Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Hrsg.]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 11.1909-1910(1910)

Seite: 22
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und der sorgfältigst ausgcfüdrcen Rctten, Ringe und mit Wappcn vcrsehencn Rlein-
odien des dargestellcen Edelfraulcins beinerkcnsrvert. Der 'Naler des Vildcs ist unbe-
kannt. In deinsclben ^auinc wird die 1827 gefercigcc Ropie einer „Landkarte von
Äarcnstein" voin Iahre 168- aufbewahrc, welche inceressance Ansichcen von Lauenstein,
Alcenbcrg, Geifing und der bei Barenstein gelcgcnen Ncühlcn aus der Vogelperspekrive zeigc.

Das Gchloß besitzt ferner ein die früheren und jctzigen Befiyer betreffendes
Archiv. Dassclbc enchälc einc große Anzahl wercvoller Nrkunden, die ;uin Teil bis in die
Zeicen des 15. Iahrhundcrcs zurückgreifcn. Unccr dicsen beanspruchen die aus den Zeicen
der Her;öge Gcorgs des Bärcigcn, «Zeinrichs des Lroininen und des Rurfürsten Moritz
von Gachscn staininenden Dokuinencc besonderen ävert. —

Gpeckle s Entwurfszeichnung für die Verteidigungswerke
an der Burg ^errenstein im Elsaß.

, Von peof. F. tVolff, Ronservator im Elsaß.

dic Bearbeitung der Burgen Lnr wasgau Lin elsässischen Burgen-
lexikon"j stand das reichc Nkarerial des kaiserlichen Denkmal-Archivs in
Gcraßburg ;ur v>erfügung und nrchr denn 10S Blacc Zeichnungen, die bis
>. in das 17. Iahrhunderc ;urückrcichen, konnren bcnutzc werdcn. Auch Ln den

Landes- und städcischcn Archiven sind verein;elt Zeichnungen und kleine >Zand-
ski;;cn der Burgcn und Gchlösscr ;u findcn. Der bei wcitenr größte Teil dieser Zeichnungen
kenn;eichnec nur die Lage dcr bccreffcndcn Burg; andere geben den Grurrdriß derselben in den
verschiedcncn Höhenlagen Lrr der Darstellung des in den vorigen Iahrhundercen beliebcen
Rlappensysrenrs wieder. Ge;eichnece Gchaubildcr sind seltener ;rr finden urrd inr allge-
nreinen nichc ;uverlässig; an ihnen hafcen Rörrnen und (Lharakcer des Zeichners. Die
nachfolgend wiedergegebene Zeichnung skanrnrc aus dcnr Gcadcarchiv ;u Scraßburg und
gehörc ;u einenr Gurachtcn, daß Gpeckle übcr die äAeuanlage vorr verceidigungswerken
an der Burg Herrcnstein Lnr Elsaß ausgearbcitec hac.

Die Burgruinc Herrenstein licgt auf einenr -02 ru hohen Berge, Glashalde genannc,
oberhalb ^Aeuweiler bei Zabern Lnr Uncer-Elsaß. Die E>urg wurde vcrinurlich ;unr Schutzc
der Abcei äAeuweiler erbauc. Ihr Ursprung soll bis ins 10. Iahrhunderc ;urückgehen, wo
die Grafen von Dagsburg sic als Echcn der Bischöfe von Urctz besessen haben sollen.
1205 ward sre durch die Gräfin Hedwig restauricrc und war inr erstcn Viercel des 12. Iahr-
hundercs Gegcnstand anhalcender Ränrpfe ;wischen 1?olinar, denr Gohne des Grafen
volnrar IV. von Ukctz-Dagsburg (»Züneburgj, und denr Grafen Pecer vorr Lützelburg.
Ectztcrer schenkcc sie 1126 denr Rloster Gc. Gcorgen inr Gchwar;wald. Die 2Zurg nruß
bald in den Bcsitz dcr Dagsburger ;urückgekchrc scin; 1224 wird sie von Gercrude vorr
Dagsburg, der IVicwe »Zer;og Thiebaucs I. von Lochringen bcwohnc. 2Aach Aussterben
dcr Dagsburger (1225) ficl sic nric dcr «Zerrschafc ^errenstein an das Euötunr Uketz ;urück,
in dcssen Besitz dic Vasallcn rasch und ofc wechsclten: Graf von Zweibrückcn-Bicsch (1Z82),

*) Elsässischcs Buegenlexikon von prof. F. wolff, Ronscrvatsr der cteschlchtlichcn Dcnkmäler IM
Elsaß. Straßburg ISöS, Ludslf Beust.
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