Adolph E. Cahn <Frankfurt, Main> [Editor]
Katalog der Sammlung des Herrn Regierungsrats Rudolf Ritter v. Höfken-Hattingsheim, Wien: Münzen des deutschen Mittelalters, vor allem Brakteaten der deutschen Kaiser und Könige, süddeutsche und österreichische Pfennige, sowie böhmische Brakteaten ; Versteigerung am 5. November 1913 und folgende Tage (Katalog Nr. 36) — Frankfurt a. M., 1913

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Vorwort.

Herr Regierungsrat Rudolf Ritter v. Höfken-Hattingsheim,
der bekannte Herausgeber des „Archivs für Brakteatenkunde", hat mir den
ehrenvollen Auftrag erteilt, den auf den folgenden Blättern verzeichneten Teil
seiner Münzsammlung zu katalogisieren und zu versteigern. Bereits vor
zehn Jahren, im Juni 1903, habe ich, damals auf Wunsch des Besitzers
ohne seinen Namen zu nennen, einen grossen Teil seiner Brakteatensammlung
zur Versteigerung gebracht, zusammen mit mittelalterlichen Münzen aus
dem Nachlasse Hermann Dannenbergs. Da der Katalog dieser Auktion
wohl in den Händen aller Interessenten ist, werden dieselben nun einen
Ueberblick über den Gesamtbestand der v. Höfkenschen Sammlung erhalten.
Die jetzt zur Versteigerung gelangende Abteilung enthält vor allem die
Gepräge der deutschen Kaiser und Könige. Den Grundstock
bildete die alte Sammlung Cappes, die diesem einst als Material für sein
Werk über „Die Münzen der deutschen Kaiser und Könige des Mittelalters"
(Dresden 1848— 1857) gedient hat und nach seinem Tode in den Besitz
v. Höfkens überging. Die auf den Tafeln dieses Werkes abgebildeten Stücke,
darunter manche Unica, sind vielfach mit den hier beschriebenen identisch.
Bei näherer Vergleichung derselben ergibt sich, dass dem viel geschmähten
Cappe doch manche Vorwürfe zu Unrecht gemacht worden sind.

Bei der Bearbeitung des Kataloges war es mein Bestreben, der
wissenschaftlichen Bedeutung der Sammlung und ihres um die Förderung
der mittelalterlichen Münzkunde hoch verdienten Besitzers möglichst gerecht
zu werden. Wo es anging, ist sein „Archiv" zitiert worden, das stets für
alle Arbeiten auf diesem Gebiete eine unerschöpfliche Fundgrube bleiben
wird. In vielen Fällen, in denen über die Bestimmung und chronologische
Einreihung einzelner Stücke Zweifel obwalteten, hatte Herr Dr. H. B u c h e n a u,
Konservator am königlichen Münzkabinett in München, die Güte, mir mit
seiner bewährten Kenntnis, besonders der schwer zu ordnenden süddeutschen
Pfennige, auszuhelfen, wofür ich ihm an dieser Stelle meinen aufrichtigen
Dank aussprechen möchte. Viele Bestimmungen, sowohl in der hessischen-
wie in der bayrisch-österreichichen Serie rühren von ihm her.

Die Anordnung dieses Kataloges ist selbstverständlich die geographisch-
historische. Ein genaues alphabetisches Register erleichtert die Benützung.
Die grossen Seltenheiten der Sammlung sind in der Literatur bereits genügend
gewürdigt worden und allen Forschen bekannt, weshalb es sich auch erübrigt,
die Interessenten hier nochmals auf dieselben besonders hinzuweisen.

Dr. Julius Cahn.
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