Adolph E. Cahn <Frankfurt, Main> [Editor]
Sammlung eines Numismatikers in Kleinasien: antike Münzen, Münzen der Byzantiner, der Barbaren und Völkerwanderungszeit ; Versteigerung: Montag, 2. Juli 1928 und folgende Tage (Katalog Nr. 60) — Frankfurt a. M., 1928

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D ie in diesem Katalog beschriebenen antikenMünzen wurden
in einer über dreißigjährigen Sammlertätigkeit von einem Numismatiker zu-
sammengebracht, der in Kleinasien seinen Wohnsitz hat und der sowohl in
seiner Heimat wie auf ausgedehnten Reisen durch ganz Europa Gelegenheit
hatte, seine Sammlung auszubauen. Hierbei leitete ihn nicht nur seine Be-
wunderung der antiken Kunst, sondern vor allem auch sein wissenschaft-
liches Interesse an der Geschichte von Hellas und Rom. So übertrifft seine
Sammlung an wissenschaftlichem Wert wohl alle in den letzten Jahren
auf den Markt gekommenen. Ganz besonders gilt dies für die reichhaltige
Serie von Prägungen griechischer und kleinasiatischer Städte aus der
römischen Kaiserzeit, die, bisher leider vielfach vernachlässigt, eine uner-
schöpfliche Fundgrube für die Kenntnis antiker Mythologie und Kultur dar-
stellen. Der Katalog enthält eine große Anzahl bisher völlig unbekannter
Münzen dieser Art, die der Besitzer aus den Funden an Ort und Stelle mit
Kennerschaft auswählen konnte. Sie zeichnen sich meist durch gute Er-
haltung von dem Durchschnitt dieser sonst fast immer in schlechten Exem-
plaren vorkommenden Bronzen aus. Auch in der Abteilung der Barbaren-
prägungen und der Münzen aus der Völkerwanderungszeit bringt
die Sammlung wesentlich Neues, so die Funde früher sarmatischer und
gotischer Nachbildungen von römischen Münzen.

Der Katalog sucht durch genaue Bearbeitung der einzelnen Stücke
und Heranziehung auch der neuesten Literatur der wissenschaftlichen Be-
deutung der Sammlung gerecht zu werden. Leider mußten, da nur sehr
kurze Zeit für die Bearbeitung zur Verfügung stand und der Umfang des
Kataloges nicht zu sehr anwachsen durfte, viele an sich einer näheren Be-
schreibung würdigen Stücke in Lots vereinigt werden; auch konnten nur
die besten und interessantesten auf den Tafeln zur Abbildung gelangen.

So darf wohl mit Recht gesagt werden, daß sich für Sammler und
Museen hier eine seltene Gelegenheit bietet, ihre Bestände durch Stücke
von hervorragendem Interesse zu vermehren.

A. E. C.
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