Oheim, Gallus; Brandi, Karl [Oth.]
Quellen und Forschungen zur Geschichte der Abtei Reichenau (Band 2): Die Chronik des Gallus Öhem: mit 27 Tafeln — Heidelberg, 1893

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Erlauterungen zu den Tafeln.

Tafel III. Symbole der geistlichen Gewalt und der unmittelbaren Abhängigkeit vom römischen
Stuhle. Oben das päpstliche Wappen als Symbol des Papstes, der an den Abt das Pedum und den
Jurisdiktionsstab verleiht:

Baculum pastoralis eure tibi conceäimus,

per quem inobeäientes corrigere in äomino committimus.

Donamus tibi episcqpalis jurisdictionis forum,

in cuius sigmim hunc privüegie admittimus baculum.
Unten das Reichenauer Wappen [== Wappenbuch 1] mit Inful und dem päpstlichen Gonfalo, letzterer
offenbar als Abzeichen des Charakters eines «römischen Abts», wozu die oberen Spruchbänder gehören:

Augiensis insule darum monasterium eternaliter
sit Romanis pontifieibus immediatum feliciter.
Neben dem Reichenauer Schild ein knieender Benediktiner, dem die merkwürdigen Worte in den
Mund gelegt werden:

Stupor mundi, qui regis eedesiam,
impertire nobis Dei graciam.
Das sechste Spruchband ist leer geblieben und erst später ungeschickt beschrieben.

Tafel IV. Symbole des Reichsfürstenstandes. Oben das kaiserliche Wappen [ähnlich wie im
Grünenbergischen Wappenbuch] mit den Sprüchen:

Sisque prineeps Romani imperii,
Nec tdji dominentur advocati.
Das Reichenauer Wappen hier mit dem St. Markus-Löwen [wie in p bemerkt] als Helmzierde; er
trägt Schwert und Lehnsfahne, letztere wieder mit dem Reichenauer Kreuz; der knieende Abt bittet:

Invictissime imperator Romanorum, petimus namque protegi seeptro tuorum.
Zur Seite die Wappen der Inhaber der 4 fürstlichen Hofämter, der Grafen von Kiburg als Marschälle
[W.-B. 65, 139], der Grafen von Rapperschwil als Kämmerer [W.-B. 141], der Grafen von Rohrdorf
als Truchsessen [W.-B. 140] und der Grafen von Hohenberg als Mundschenken der Abte von Reichenau
[W.-B. 142].

Tafel 1—23. Das Wappenbuch. Die einzelnen Wappen sind faksimiliert, während die An-
ordnung der Hs- wegen der zahlreichen leeren Schilder und Dubletten aufgegeben werden mußte. Die
Farbenbezeichnung ist mit Hülfe der Buchstaben g für gold, r für rot, b für blau, s für schwarz, dann
eines einfachen Häckchens für Silber oder weiß, eines Blattes für grün wiedergegeben; diese Be-
zeichnungen finden sich schon in dem Original fast überall unter der Farbe, worauf ihre Berechtigung
beruht. Silber (weiß) ist im Original ungedeckt geblieben, Gold durch gelb ersetzt; außer blau, rot
und grün ist nur gelegentlich eine graubraune Naturfarbe angewandt; ich gebe hier die betreffenden
Wappen an, weil eine Bezeichnung auf den Tafeln nur in einem Fall angebracht ist: 59, 60 (Fische).
151 (Gesicht und Hände grauschwarz, Lippen rot). 273 (silbergrau bis braun abgetönt). 456 (Fische).

Nachzutragen bitte ich auf Nr. 41, F. 3 (unten): blau. 264 Querbalken weiß, obwohl b ein-
gezeichnet. 282 Feld gold, Berg grün. 296 Ring im untern Feld schwarz. 301 Berg rot. 344 Unter-
seite des Hutes sowie das Band und dessen obere Ausläufer rot. 345 Biber schwarz mit weißem Schwanz.
354 nur angelegt. 397 Rand nur angelegt, übrigens das ganze Feld gelb gedeckt. 444 Rot auf Weiß,
aber unter der Farbe weiß auf Blau bezeichnet. 502 Feld weiß.
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