Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Hrsg.]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 2.1900-1901

Seite: 26
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Schild iricht gedeckte rechte Geite den Geschosseir der ^ertheidiger auf der Mauer preisgebeir mußte.
Vrach dem Tode Ruthards erbaute Gerold I., der Bruder voir Rarls des Großeir dritter Gattiir
Hildegard, der schöireir Gchwabiir, dereir Wiege auf denr 757 m hoheir Busseir bei Uirlirrgeir iir Gber-
schwabeir starrd, diese Burg seiirem Sohire Gerold II. zu seiirem Wohnsitz. von denr Erbauer giebt
uns auch eine Wappentafel Runde, die sich auf der Burg befindet und deren Inschrift lautet:

Abb. i.

Hohenn Gerolt-seck inich bavwen liesz*)

Von Ehrn reich Herr Geroldt hiesz
Dem groszen Reiszer Rarlo werdt,

In vil riterlichen Thate bewert
wardt avch Marrgroff in Oesterreich,

In Schwoben Hertzog zvgleich,

Avch Groff zv Lvssen sich genandt,

Den Vkainen tragen in folchein Standt,

Doher sein nochgeboren Gfchlecht
Disz Ehrnnwoppen sieret rechr.

Der Erbauer der Burg Hoheugeroldseck war denmach keiu Geriugerer als jeuer Getreue Gerold, vou
welchem Raiser Rarl der Große sagte, daß er „der Liebste uucer seineu Manuen" geweseu sei, uud
der auch unter deiu ^iaineu „Rarls Banuertrager" bekauut ist uud mit dein „Grafeu der avarischeu
Mark", Gerold, ideutisch war. Er war auf Befehl ^ipius, des Sohues Rarls des Großen, inic
seiuen beideu Uuterbefehlshaberu, deiu fraukischeu Markgrafen vou ^riaul, Erich, und dein ^erzog des

*) Die zweite Silbe des lVortes bavwen (wen) sowie das wort liesz sind von der steinernen wappentasel weggeschlagen
worden, und wnrden mit schwarzer Farbe durch die 5ilbe te ergänzt, wie denn auch die Iahreszahl 800 mit schwarzer Farbe auf
diese Steinplatte aufgetragen worden ist, was man sehr bedauern muß, denn einmal wird durch die Eorrektur „hohenn Gerolt-seck
mich „bavte^" der Reim vollständig entstellt, und dann dürfte das Iahr 800 als Iahr der Lrbauung nicht ganz der wahrschein-
lichkeit entsprechen, wie denn überhaupt Alles, was die Lhroniken über den muthmaßlichen Lrbauer der alten Burg Geroldseck
melden, mit großer vorsicht auszunehmen, und in das Gebiet der Sage zu verweisen ist.
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