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Dieses Gegenüber von passivem Zuschauer und aktivem Darsteller bestimmt
auch die Form der Bühne, deren monumentalste die antike Arena und deren
primitivste das Brettergerüst auf dem Marktplatz ist. Konzentrationsbedürfnis
schuf den Guckkasten, die heutige »universale« Form der Bühne. »Theater«
bezeichnet das eigentlichste Wesen der Bühne: Verstellung, Verkleidung,
Verwandlung. Zwischen Kult und Theater liegt »die Schaubühne als eine
moralische Anstalt betrachtet«, zwischen Theater und Volksfest liegen Variete
und Zirkus: die Schaubühne eine artistische Anstalt (Schema nebenstehend).
Die Frage nach dem Ursprung von Sein und Welt, ob am Anfang das Wort,
die Tat oder die Form war — ob Geist, Handlung oder Gestalt — der Sinn,
das Geschehen oder die Erscheinung — ist auch in der Welt der Bühne leben-
dig und läßt diese unterscheiden in

die Sprech- oder Tonbühne eines literarischen oder musikalischen Ge-
schehens,

die Spielbühne eines körperlich-mimischen Geschehens,
die Schaubühne eines optischen Geschehens.

Diesen Gattungen entsprechen ihre Vertreter, nämlich:

der Dichter (Schriftsteller oder Tonsetzer) als der Wort- oder Tonverdichtende,
der Schauspieler als der mittels seiner Gestalt Spielende und
der Bildgestalter als der in Form und Farbe Bildende.
 
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