Bischôfliche Schloss Hohbarr
E i n 1 e i t u il. g.
Hohbarr, obschon eine Ruine, übt auf jeden Besucher einen über-
wâltigenden Eindruck aus. Schon von ferne sprechen die dortigen
Felsenmassen, ungeachtet der bloss spârlichen Überreste von Ge-
bâuden, den Wanderer derart an, dass selten ein Fremder sicli
mehrere Tage in Zabern aufhàlt oder Einheimische aus der Fremde
in die Stadt und Gegend zurückkommen, oline dabei, wenn es sicli
nur tun làsst, einen Gang nach dem Bergschloss zn unternehmen.
Der Anwalt der Stadt Strassburg auf dem Konzil zu Konstanz nannte
Hohbarr sehr bezeichnend das ,,Auge des Elsass“ und das unten-
liegende Zabern den ,,Schlüssel des Lancles“. Von den Türmen und
Zinnen der so fest sitzenden und hoch liber dem Bergkamm sich
erhebenden Burg schweifte der Blick das Land auf und ab und
konnte sich einerseits bis in den Schwarzwald und auf der andern
Seite auf den nahen Westrich wenden, f ar den die Zaberner Steige
zu zahlreichen Handelsverbindungen aber auch zu kriegerischen
Einfallen diente. Die Felsen zu Barr, die beinahe das einzige sind,
was man von unten erblickt, haben ihre Krone von Bauwerken
eingebüsst,' der alte liber die Hàlfte abgebrochene Burgfried steht
nicht mehr hervor ; und doch ist die Statte noch ein ,,Auge“ in der
Landschaft, wie Hohbarr das, was die Natur ihm gab, nâmlich der
erste Aufsatz, sein uraltes Gestein, nicht entrissen werden konnte.
Die schon früher zerstorten nahen Schlôsser Gross-Geroldseck, Klein-
Geroldseck und Greifïenstein weisen noch hohere Turmreste auf ; aber
was auch dort vom Gebilde der Menschenhand noch übrig sein
mag : gegen Hohbarr bleiben sie unbeachtet und werden, wenn-
gleich mit Unrecht, verhaltnismâssig von wenigen besucht. Hohbarr
bietet aber nicht bloss den Vorteil, dass es im Bild besser hervor-
tritt; auch seine Geschichte ist weniger der Verganglichkeit. zum
l
B. XXIII. — (M.)
E i n 1 e i t u il. g.
Hohbarr, obschon eine Ruine, übt auf jeden Besucher einen über-
wâltigenden Eindruck aus. Schon von ferne sprechen die dortigen
Felsenmassen, ungeachtet der bloss spârlichen Überreste von Ge-
bâuden, den Wanderer derart an, dass selten ein Fremder sicli
mehrere Tage in Zabern aufhàlt oder Einheimische aus der Fremde
in die Stadt und Gegend zurückkommen, oline dabei, wenn es sicli
nur tun làsst, einen Gang nach dem Bergschloss zn unternehmen.
Der Anwalt der Stadt Strassburg auf dem Konzil zu Konstanz nannte
Hohbarr sehr bezeichnend das ,,Auge des Elsass“ und das unten-
liegende Zabern den ,,Schlüssel des Lancles“. Von den Türmen und
Zinnen der so fest sitzenden und hoch liber dem Bergkamm sich
erhebenden Burg schweifte der Blick das Land auf und ab und
konnte sich einerseits bis in den Schwarzwald und auf der andern
Seite auf den nahen Westrich wenden, f ar den die Zaberner Steige
zu zahlreichen Handelsverbindungen aber auch zu kriegerischen
Einfallen diente. Die Felsen zu Barr, die beinahe das einzige sind,
was man von unten erblickt, haben ihre Krone von Bauwerken
eingebüsst,' der alte liber die Hàlfte abgebrochene Burgfried steht
nicht mehr hervor ; und doch ist die Statte noch ein ,,Auge“ in der
Landschaft, wie Hohbarr das, was die Natur ihm gab, nâmlich der
erste Aufsatz, sein uraltes Gestein, nicht entrissen werden konnte.
Die schon früher zerstorten nahen Schlôsser Gross-Geroldseck, Klein-
Geroldseck und Greifïenstein weisen noch hohere Turmreste auf ; aber
was auch dort vom Gebilde der Menschenhand noch übrig sein
mag : gegen Hohbarr bleiben sie unbeachtet und werden, wenn-
gleich mit Unrecht, verhaltnismâssig von wenigen besucht. Hohbarr
bietet aber nicht bloss den Vorteil, dass es im Bild besser hervor-
tritt; auch seine Geschichte ist weniger der Verganglichkeit. zum
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B. XXIII. — (M.)


