Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Heinrich
Heinrich von Veldeke - Eneide: die Bilder der Berliner Handschrift — Harrassowitz, 1939

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.31131#0010
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Persönlichkeit, die ihrerseits einen weltberühmten Gelehrten als
Vorgänger gehabt hatte. Nach den Männern der Wissenschaft und
der bibliothekarischen Kunst war nunmehr der erfahrene Verwal-
tungsbeamte berufen, sein organisatorisches Talent in den Dienst
eines der wichtigsten Kulturinstitute der Nation zu stellen.

In diesem neuen Wirkungskreis ist Hugo Andres Krüss mitten in
der Arbeit. Uber ihre Ergebnisse zu berichten, ist hier nicht der Ort
und noch nicht der Zeitpunkt. Daß das vielseitige Leben der Staats-
bibliothek und des Reichsbeirats fiir Bibliotheksangelegenheiten,
dessen Vorsitzender der Generaldirektor der Preußischen Staats-
bibliothek zugleich ist, ihn in den zwölf Jahren seines jetzigen Amtes
vor immer neue und schwere Probleme stellte, davon zeugt die
jiingste Entwicklung der Staatsbibliothek und des deutschen Biblio-
thekswesens in eindrucksvoller Weise. Da von den Fortschritten nur
einiger weniger von weittragender Bedeutung gedachtwerden kann,
so seien hier angeführt die Drucklegung des Preußischen Gesamt-
kataloges und seine spätere Erweiterung zum Deutschen Gesamt-
katalog, die Ausweitung der Preußischen Titeldrucke auf das da-
malige Osterreich, Bayern und schließlich die nochübrigendeutschen
Länder, die Katalogisierung der Handschriften des Deutschen
Reiches, die Reform des bibliothekarischen Ausbildungswesens, der
Ausbau der internationalen Verbindungen der deutschen Biblio-
theken, der internationale Leihverkehr und die technische Moderni-
sierung der Staatsbibliothek.

Wenn der wahre Lebensnerv der Bibliotheken stets ihre Erwerbun-
gen bleiben werden, so wird der Chronist das letzte Jahrzehnt in der
Entwicklung der Preußischen Staatsbibliothek in dieser Hinsicht ein-
mal mit Befriedigung verzeichnen. Es gelang in dieser Zeit, ihre in Krieg
und Inflation entstandenen Lücken in der ausländischen Literatur
fast restlos auszufüllen und die Staatsbibliothek in der Erfassung der
fremdländischen Buchproduktion wieder an die Spitze der großen
Nationalbibliotheken der Welt zu bringen. Mit besonderer Genug-
tuung und stolzer Freude wird aber jeder Deutsche die Fülle kost-
barer Erwerbungen der Preußischen Staatsbibliothek in jenen Jahren
feststellen. Es wird stets ein Ruhmestitel des Preußischen Staates und
 
Annotationen