zuredci, pstcgt, vsn dcm abcr dic wcnigsten auch nur
dassZotwendigste scincr Entwicklungsgcschichtc kenncn.
Die großc Anzahl von zcitgenössischen Abbildungcn,
dic dcm Luche beigcgcben sind, betrcffen zum über-
wiegcnden Tcilc porträts der Bcwohncr des Schlosics
und Darstcllungcn aus deren Ecbcn, der kleinere Tcil
bringtAnsichtcn dcsSchloffcs und seinereinzelncnTeilc.
Dcr Vcrsaffer, der sich in wobltucndcr weise von
allen Streitfragen fcrn hält, schließt mit den worten:
„Mögc das Hcidelbergcr Schloß dcm dcutschcn Volkc
„crhaltcn blciben in dcr altcn, trautcn Gcstalt, wic
„cs von Dichtcrn und Dcnkcrn bcsungen worden ist:
„windumtost, von Efcu umsponnen und von der
„grüncn wildnis dcr wäldcr umrauscht!" Er
wünscht also dic Erhaltung ciner romantischen Auine.
Ein Gcgcnbeweis gcgen die Möglichkcit dicser Art
von Erhaltung ist in dem daneben stehenden Stich
von Graimbcrg gcgeben. Dort ist dcr Haupterfolg
dcr Darstcllung in dem widcrspruch zwischcn dcr
glänzenden Aechitektur und dem üppigcn pflanzcn
wuchs zu suchcn, der aus dcn Steinflicscn dcr Treppc
quillt. lNan sehe sich dcn hcutigen Zustand an, wo
in den Auinen Zement und Eiscn in angsterrcgendcr
wcisc an dic Stelle dcs malcrischen pflanzenwuchses
gctrctc» sind und auf Schritt und Tritt den Besuchce
an dcn drohenden Verfall erinnern. Das Schloß
hat im Inncrn nicht mehr die altc, traute Gcstalt, und
kann sie nicht habcn, wenn dic Auinc erhaltcn
blciben soll.
"SielbescbicbleclesDkickwerKs erläutert an
einer großcn Anzahl muftergültiger alter Aonstruk-
tioncn. Von professoe Fricdrich Ostendoef, Folio,
mit vielen Abbildungen im Dept. Leipzig 1SHK,
Verlag von B. G. Teubner. preis 2S Mark.
Als dee Gedanke immcr mehr aufkam, ciscrnc
Dachftühle heezustcllen, und übcrhaupt das Holz als
Baustosf aus den großen monumentalcn Gcbaudcn
mehr und mchr ;u verbanncn, Speicher vollftändig
aus Stcin und Eiscn zu baucn und selbst einen Bau
wie dcn Meyer Dom mit Eiscndachstühlen ;u vcr-
schen, hat wohl manchcr gcdacht, nun sei das leyte
Stündchen dcr Zimmermannskunst nicht mehr fern,
und die wundee des Eisenbaues würdcn mit allcn
alten Ronstruktioncn in nicht langer Zeit aufräumen.
DannwürdcnausEisenwcrke gcschasfenwcrden, deren
Feuersicherheit ihnen einc unbcschrankte Dauer sichcre.
wir wissen hcute, daß cs ganz anders gekommcn
ist. Große Schadenfeuer habcn dargctan, daß eiserne
Trägcr, insbcsondcrc Gittcrträgcr und komplizicrtcrc
Rsnstruktionen in eincr Fcuersbrunst zwar nicht ver-
brennen, aber infolgc der Hitze ihre Form so ver-
andern, daß sic dazu bcitragcn, ganze Bautcn zum
Einsturz ;u bringen, die bei Hcrstellung der Stützcn
und Dccken aus Holz auch bei großcm Feuer wenigstens
tcilweise hattcn gercttct wcrden könncn. Langsam
ftiegen dic Holzkonstruktionen wiedcr im prcise.
Mehr Umstände- als sich in einer leidcr notge-
drungen kurzen Buchbesprechung erwähnen laffen,
haben dann dazu gcführt, daß auch in andcrer
Hinsicht Holzkonstruktionen sich einer ehee steigenden
als fallenden Bclicbtheit crfrcuen. Die Datsache
licgt am nächsten, daß das Holz in künstlerischer
Beziehung besscr zu verwerten ist, wie die Eisen-
konstruktion. Trstzdcm hat es langc an cinem werke
gefchlt, wclchcs die Entwickelung der wichtigsten
Holzkonstruktioncn durch die Iahrhundcrtc hindurch
crschöpfend bcarbeitcte. wohl haben dic Baukon-
struktionslehren Beispicle gegcben, abcr die Lücke,
die von vielen empfunden worden ist, die sich mit
der Herftellung oder wiederhcrstellung altcr Dach
stühle zu befassen hatten, blieb bcstehen.
