Oheim, Gallus; Brandi, Karl [Bearb.]
Quellen und Forschungen zur Geschichte der Abtei Reichenau (Band 2): Die Chronik des Gallus Öhem: mit 27 Tafeln — Heidelberg, 1893

Seite: 102
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102 Abt tJdalrich il, 1088—1122. [123. 124.

tett der marggraff ains tails darumb, wann im was ein wer und bollwerch Twil ain zitt belegert und ward im
haimlich und diepplich von denen, so in der wer und schloss waren, übergeben. Darumb was ouch der margrauf
uff den abbt mit nid und hass gantz erbitzgett, dann sin brüder Lüttolff haut den herzogtum zü Carinthe
von verliehen des küngs erobert, den dann der marggrauf vermaint von rechtes wegen im züston sölte. Dessglichen
so hatt der ander bräder des abbts die margraffschafft zä Stir in, die er ouch maint im zü gehören. 5
Zü disen zitten hüben sich uff ettwa vil münch von Schaffhusen, von Hirsow und von Sant Bläsi,

der Wissen Zell und von wegen aines bann und anathema, so dann oberhand hatt und gesucht ward, komen |
gen Sant Gallen, das dann bishar mit aller zier der kunst und gaistlicher zucht gegrünet hatt; hielten allda nüwe
und ongewonlich brüch, desshalb Sant Gall und andre closter dem marggraffen und andern layen veracht und
gehasset wurden, also das denselben clöstern ire nutz wurdent genomen und gantz zü nicht anfiengent werden. — 10
Nr^s Eggehardus abbt ernüicrot und satzt wider uff den marckt und die müntz zu Alenspach, als es dann

von kaiser Otto dem dritten da zü halten und zü brächen dem gotzhus vergunst und verlyhen und doch durch
sumnus und nachlasse ettlicher abbt verschinen was, in gegenicirtigkait der zügen: Erhartz sines vatters, graff

ZU Nellenburg, der ritter und diener des abbtz: HeMl vogt, Maw</elot, Wolverat, aber He7iil, der diner
Burkart, aber Burckhart, Marquart, Berchtolt, Heriman, Hetti,Berchtolt,Erchenbrecht, Ruopert, 15
Lütfridi.

Anno MLXXV, rychsnande küng Hainrico der vierd. —
Cat.abb. ULRICüS DER XXXIIII. ABT, REGIERT XXXIIII JAR.

uiricus, der xxxiiii. abt, regiert xxxiiii jar; ich schätz das cliser Ulrich ain fryer herr

ru)ld VOn Lupffen gewesen Sige Und als abbt Eggehardus starb anno MLXXXVIII ward er VOll hei'tzOg 20

1088 ) • •

Welphen haissen, mit willen der münch und dienstlütten usser der Ow von der brobsty
one küngeliches erloben zü abt erweit.

(1095.) Denselben Ülricum babst Urbanus, als er zü Placentz ain concily hielt, in gegenwirtigkait bischoff

Gebhartz von Costentz wicht und confirmiert und meret im die fryhaitten des gotzhuses.

(Cas. Zu disen zitten ivas die laich zü Costentz in qrossen nötten und irrtunq, tvann Gebehardus, marggraff 25

St.Galli . ..ii

[29].) Berchtolts brüder VOn Z er in gen, ward von im Und hertzog Welphen mit gwalt, wie wol noch

bischoff Ott in leben was, zü Costentz bischoff ingesetzt, ailllO MLXXXV.

33. Als nun bischoff Ott desselben jars zü Basel in dem eilend starb und Geb-

liardllS das bistlimb mit gwalt ilin hatt, Avas darnach anno MLXXXVII der kaiser ainen brüder

4 Dessglichen doppelt in F, P, p, s, L. — 5 Daher er sich och ain margraven nampt, dann seins herkurnen von Zeringen er ain
hertzog was D. — 13 Eberhartz D. — 17 — ger. d. apptey ohngfar 17 jähr S. — ryschannande Hss.

5 Istriam.

11 Urkunde Abt Eggehards von 1075 [Nr. 95. Abdr. Zs. ORh. N. F. V, 14]. Öhem giebt
aus der langen Urkunde einen sehr dürftigen Auszug; dagegen läßt sich aus seiner AViedergabe der
Zeugen der Text des an dieser Stelle angefressenen Originals ergänzen [vergl. aber Urk.-Fälsch. 9, Note].
— 14 Über die Familie des Vogtes Hezelo vergl. die Notitia fundationis des St. Georgenklosters
[Zs. ORh. XXXVII, 338]; Hezil, ManegoU. — 17 Zu Abt Eggehards Zeit wurde der Kardinal Otto,
Legat Gregors VIL, in die Reichenauer Verbrüderung aufgenommen [libr. confr. 341].

18 Catal. abb. — 20 Eine Notiz über Wahl und Weihe dieses Abtes giebt auch Bernold,
z. T. sogar mit denselben Worten; bezüglich der Privilegien aber sagt Bernold das gerade Gegenteil: cui in
praesentia Constantiensis episcopi omnem episcopalem potestatem in clerum et populum Augiensis insulae interäixü,
quam dudum Gonstantiensi episcopo concessit. Abbas tarnen ille non multo post de illa potestate se intromisit, tinde
quaerimonia facta ab episcopo domnus papa illüm missis liüeris ab huiusmodi praesamptione Herum compeseuit.

25 Verlorene St. Galler Annalen [s. o. 96, 22], Schluß. Großenteils übereinstimmend mit
der Fortsetzung der Casus St. Galli.
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