Caetani Lovatelli, Ersilia
Antike Denkmäler und Gebräuche — Leipzig, 1896

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gegengesetzte Bewegung auszuführen scheint. Dieser
Ansicht kann ein eigenthümliches Mithrasdenkmal zur
Stütze dienen, auf dem die beiden allegorischen Fackeln
in der bekannten Stellung durch die Aequinoctial-
zeichen verbunden sind.

Wir wissen, dass die orientalischen Götterlehren
dem Mithras seinen Platz stets zwischen den Aequi-
noctien anwiesen, sodass ihren Vorschriften völlig Ge-
nüge gethan war, wenn man die Figur mit der um-
gestürzten Fackel zu seiner Rechten, die mit der
erhobenen zu seiner Linken stellte. Die Figuren
konnten ausserdem die Vorstellungen von Tag und

Nacht, Licht und Finsterniss, Leben und Tod versinn-
bildlichen und zugleich die Eingeweihten daran er-
innern, dass Mithras, der König der Lebenden und
Vermittler zwischen Ormuzd und dem Menschen, durch
Verleihung von Licht und Wärme an die Erde den
Wechsel der Monde und zugleich die Geburt und den
Tod alles pflanzlichen, thierischen und menschlichen
Lebens regele. Montfaucon wollte in den beiden
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