Charis.
uneerhertunsstett. ö
kür
— und Literatur;
Poeſie und Kunſt.
Re dakteur nd Oerausgeber: ör. à. drelherr v. er.
N. 64.
Mannheim, den 10. Vovember, 182r. —
—
2—— — — ——
* —P——ꝛ— —.———
RNainolds Sehnſuch t.
——
— —
An Lina.
Ruhig war einſt mein Erwachen
An der Mutterbruſt,
Ruhig glitt der leichte Nachen
Durch.⸗ ein Meer gen Luſt.
Ach, da ward es/ trübeer.
Oeder um mich her; ö
Blickte bang ⸗hinuͤber,
Keine Ruhe mehr;
Hielt ein Bild umſchlungen
Meine Luſt, mein Schmerz;
Ward mir weggerungen,
Und mit ihm das Herz.
Wann, o wann, du Nachen
Faͤhrſt zur erſten Luſt /
Wieder zu erwachen
An der Mutterbruſt 2
Der Maler Lenz.
—— ———————
Novelle
vom dicken Tiſchler in Slorenz.
lLJortſetzung.] „
Bruvellesto war drinnen„und ſtellte ſich oben an
die Treppe. Wer klopft. 2 rief er, indem er des
Dicken Stimme nachmachte,
voll genug.
— * noch mit der⸗ Srimme des Dicken .
macht seinmal das Nachteſſen zurecht.
gehan, daß ihr ſo ſpaͤt erſt heimgekommen ſeyd.
Dicken.
Mach auf! antwortete der Dicke.
Geh Marieo, und laß mich in Ruhe, rief Bru-
nellesko wieder drinnen, ich habe den Kopf ohnedies
den leꝛten Zuͤgen liegt.
Muͤtterchen,
Ihr habt uͤbel
So ſprach er noch wanches. ganz im Tone des
Was ſollte dieſer denken? 6s war doch ſeine
Stimme; er hoͤrte, was er ungefaͤhr geſprochen haben
ö wüͤrde, und die Stimme hatte ſeiner Mutter gerufen.
Als er eben die Treppe vor dem Hauſe hinaufſtieg,
um durch die Fen ſter hineinzurufen, ging verabredeter-
maßen der Bildhauer Donatello, ein guter Freund des
Dicken, votbel und ſagte: Guten Abend Matteo, ſuchſt
du den Dicken? er iſt eben nach Hauſe gegangen —
und damit ging er ſeiner Wege. *
Hatte ſich der Dicke vorher gewundert, ſo ſtaunte er
jezt noch mehr, daß er wieder Mattes genannt wurde.
Er ging auf den Platz San Giovanni, und dachte:
bier will ich doch bleiben, bis mich Jemand kennt und
mir ſagt, wer ich, bin.
Auch war er wirklich nicht langel da, ſo kam eine e ö
Partie Haͤſcher, und mit ihnen Einer, der Geld an den
Matteo zu fordern hatte. Dieſer hatte den Dicken kaum
Da wurde Brunellesko ſo eben bon
meiner Werkſtaͤtte weggeholt, weil ſeine Mutter in
Muͤtterchen, rief er immer
uneerhertunsstett. ö
kür
— und Literatur;
Poeſie und Kunſt.
Re dakteur nd Oerausgeber: ör. à. drelherr v. er.
N. 64.
Mannheim, den 10. Vovember, 182r. —
—
2—— — — ——
* —P——ꝛ— —.———
RNainolds Sehnſuch t.
——
— —
An Lina.
Ruhig war einſt mein Erwachen
An der Mutterbruſt,
Ruhig glitt der leichte Nachen
Durch.⸗ ein Meer gen Luſt.
Ach, da ward es/ trübeer.
Oeder um mich her; ö
Blickte bang ⸗hinuͤber,
Keine Ruhe mehr;
Hielt ein Bild umſchlungen
Meine Luſt, mein Schmerz;
Ward mir weggerungen,
Und mit ihm das Herz.
Wann, o wann, du Nachen
Faͤhrſt zur erſten Luſt /
Wieder zu erwachen
An der Mutterbruſt 2
Der Maler Lenz.
—— ———————
Novelle
vom dicken Tiſchler in Slorenz.
lLJortſetzung.] „
Bruvellesto war drinnen„und ſtellte ſich oben an
die Treppe. Wer klopft. 2 rief er, indem er des
Dicken Stimme nachmachte,
voll genug.
— * noch mit der⸗ Srimme des Dicken .
macht seinmal das Nachteſſen zurecht.
gehan, daß ihr ſo ſpaͤt erſt heimgekommen ſeyd.
Dicken.
Mach auf! antwortete der Dicke.
Geh Marieo, und laß mich in Ruhe, rief Bru-
nellesko wieder drinnen, ich habe den Kopf ohnedies
den leꝛten Zuͤgen liegt.
Muͤtterchen,
Ihr habt uͤbel
So ſprach er noch wanches. ganz im Tone des
Was ſollte dieſer denken? 6s war doch ſeine
Stimme; er hoͤrte, was er ungefaͤhr geſprochen haben
ö wüͤrde, und die Stimme hatte ſeiner Mutter gerufen.
Als er eben die Treppe vor dem Hauſe hinaufſtieg,
um durch die Fen ſter hineinzurufen, ging verabredeter-
maßen der Bildhauer Donatello, ein guter Freund des
Dicken, votbel und ſagte: Guten Abend Matteo, ſuchſt
du den Dicken? er iſt eben nach Hauſe gegangen —
und damit ging er ſeiner Wege. *
Hatte ſich der Dicke vorher gewundert, ſo ſtaunte er
jezt noch mehr, daß er wieder Mattes genannt wurde.
Er ging auf den Platz San Giovanni, und dachte:
bier will ich doch bleiben, bis mich Jemand kennt und
mir ſagt, wer ich, bin.
Auch war er wirklich nicht langel da, ſo kam eine e ö
Partie Haͤſcher, und mit ihnen Einer, der Geld an den
Matteo zu fordern hatte. Dieſer hatte den Dicken kaum
Da wurde Brunellesko ſo eben bon
meiner Werkſtaͤtte weggeholt, weil ſeine Mutter in
Muͤtterchen, rief er immer



