieses Festsaales auf S. 74.
Im Einzelnen fei zuvörderst noch bemerkt, daß die Kamine aus
graugelbein Marmor von Gebr. Pfister, der Stuckmarmor (Brüstung,
Säulen, Gesimse) von Raxxa und Giobbe, Spiegel und Lüster von
F. Radspieler 6c Eie. hergestellt wurden.
Ivie der Schwurgerichtssaal an den IDänden, so hat der Festsaal
an der Decke allegori-
sche Darstellungen er-
halten. Die Decke selbst
bildet ein Muldenge-
wölbe (im Korbbogen)
mitStickkaxpen; dabei
ist die ganze Fläche so
bemalt, daß die Wand-
architektur sich fortzu-
setzen scheint; dieBallu-
straden,Verdachungen,
Nischen und Arkaden
entwickeln sich so aus
den wirklichen Baufor-
men des Saales. Diese
gemalte Architektur
wurde von K. Döttl
und R. Senf nach
Thiersch's Entwürfen
und unter dessen Be-
theilignng ausgesührt.
Dazwischen sind zur Belebung der Architektur allegorische Dar-
stellungen eingestreut: über dem von Dir. F. A. v. Kaulbach ge-
malten Porträt Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten: die Gerechtigkeit,
über dem Häupteingang: Ehrlichkeit und Lüge im Kampf rnn die
Weltherrschaft, über dem Osteingang: die Allegorie der Wahrheit, über
der Fensterwand: Friede und Waffenschutz. Dieser ganze Figuren-
schmuck wurde von A. Jank, A. Münzer und W. Püttner ent-
worfen und ausgeführt. An den Wänden sind sowohl die Malereien
über den Saalthüren (u.A. über der Hauptthüre ein Bild des ehemaligen
Herzog!. Gartenschlößchens, dessen Stelle jetzt der Justizbau einnimmt)
als auch die landschaftlichen Decorationen gegenüber der Fensterwand von
Thiersch selbst unter Beihilfe von H. Neuhaus u. K.Döttl ausgeführt.
Taf. 32. Geschmiedete Windfangthüre im III. Stock.
Ausgeführt in der Werkstatt des Isofkunstschlossermeisters R. Kirsch.
Die Größe dieses Gitterwerkes beträgt 2,65 auf <*,35 m.
Berichtigung: Auf Tafel 27 des letzten Heftes befinden sich
irrthümliche Angaben über die Verfertiger der Schießauszeichnung, in-
sofern als nur der Entwurf des Ganzen von Bildhauer G. Wilhelm
herrührt, während die Ausführung ganz, also auch Nodellirung und
Eiselirung, bei Hossilberarbeiter Wollenweber erfolgte.
Oberlichtgitter im Festsaal; ausgeführt von Jos. Söller. (Wirkliche Größe ;,(7:o,9 m.)
hierzu „kunstgewerbliche Rundschau" Nr. 8.
X
verantw. Red.: Prof. L. Gmelin. — Herausgegeben vom Bayer. Nunstgewerbe-Verein. — Druck und Verlag von R. Gldenbourg, München.


