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Zum vierzigjährigen Bestehen der Vereinigung.
Am 17. März versammelten sich die Mitglieder und Freunde der Bereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen
im Hotel Esplanade in Berlin zu einer schlichten Feier aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der Bereinigung.
Der große Kreis alter und neuer Mitglieder zeugte für die starke Anziehungskraft der gemeinsamen Ideale,
die in der Liebe zu den deutschen Burgen und in einer stetigen Arbeit für die Pflege, Erforschung und Erhaltung
derselben ihren Ausdruck findet.
Im Februar 1899 erfolgte die Gründung der Bereinigung und zugleich der Erwerb der damals völlig ver-
nachlässigten Marksburg. Sofort schloß sich die Herausgabe der Zeitschrift für Wehrbau, Wohnbau und Städtebau
„Der Burgwart" an, der also 1939 im 40. Jahrgang erscheint.
Unermüdlich wurden durch Vorträge und Burgenfahrten, Aufsätze und durch die Öffnung der Marksburg,
als Vorbild einer ernsten Wiederherstellungsarbeit, ungezählte Tausende von Besuchern für ein tiefergehendes Ver-
ständnis der Burgen und Burgruinen und ihrer großen vaterländischen erzieherischen Bedeutung für das deutsche Volk
geworben.
Weder Weltkrieg noch Revolution hat diese Arbeiten unterbrochen und auch das Dritte Reich hat die vorher nie
so stark zum Ausdruck gekommene Liebe zu den Burgen in ungezählten Wiederherstellungen und Wiederbenutzung
unserer Burgen bewiesen.
Diesen Geist und dieses Verständnis erweckt zu haben, darf sich wohl die Vereinigung zur Erhaltung deut-
scher Burgen rühmen.
Die Festsitzung am 17. März fand statt unter dem Vorsitz des Schirmherrn Prinzen Oskar von Preußen und in
Anwesenheit zahlreicher Mitglieder. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Ansprachen und Begrüßungen durch Ver-
treter der Reichsministerien, des Senats der freien Hansestadt Bremen und verschiedener Körperschaften. Es sprachen
Herr Ministerialdirigent Hiecke, der als Vertreter des Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Iw. Rust
und als preußischer Landeskonservator die Arbeiten der Bereinigung und ihres Begründers Professor Bodo Ebhardt
eingehend schilderte und dankbar anerkannte. Ministerialdirigent Hiecke sprach weiter die Hoffnung aus, daß die
Burgenvereinigung Dank der Bemühungen des Architekten Fritz Ebhardt, Grunewald, auch in späteren Jahren
erfolgreich wirken möge.
Ihm folgte im Aufträge des Herrn Reichsministers des Innern vr. Frick und des Reichsführers SS Himmler,
Herr Ministerialdirigent Bracht aus dem Ministerium des Inneren, auf dessen Veranlassung die Bereinigung zur
Erhaltung deutscher Burgen in langer Arbeit eine große Burgen- und Schloßkartei zur Erhöhung der Feuersicherheit
aufstellte und viele Tausende von Merkblättern zum Schutze Deutscher Burgen und Schlösser herausgab.
Es folgte der Führer des Reichsverbandes Deutscher Jugendherbergen (Abteilung H in der R.J.F.) Herr Ober-
gebietsführer Rodatz, der in Anerkennung der Leistungen des Vorsitzenden Professor Bodo Ebhardt demselben mit
Dankeswortcn die goldene Nadel des Reichsverbandes Deutscher Jugendherbergen überreichte.
Herr Burghauptmann vr. v. d. Gabelentz dankte sodann namens des Vorstandes und der Bereinigung zur
Erhaltung deutscher Burgen dem Vorsitzenden für seine 40jährige Tätigkeit.
Der Vertreter des Senats der freien Hansestadt Bremen, Herr Senator Vagts, überreichte mit begeisterten
Worten namens des Senats dem Vorsitzenden die große Silberne Senatsmedaille seiner Vaterstadt.
Bei dem anschließenden Essen sprach Geheimrat Professor Paul Clemen, Bonn, auf den Vorsitzenden. Dieser
brachte dann seinen Dank für die zahlreichen Ehrungen dar und bat um weitere Opferfreudigkeit und Treue
für die Arbeiten der Bereinigung. Er dankte auch für die Mitarbeit und die unermüdliche Tätigkeit seines Sohnes
zu Gunsten der Bereinigung und vieler Burgenbesitzer in: Reich. Der große Kreis der Mitglieder und Freunde blieb
noch lange zusammen.
Am 16. März 1939, dem Tage vor dem Fest, tagte der Vorstand der Vereinigung zur Erhaltung deutscher
Burgen und beschloß, die Jahresversammlung 1939 im September auf der Marksburg abzuhalten. Den zahl-
reichen Mitgliedern, die sich zur Hauptversammlung angemeldet hatten, mußte leider des Kriegsausbruchs halber
abgesagt werden.
Die diesjährige Burgenfahrt durch den Sudetengau fand wieder unter der Leitung des Geheimrats Professor
Bodo Ebhardt vom 13. bis 19. Juni statt. Die Bereinigungsmitglieder wurden von den dortigen Deutschen begeistert
begrüßt. Die Fahrt war ein voller Erfolg.
-i-
Am 6. Dezember 1939 schickte die Vereinigung Herrn Generalfeldmarschall von Mackensen,
Falkenwalde bei Stettin folgende Depesche: „Euerer Exzellenz bringen wir zum 90. Geburtstage
verehrungsvollste Glückwünsche dar. Stolz, Sie zu unseren Mitgliedern zählen zu dürfen, streben
wir in dero Sinne für den vaterländischen und heldischen Geist unseres Volkes zu wirken.
Burgenvereinigung. Prof. Bodo Ebhardt.
 
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