Weber, Paul [Editor]
Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel (Band 5): Kreis Herrschaft Schmalkalden: Textband — Marburg, 1913

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Wüstuugen.

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erbe", unweit Springstille gelegen; der „Kohlhof", oberhalb Weidebrunn, am Kohlberg, war
schon zu Geisthirts Zeiten wüste1).
Der „Heftenhof" im Ebertsgrund, zwischen der Birkleite und dem Hefteberg an der
Eisensteinstraße gelegen, war Gutshof und Ausspanne. Er war schon 1347 wüste. In diesem Jahre
belehnt Graf Heinrich d. J. den Schmalkalder Bürger Berthold Zeißig mit der „wustenunge zcu
den Heften"2). Im 16. Jahrhundert wurde er wieder aufgebaut, anfangs des vorigen Jahrhunderts
ward er wieder wüste.
Der „Neue Hof", zeitweise auch „Viehhof Sorga" genannt, lag am oberen Ende des
mittleren Quellbaches der Asbach in der Nähe des Rennsteiges. Nach ihm sind die „Neuhöfer
Wiesen" genannt. Seit 1812 ist er wüste. Höher als dieses Gehöft, nach dem Kamme des Gebirges
zu, erhob sich der Hof „Bloße Leube".
Als im Kanzlergrund gelegen wird in dem Salbuch von 1588 der „Schönauer Hof"
erwähnt, dieser ist auch auf der Karte von 1676 angegeben.
Der „Wallenburger Hof" unter der Wallenburg wurde 1643 zerstört, dann wieder auf-
gebaut; im vorigen Jahrhundert ist er zerfallen3).
In einem Seitentale des Pfaffenbaches, in der Nähe von Schmalkalden, lag der Hof „Ehren-
thal". 1427 stellen Caspar und Heinrich Lone, Bürger in Schmalkalden, einen Lehnsrevers aus
über das Gut und Viehhof „Erntal"4). Caspar Lone bekennt 1445, von dem Fürsten Wilhelm von
Henneberg und dessen Brüdern Johannes und Berthold mit dem Gute zu „Erntal" bei Schmal-
kalden belehnt worden zu sein5). 1579 erwarb der Stadtrat von Schmalkalden das Ehrenthal käuf-
lich von dem Fürsten Georg Ernst von Henneberg. Es waren damals vorhanden; vier Häuser,
zwei Teiche, Garten, Äcker und Wiesen. Auf der Karte von 1589 „ernthall". Um 1700 ist dann
der Hof niedergerissen worden. 1715 ließ der Stadtrat für einen Wald- und Flurhüter eine Wohnung
bauen6).
Unter den 32 Wüstungen gehören nur 6 dem eigentlichen Gebirge an, 10 liegen im Stiller-
grunde und südlich von demselben, die übrigen in den anderen Niederungen.

1) Geisthirt, I, 3.
2) Henneb. U.B. II, 72.
3) Geisthirt, I, 96. Vgl. unter Wallenburg.
4) Henneb. U.B. VI, 183.
5) Ebenda, VII, 183.
6) Geisthirt, I, 16.

Pistor.


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