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Julius Böhler <München> [Editor]
Kunstwerke aus dem Besitz der Staatlichen Museen Berlin: [Ausstellung vom 12. bis 17. April 1937 und 19. bis 31. Mai 1937 ; Versteigerung am 1. und 2. Juni 1937] — München, 1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.5155#0028

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122 MARIA, DAS KIND SÄUGEND. Maria hinter einer Brüstung, in Halbfigur, mit
Mantel und Kopftuch bekleidet, reicht dem Knaben die linke Brust. Der Knabe,
der den Beschauer anblickt, stützt den linken Arm auf ein Kissen, das vorn auf
der Brüstung liegt.

Relief ohne Hintergrund, unten halbrund abschließend, Bronze.

ANTONIO ABONDIO D. J. (geb. 1538 [?] in Mailand, gest. 1591 in Wien. Tätig in Mailand, Prag,
München, Wien). — Höhe 7,5 cm, Breite 6,5 cm.

Das Relief kommt mehrfach vor, mit und ohne Hintergrund, rund und oval; die Exemplare in
Florenz und London sind signiert (in Florenz: AN. A; in London: AN. AB.); Berlin K. F. M. Nr. 927;
London, Victoria and Albert Museum Kat. S. 45. — Früher Sammlung Figdor-Wien.

123 MARIA MIT DEM KINDE, stehend, in langem, faltenreichem Gewand und
einem Mantel darüber, der zugleich als Kopftuch dient. Die Füße sind nackt. Der
ein wenig nach rechts geneigte Kopf ist mit einem Strahlennimbus geschmückt.
Auf ihren Armen hält sie das unbekleidete Kind.

Plakette. Bronze, im Feuer vergoldet.
FLORENTINISCH, UM 1480. - Höhe 13,2 cm.

Diese häufig vorkommende Plakette — meist scharf am Rande beschnitten und im Feuer vergoldet
geht allem Anschein nach auf ein in Gold oder Kupfer getriebenes Original zurück. Über das
Vorkommen der Komposition in der Spätzeit der Robbia-Werkstatt hat U. Middeldorf (in der Fest-
schrift für Adolph Goldschmidt, Berlin 1935) gehandelt. Das Original, das unserer Plakette als
Vorbild gedient hat, darf im Kreise der Kunst Quercias gesucht werden. Molinier Nr. 532; Berlin
K. F. M. Nr. 349; Wien, Kunsthist. Museum Nr. 405, 406, 407. — Früher Sammlung Figdor-Wien.

124 APOLLO UND MARSYAS. Rechts Apollo nackt, in Vorderansicht, mit der
Lyra, links Marsyas sitzend, an einen Baum gefesselt. Zwischen beiden kniet
Olympias, Apollo um Gnade bittend. Einfach profilierte Rahmenleiste.
Plakette, rund. Bronze. Oben am Rande eine Durchbohrung.

FLORENTINISCH, 15.~'JAHRH. - Durchmesser 5 cm.

Nachbildung einer größeren, ovalen Plakette, die auf einen geschnittenen Stein zurückgeht, der
um 1428 im Besitz von Cosimo dei Medici in Florenz war und von Lorenzo Ghiberti in Gold ge-
faßt wurde. Von dem Stein, der verschollen ist, befindet sich eine Kopie des Quattrocento im Museo
Nazionale, Neapel. Kris, Meister und Meisterwerke der Steinschneidekunst Nr. 12. Die Komposition
ist häufig wiederholt worden. Plaketten in verschiedenen Größen haben sich zahlreich erhalten;
Molinier Nr. 3; Wien, Estens. Sammlung Nr. 256; Berlin K.F. M. Nr. 66; Ehemalige Sammlung G.
Dreyfus-Paris (Kat. S. Ricci Nr. 24). — Früher Sammlung Figdor-Wien.

125 DREI HERKULESTATEN, weiterhin zwei klagende Frauen und ein am Boden
liegender Krieger, der nach oben blickt; eine Keule und ein einzelnes Bein.
Relief. Bronze. In beiden Ecken, oben links und rechts, je eine Bohrung.

PADUANISCHER MEISTER, UM 1500. — Höhe 7,4 cm, Breite 23 cm.

Die Darstellung bildet den Teil eines Frieses, der sich zusammen mit anderen von Plaketten ab-
hängigen Darstellungen an einer Vase im Louvre befindet. Ein zweites Exemplar dieser Plakette
befindet sich im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin, vgl. Katalog Nr. 559; Molinier Nr. 491.
Früher Sammlung Spitzer-Paris, dann Sammlung Figdor-Wien. Tafel 10

126 KÄMPFENDE TRITONEN. Ein bärtiger Triton, der eine Frau auf dem Rücken
trägt, holt mit einem Schiffssteuer zum Schlage gegen einen angreifenden jugend*
liehen Triton aus, der das Steuer mit der Linken ergreift und damit den Schlag
abwehrt. In der Rechten hält er zwei Schilfrohre. Relief, rund. Bronze.

PADUANISCH, UM 1500. — Durchmesser 18 cm.

Der Komposition liegt ein Stich von Mantegna (B. 16) zugrunde. Weitere Exemplare im Louvre,
raris (Nr. 352), in der ehemaligen Sammlung G. Dreyfus-Paris (Nr. 260) und im Kaiser-Friedrich-
Museum in Berlin (Nr. 537). Berlin K. F. M. Nr. 537; Ehemalige Sammlung G. Dreyfus-Paris (Katalog
S. Ricci Nr. 260). — Früher Sammlung Figdor-Wien. Tafel 10

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