Holtmeyer, Aloys [Hrsg.]
Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel (Band 4): Kreis Cassel - Land: Textband — Marburg, 1910

Seite: 75
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Altargerät.

Kelch von Silber, vergoldet, Knauf mit sechs Rotuln, verziert, 1644. Auf Sechspaßfuß Wappen mit Tatet 47,3
Eule und Stern im rechten Obereck überschrieben „MOvQ“ (Moritz von Günderode), daneben rechts Wappen
mit Rose und Beil überschrieben „AJfv&“ (von Bardeleben), links geteiltes Wappen mit gezahntem linken
Schrägbalken überschrieben „EViS“ (von Schweinsberg). Höhe 0,21 in.

Patene von Kupfer, vergoldet, mit Weihekreuz auf erhöhtem Rand. Durchmesser 0,15 m. Tatet 45, u

Taufhanne von Zinn mit verziertem Henkel. Auf Unterseite Boden „DIESE-TAUFKANNE-VEREHRET•

DER• GEMEINDE• GROSENRITTA• IOHANN• GEORG • KANNENGIESSER- ANNO-1691.“ Höhe 0,25 m.

Taufschiissc.lv on Zinn. Auf Oberseite Rand „GEORGIVS-HEER-PHARRER-VND-FELICITAS-SEINE-
HAVSFRAV • HABEN ■ DIES • TAVFBECKEN • DER • KIRCH • ZV • GROSEN - RITTA - VEREHRET - ANNO •
1-6-4-0-“ Durchmesser 0,34 m.

Grabsteine.

Grabstein des Schuldieners Adam Nedel an Südfront, Kirche. Schrifttafel mit Porträt, Fuß und Bekrönung Tatet 47, ■
mit Voluten, Steinmetzzeichen des Meisters vom Chor. Flachrelief, 1695.

Grabstein des Pfarrers Jost Lampmann an Südfront, Kirche. Kruzifixus mit Familiengruppe in Karyatiden- Tatet 47,2
Umrahmung. Flachrelief, 1597.1

Gertrudenstift.

Unterhalb des Burgberges liegt das Gertrudenstift, ein zweigeschossiger anspruchsloser Bau mit einer
Laterne auf dem Zeltdach. Das Haus, im Volksmunde der „Prinzenbau“ genannt, interessiert lediglich durch
seine kurze Geschichte. Prinz Heinrich von Hessen beabsichtigte, sich ein Jagdschlößchen zu bauen, mußte
aber das angefangene Unternehmen wegen der für Hessen so folgenschweren Kriegswirren von 1866 aufgeben.
Danach blieb der Bau liegen bis zum Jahre 1876, wo er von der hessischen Renitenz angekauft und fertig-
gestellt wurde unter dem Namen „Gertrudenstift“ zu Ehren der Gemahlin des letzten Kurfürsten von Hessen.
Der hinter dem Hause gelegene „Heiligenborn“, der alte Gesundbrunnen, wird für Wasserleitungszwecke benutzt.2

Guntershausen.

Als Huntershusun soll der von einem Personennamen abgeleitete, am Zusammenfluß von Fulda und
Bauna gelegene Ort 1074 Vorkommen.3 Die Zugehörigkeit von Gunthershusun zur Grafschaft Werners er-
wähnt eine Urkunde von 1107, durch welche der Edle Kunimund Güter am Platze dem Hersfelder Abte
Reinhard schenkt.4 Besitzungen des Klosters Helmarshausen in Guntereshuson werden um 1120 genannt.5
Ein Ditmar de Gunthereshusun erscheint 1146”, ein Flildelbertus de Guntersem 1163.7 Im Jahre 1264 ver-
pachtet Abt Johann von Kappel Haus und Hof in Gunthershusen mit dem Beding, daß die Baulichkeiten in
gutem Zustand gehalten werden sollen.8 Von Otto von Hund und Hermann von Holzhausen kaufte 1294,
von Wigand von Böddiger 1331 das benachbarte Breitenau Güter im Orte.9 Das dieser Abtei ursprünglich
zustehende Zehntrecht muß später aufgehoben sein. Jedenfalls sah die Gemeinde ihre Ländereien und den
größten Teil der Erbgüter als nicht abgabepflichtig an. „Die Zehntfreiheit“, heißt es in einer älteren Orts-

1 Inschrift auf S. 34.

2 Armbröster, Baunatal. — 3 Arnold, Ansiedelungen, S. 400. — 4 Wenck, Landesgeschichte 11, Urk. Nr. 42.

6 Wenck, Landesgeschichte II, Urk. Nr. 51. — 6 Wenck, Landesgeschichte 111, Urk. Nr. 69.

7 Justi, Denkwürdigkeiten IV1, S. 38. — s Wenck, Landesgeschichte III, Urk. Nr. 150.

9 Becker, Breitenau, Urk. Nr. 8 u. 18.

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