Diese Lückc hat das werk des Rarlsruher
profeffors Fricdrich Oftcndorf ausgcfüllt. In einem
stattlichcn Foliobande mit ZSst 2lbbildungen hat Osten-
dorf, der als Schäfer-Schüler geradc ;u diescr Arbeit
bcsondcrs vorbcrcitet war, in wohlübcrlegtcr Folge
eine Menge von Holzkonstruktioncn verschiedener
Art beschrieben. Nicht ohne hohen Gcnuß wird dcr
Fachmann die mcisterhaft klaren Darftcllungen be-
trachten. Vlicht ohne dauernden sFuycn wird er bei
eigenen Arbcitcn den Aeichtum an ksnstruktivem
Rönnen als Vorbild verwcnden, der in diesem um-
fassenden wcrke in wort und Bild festgelegt ist.
In der Darstellung ist spstematisch verfahrcn.
Die Dachstühle sind durchweg im Oucrschnitt in der
Darstellung dcr Hauptbinder gcgcbcn, nur aus-
nahmsweise sind Längsschnitte dargestellt; weitlaussge
Ausmittelungen vollstandiger Gebäude-Dächer sind
vcrmieden, so daß dem Lesec die verschiedencn Spsteme,
vom cinfachcn Dachstuhl, bis zur reichen Ausbildung
spätgotischer Dürmc klar werden.
Von bueglichcn Bauten sind cinc großc Zahl er-
wähnt, darunter sowohl deutsche wie auslandische
Beispiele, dic für die Burgenkunde und Rcnntnis des
mittelalterlichenwehrbaues von großemIntcrcffesind.
Alles in Allem cin Luch, von dem man mit
Recht sagen kann, daß der Versuch wohl gclungen
ist, „zum erften Male dic viclfach verschicdcnen Ron-
ftruktionsartcn dcs Dachwcrkes in ihrem Zusammen-
hange zu betrachten und aus ältcren Bautraditionen
herzulciten". Man sicht es dem Material an, daß
es zum weitaus größtem Deile vom Verfasser selbst
im Laufe der Iahrc gesammelt woeden ist, und
gerade in dicsem eigcnen Miterlcbcn des Vcrfassers
liegt für dcn Leser cin großer Aeiz. Es ist von
Ostendorf cin werk gegeben, daß nicht nur bei ein-
maligem Studium unser Intercffe in hohcm Grade
beschäftigt, ssndcrn das daucrnd cinen Schay in der
Bücherei jcdes Fachmanncs bilden wird. E.
dassZotwendigste scincr Entwicklungsgcschichtc kenncn.
Die großc Anzahl von zcitgenössischen Abbildungcn,
dic dcm Luche beigcgcben sind, betrcffen zum über-
wiegcnden Tcilc porträts der Bcwohncr des Schlosics
und Darstcllungcn aus deren Ecbcn, der kleinere Tcil
bringtAnsichtcn dcsSchloffcs und seinereinzelncnTeilc.
Dcr Vcrsaffer, der sich in wobltucndcr weise von
allen Streitfragen fcrn hält, schließt mit den worten:
„Mögc das Hcidelbergcr Schloß dcm dcutschcn Volkc
„crhaltcn blciben in dcr altcn, trautcn Gcstalt, wic
„cs von Dichtcrn und Dcnkcrn bcsungen worden ist:
„windumtost, von Efcu umsponnen und von der
„grüncn wildnis dcr wäldcr umrauscht!" Er
wünscht also dic Erhaltung ciner romantischen Auine.
Ein Gcgcnbeweis gcgen die Möglichkcit dicser Art
von Erhaltung ist in dem daneben stehenden Stich
von Graimbcrg gcgeben. Dort ist dcr Haupterfolg
dcr Darstcllung in dem widcrspruch zwischcn dcr
glänzenden Aechitektur und dem üppigcn pflanzcn
wuchs zu suchcn, der aus dcn Steinflicscn dcr Treppc
quillt. lNan sehe sich dcn hcutigen Zustand an, wo
in den Auinen Zement und Eiscn in angsterrcgendcr
wcisc an dic Stelle dcs malcrischen pflanzenwuchses
gctrctc» sind und auf Schritt und Tritt den Besuchce
an dcn drohenden Verfall erinnern. Das Schloß
hat im Inncrn nicht mehr die altc, traute Gcstalt, und
kann sie nicht habcn, wenn dic Auinc erhaltcn
blciben soll.
"SielbescbicbleclesDkickwerKs erläutert an
einer großcn Anzahl muftergültiger alter Aonstruk-
tioncn. Von professoe Fricdrich Ostendoef, Folio,
mit vielen Abbildungen im Dept. Leipzig 1SHK,
Verlag von B. G. Teubner. preis 2S Mark.
