Charis.
unterbattungsblatt.
fur
Leben und Literaturz Poeſie und Kunſß.
Revakteur und Herausgeber: ör. K. Sreiherr v. Erlach.
— ö —
—— —
Dieſes Blatt erſcheint
ie den Mittwoch und
Sonnabend, und kann ö
ein Abonnement mit 1 fl. 30 kr. vierteliabrig auf daſſelbe röffnet werden.
N 6
Mannheim, den 21. Arm, 1821.
—
Die Dich ter
des rten und lon Jahrhunderts.
2—.———.——
0 ö
E per u che
cven 3. V. Andreä. 1619.)
I. Wer ſich demuͤthiget vor Gott,
Der Menſch gewiß auch Gaben hat.
Nichts Eitelers als eigne Ehr';
Der Stolze iſt gewiß auch leer.
2. Wer weiſe zaͤhmet ſeinen Mund,/
Dem Menſchen iſt ſein Herz geſund.
Nichts ſchnoͤder als Wort ohne That;
Geſchwaͤtz iſt der Thorheit Verrath.
3. Wer ſich verlobt zu Gottes Dienſt,
Der Menſch hat immer was er wuͤnſcht.
Nichts Aerm'res als der Welt ſeyn hold;
Undank und Schande iſt ihr Sold.
4. Wer ſich vergnuͤgt mit ſeinen Gaben,
Der Menſch muß viele Gaben haben.
Nichts Schreienders als leere Töpf;
Suchen ohn' Zweck macht Schwindelkdpf.
I.
2.
3˙
(35
Speruͤcch e
(von F. v. Schlegel. 1807.3
Fern von Eitelkeit und innerm Trug
Nahe dich mit Andacht jedem Buch,
Wo des Herzens ſtille Wahrheitskraft
Neu die Welt der Liebe ſich erſchafft.
Betend wie am Altar Gaͤttes Licht,
So vernimm das heilige Gedicht,
Wo des Lebens ſchmerzlich ſchoͤnes Spiel ö
Dich zurüͤckſenkt in das ewige Gefuͤhl.
Nur der Sehnſucht fließt der Schoͤnheit Quell,
Rur der Demuth ſcheint die Wahrheit hell.
Ehre iſt des Mannes Herz/
Demuth fuͤhrt uns himmelwaͤrts,
Strenge, die ſich ſelbſt bezwingt-
Schafft im Leben, was gelingt;
Treu' umfaßt ſie alle drei,
Liebꝰ und Frieden noch dabei.
Geiſtlich wird umſonſt genannt /
Wer nicht Geiſtes Licht erkannt;
Wiſſen iſt des Glaubens Stern/ —
Andacht alles Wiſſens Kern.
unterbattungsblatt.
fur
Leben und Literaturz Poeſie und Kunſß.
Revakteur und Herausgeber: ör. K. Sreiherr v. Erlach.
— ö —
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Dieſes Blatt erſcheint
ie den Mittwoch und
Sonnabend, und kann ö
ein Abonnement mit 1 fl. 30 kr. vierteliabrig auf daſſelbe röffnet werden.
N 6
Mannheim, den 21. Arm, 1821.
—
Die Dich ter
des rten und lon Jahrhunderts.
2—.———.——
0 ö
E per u che
cven 3. V. Andreä. 1619.)
I. Wer ſich demuͤthiget vor Gott,
Der Menſch gewiß auch Gaben hat.
Nichts Eitelers als eigne Ehr';
Der Stolze iſt gewiß auch leer.
2. Wer weiſe zaͤhmet ſeinen Mund,/
Dem Menſchen iſt ſein Herz geſund.
Nichts ſchnoͤder als Wort ohne That;
Geſchwaͤtz iſt der Thorheit Verrath.
3. Wer ſich verlobt zu Gottes Dienſt,
Der Menſch hat immer was er wuͤnſcht.
Nichts Aerm'res als der Welt ſeyn hold;
Undank und Schande iſt ihr Sold.
4. Wer ſich vergnuͤgt mit ſeinen Gaben,
Der Menſch muß viele Gaben haben.
Nichts Schreienders als leere Töpf;
Suchen ohn' Zweck macht Schwindelkdpf.
I.
2.
3˙
(35
Speruͤcch e
(von F. v. Schlegel. 1807.3
Fern von Eitelkeit und innerm Trug
Nahe dich mit Andacht jedem Buch,
Wo des Herzens ſtille Wahrheitskraft
Neu die Welt der Liebe ſich erſchafft.
Betend wie am Altar Gaͤttes Licht,
So vernimm das heilige Gedicht,
Wo des Lebens ſchmerzlich ſchoͤnes Spiel ö
Dich zurüͤckſenkt in das ewige Gefuͤhl.
Nur der Sehnſucht fließt der Schoͤnheit Quell,
Rur der Demuth ſcheint die Wahrheit hell.
Ehre iſt des Mannes Herz/
Demuth fuͤhrt uns himmelwaͤrts,
Strenge, die ſich ſelbſt bezwingt-
Schafft im Leben, was gelingt;
Treu' umfaßt ſie alle drei,
Liebꝰ und Frieden noch dabei.
Geiſtlich wird umſonſt genannt /
Wer nicht Geiſtes Licht erkannt;
Wiſſen iſt des Glaubens Stern/ —
Andacht alles Wiſſens Kern.



