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in seiner jetzigen Form ein mächtiger Ziegelturm aus dem 14. Jahrhundert. Dieser hat jedoch ältere Vorgänger
aus Sandstein gehabt. Der imponierende, in unseren Tagen etwas „überrestaurierte" Turm wurde nach den
damaligen Verhältnissen als Wohnung des königlichen Statthalters bald stattlich eingerichtet. In einer Entfernung
von 4 in war er von einer quadratischen Mauer umgeben. Rings um diese erhob sich eine auf alten Bildern noch
ersichtliche, etwas spätere Ringmauer mit vielen Türmen und Erkern.
Aber der Kernturm, der Bergfried, wie er in Deutschland, in Skandinavien Barfred, genannt wurde, brauchte
nicht mitten in einer Anlage zu stehen. Gleich dem Turm des Schachspiels konnte er bald dahin, bald dorthin verlegt
werden, wo er am nötigsten war. In dem früher norwegischen Ragnildsholm im Götaälv, 1250 von König Haakon
Haakonsson gegründet, war der „Barfred" sogar an einer Außenseite der Ringmauer errichtet. Die Burg, die in den
ten. Auch finden wir die
Trümmer eines an der
Westseite gelegenen,
von zwei Türmen um-
gebenen Palatium,das
aus derselben Zeit
stammt.
Das ebenfalls dem
13. Jahrhundert ange-
hörigeOrebro-Haus,
das später wie das
obengenannte in ein
stattliches Renaissance-
schloß verwandelt wur-
de — jedoch in restau-
rierter Form bis in un-
sere Tage bewahrt —
w ar sorgfältig ausFeld-
steinen errichtet und
nicht nur dem Grund-
riß, sondern auch dem
Mauerwerk nach regel-
mäßiger. In der süd-
westlichen Ecke lag der
30 m hohe Bergfried
mit seinem Aufgang
von der Ringmauer.
An diesem Turm legte
man im 14. Jahrhun-
dert ein durch unsere
Urkunden bekannten
dreistöckigen Saalbau
aus Granit. Das heu-
tige Schloß mit seinen
Rundtürmen stammt
teils aus dem 16. bis
18. Jahrhundert, teils
aus einer Restaurie-
rung, die vor 35 Jahren vorgenommen wurde, aber der Kern, die Mauern sind die alten.
Eine ähnliche Entwicklung hat das ebenfalls erhaltene WästerLs-Schloß durchgemacht. Auch dieses ist
ursprünglich von Bergfried und Ringmauer ausgegangen und später von Gustav Wasa und seinen Söhnen über-
nommen worden. Nach einem Brande 1736 von Karl HLrleman teilweise umgebaut, hat es neuerdings wenigstens
etwas von seinem alten, ernsten Charakter wiederbekommen. Das älteste Gebäude des Stockholmer Schlosses
war das früher besprochene Kastell. Um diesen soll ein kleinerer Burghof entstanden und dortselbst ein Palatium,
das sogenannte Adelshaus, sowie ein Treppenturm errichtet worden sein. Der Turm vermittelte die Verbindung
der tiefer liegenden, weit ausgedehnten Borburg mit ihrer Ringmauer und ihren Ecktürmen. Alles dies soll Birger
Jarl, der Reichsverweser (gest. 1266), nach der Ansicht des Forschers Martin Olsson ausgeführt haben. Wahrscheinlich
aber bedurfte die Ausführung des gewaltigen Baues geraume Zeit und dauerte ganz sicher weit bis ins 14. und
15. Jahrhundert, wo ein östlicher Hof hinzukam und die feste Mauer gegen den Fluß Norrström ihre gewaltige Breite
erhielt. Wiederholt, auch bis ins 16. und 17. Jahrhundert, wurden in den Burghöfen neue Flügelgebäude errichtet.
achtziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts
ausgegraben wurde,
hatte frühzeitig ihre
Bedeutung verloren
und wurde 1308nieder-
gerissen, als die große
Ringmauerburg Bo-
hus in der Nähe an-
gelegt wurde. Natür-
licherund gewöhnlicher
war es, den Bergfried
in eine Ecke einer regel-
mäßigen Anlage zu stel-
len. Die königlichen
Schlösser zu Nykö-
ping, Örebro und
WästerLs geben ty-
pische schwedische Bei-
spiele einer derartigen
Verlegung. Das jetzt in
Ruinen liegende Ny-
köping-Haus zeigt
deutlich seinen Kern-
turm in der nordöst-
lichen Ecke der annä-
hernd rechtwinkeligen
Ringmauer. Durch den
Unterteil des Turmes
führt ein zylindrisches
Loch zum Berggrunde
hinab, als Gefängnis-
höhle bekannt, in der
die Herzöge Erik und
Waldemar, die Brüder
AölNA im
Jahre 1318 den^Hun- Abb. 5. Schloß Upsala. Restaurierter Saal,
gertod erleiden muß-
in seiner jetzigen Form ein mächtiger Ziegelturm aus dem 14. Jahrhundert. Dieser hat jedoch ältere Vorgänger
aus Sandstein gehabt. Der imponierende, in unseren Tagen etwas „überrestaurierte" Turm wurde nach den
damaligen Verhältnissen als Wohnung des königlichen Statthalters bald stattlich eingerichtet. In einer Entfernung
von 4 in war er von einer quadratischen Mauer umgeben. Rings um diese erhob sich eine auf alten Bildern noch
ersichtliche, etwas spätere Ringmauer mit vielen Türmen und Erkern.