Als dee Gedanke immcr mehr aufkam, ciscrnc
Dachftühle heezustcllen, und übcrhaupt das Holz als
Baustosf aus den großen monumentalcn Gcbaudcn
mehr und mchr ;u verbanncn, Speicher vollftändig
aus Stcin und Eiscn zu baucn und selbst einen Bau
wie dcn Meyer Dom mit Eiscndachstühlen ;u vcr-
schen, hat wohl manchcr gcdacht, nun sei das leyte
Stündchen dcr Zimmermannskunst nicht mehr fern,
und die wundee des Eisenbaues würdcn mit allcn
alten Ronstruktioncn in nicht langer Zeit aufräumen.
DannwürdcnausEisenwcrke gcschasfenwcrden, deren
Feuersicherheit ihnen einc unbcschrankte Dauer sichcre.
wir wissen hcute, daß cs ganz anders gekommcn
ist. Große Schadenfeuer habcn dargctan, daß eiserne
Trägcr, insbcsondcrc Gittcrträgcr und komplizicrtcrc
Rsnstruktionen in eincr Fcuersbrunst zwar nicht ver-
brennen, aber infolgc der Hitze ihre Form so ver-
andern, daß sic dazu bcitragcn, ganze Bautcn zum
Einsturz ;u bringen, die bei Hcrstellung der Stützcn
und Dccken aus Holz auch bei großcm Feuer wenigstens
tcilweise hattcn gercttct wcrden könncn. Langsam
ftiegen dic Holzkonstruktionen wiedcr im prcise.
Mehr Umstände- als sich in einer leidcr notge-
drungen kurzen Buchbesprechung erwähnen laffen,
haben dann dazu gcführt, daß auch in andcrer
Hinsicht Holzkonstruktionen sich einer ehee steigenden
als fallenden Bclicbtheit crfrcuen. Die Datsache
licgt am nächsten, daß das Holz in künstlerischer
Beziehung besscr zu verwerten ist, wie die Eisen-
konstruktion. Trstzdcm hat es langc an cinem werke
gefchlt, wclchcs die Entwickelung der wichtigsten
Holzkonstruktioncn durch die Iahrhundcrtc hindurch
crschöpfend bcarbeitcte. wohl haben dic Baukon-
struktionslehren Beispicle gegcben, abcr die Lücke,
die von vielen empfunden worden ist, die sich mit
der Herftellung oder wiederhcrstellung altcr Dach
stühle zu befassen hatten, blieb bcstehen.
Diese Lückc hat das werk des Rarlsruher
profeffors Fricdrich Oftcndorf ausgcfüllt. In einem
stattlichcn Foliobande mit ZSst 2lbbildungen hat Osten-
dorf, der als Schäfer-Schüler geradc ;u diescr Arbeit
bcsondcrs vorbcrcitet war, in wohlübcrlegtcr Folge
eine Menge von Holzkonstruktioncn verschiedener
Art beschrieben. Nicht ohne hohen Gcnuß wird dcr
Fachmann die mcisterhaft klaren Darftcllungen be-
trachten. Vlicht ohne dauernden sFuycn wird er bei
eigenen Arbcitcn den Aeichtum an ksnstruktivem
Rönnen als Vorbild verwcnden, der in diesem um-
fassenden wcrke in wort und Bild festgelegt ist.
In der Darstellung ist spstematisch verfahrcn.
Die Dachstühle sind durchweg im Oucrschnitt in der
Darstellung dcr Hauptbinder gcgcbcn, nur aus-
nahmsweise sind Längsschnitte dargestellt; weitlaussge
Ausmittelungen vollstandiger Gebäude-Dächer sind
vcrmieden, so daß dem Lesec die verschiedencn Spsteme,
vom cinfachcn Dachstuhl, bis zur reichen Ausbildung
spätgotischer Dürmc klar werden.
Von bueglichcn Bauten sind cinc großc Zahl er-
wähnt, darunter sowohl deutsche wie auslandische
Beispiele, dic für die Burgenkunde und Rcnntnis des
mittelalterlichenwehrbaues von großemIntcrcffesind.
Alles in Allem cin Luch, von dem man mit
Recht sagen kann, daß der Versuch wohl gclungen
ist, „zum erften Male dic viclfach verschicdcnen Ron-
ftruktionsartcn dcs Dachwcrkes in ihrem Zusammen-
hange zu betrachten und aus ältcren Bautraditionen
herzulciten". Man sicht es dem Material an, daß
es zum weitaus größtem Deile vom Verfasser selbst
im Laufe der Iahrc gesammelt woeden ist, und
gerade in dicsem eigcnen Miterlcbcn des Vcrfassers
liegt für dcn Leser cin großer Aeiz. Es ist von
Ostendorf cin werk gegeben, daß nicht nur bei ein-
maligem Studium unser Intercffe in hohcm Grade
beschäftigt, ssndcrn das daucrnd cinen Schay in der
Bücherei jcdes Fachmanncs bilden wird. E.