Aber der Kernturm, der Bergfried, wie er in Deutschland, in Skandinavien Barfred, genannt wurde, brauchte
nicht mitten in einer Anlage zu stehen. Gleich dem Turm des Schachspiels konnte er bald dahin, bald dorthin verlegt
werden, wo er am nötigsten war. In dem früher norwegischen Ragnildsholm im Götaälv, 1250 von König Haakon
Haakonsson gegründet, war der „Barfred" sogar an einer Außenseite der Ringmauer errichtet. Die Burg, die in den
ten. Auch finden wir die
Trümmer eines an der
Westseite gelegenen,
von zwei Türmen um-
gebenen Palatium,das
aus derselben Zeit
stammt.
Das ebenfalls dem
13. Jahrhundert ange-
hörigeOrebro-Haus,
das später wie das
obengenannte in ein
stattliches Renaissance-
schloß verwandelt wur-
de — jedoch in restau-
rierter Form bis in un-
sere Tage bewahrt —
w ar sorgfältig ausFeld-
steinen errichtet und
nicht nur dem Grund-
riß, sondern auch dem
Mauerwerk nach regel-
mäßiger. In der süd-
westlichen Ecke lag der
30 m hohe Bergfried
mit seinem Aufgang
von der Ringmauer.
An diesem Turm legte
man im 14. Jahrhun-
dert ein durch unsere
Urkunden bekannten
dreistöckigen Saalbau
aus Granit. Das heu-
tige Schloß mit seinen
Rundtürmen stammt
teils aus dem 16. bis
18. Jahrhundert, teils
aus einer Restaurie-
rung, die vor 35 Jahren vorgenommen wurde, aber der Kern, die Mauern sind die alten.
Eine ähnliche Entwicklung hat das ebenfalls erhaltene WästerLs-Schloß durchgemacht. Auch dieses ist
ursprünglich von Bergfried und Ringmauer ausgegangen und später von Gustav Wasa und seinen Söhnen über-
nommen worden. Nach einem Brande 1736 von Karl HLrleman teilweise umgebaut, hat es neuerdings wenigstens
etwas von seinem alten, ernsten Charakter wiederbekommen. Das älteste Gebäude des Stockholmer Schlosses
war das früher besprochene Kastell. Um diesen soll ein kleinerer Burghof entstanden und dortselbst ein Palatium,
das sogenannte Adelshaus, sowie ein Treppenturm errichtet worden sein. Der Turm vermittelte die Verbindung
der tiefer liegenden, weit ausgedehnten Borburg mit ihrer Ringmauer und ihren Ecktürmen. Alles dies soll Birger
Jarl, der Reichsverweser (gest. 1266), nach der Ansicht des Forschers Martin Olsson ausgeführt haben. Wahrscheinlich
aber bedurfte die Ausführung des gewaltigen Baues geraume Zeit und dauerte ganz sicher weit bis ins 14. und
15. Jahrhundert, wo ein östlicher Hof hinzukam und die feste Mauer gegen den Fluß Norrström ihre gewaltige Breite
erhielt. Wiederholt, auch bis ins 16. und 17. Jahrhundert, wurden in den Burghöfen neue Flügelgebäude errichtet.
achtziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts
ausgegraben wurde,
hatte frühzeitig ihre
Bedeutung verloren
und wurde 1308nieder-
gerissen, als die große
Ringmauerburg Bo-
hus in der Nähe an-
gelegt wurde. Natür-
licherund gewöhnlicher
war es, den Bergfried
in eine Ecke einer regel-
mäßigen Anlage zu stel-
len. Die königlichen
Schlösser zu Nykö-
ping, Örebro und
WästerLs geben ty-
pische schwedische Bei-
spiele einer derartigen
Verlegung. Das jetzt in
Ruinen liegende Ny-
köping-Haus zeigt
deutlich seinen Kern-
turm in der nordöst-
lichen Ecke der annä-
hernd rechtwinkeligen
Ringmauer. Durch den
Unterteil des Turmes
führt ein zylindrisches
Loch zum Berggrunde
hinab, als Gefängnis-
höhle bekannt, in der
die Herzöge Erik und
Waldemar, die Brüder
AölNA im
Jahre 1318 den^Hun- Abb. 5. Schloß Upsala. Restaurierter Saal,
gertod erleiden muß-


