Charis.
eset
fuͤr
eeben und Literaturz Poeſie und Kung.
ö Kevakteur und Berusgeber: Fu. 8. Sretherr v. ErE.
I.
N 7¹. — — —.
Mannheim, den 5. December, 1821.
———— —— — ———————— —— — ——8
Dae epin der Ertonerang. Wer noch faühte, was ihn entzücte ö
—
——
— *
Was ich Schbnes je errungen ö
Lebt in dir, Erinn'rung, fort.
Manchen Ton, der laͤngſt verangen.
„Weckt dein maͤchtig Zauberwor.
Steigt hernieder, Wonneträume
Sorgenloſer Bluͤthenzeit,
Aus dem Meer der Lebensraͤume,
Schwebt aus der Bergangenheit. —
Friſchet aus geſchiednen Stunden
Heitrer Lebensbilder Glut;
n — was ſtandhaft uͤberwunden,
und was ſchön iſt, henlich — gat.
Vor dem innern Blick entfaltet,
Saͤrbet, was im Nebel blich.
Was ſi ſich einſt ſo ſchoͤn geſtaltet,
— Das umſchwebe freundlich mich.
„, wie ſchwaͤrmt der Geiſt ſo gerne,
Dich, Erinn'rung, an der Hand,
und wie froh durch jene Ferne/
Die ſchon laͤngſt dem Aug' entſchwand.
Nur wer über J 0 h X e blickte
Wer es weiß, was ihn befrent —
Kennt den Werth geſchiedener Zeit. —
O, erwaͤmt, ihn Lichtgeſtalten,
Meine trunk'ne Jugendbruſt!
3 ams Herz gedruͤckt zu halten,
Das Waune . — Gotterluſt! 1.
* . 6. Kroer.
ö
— o n Karl Sramauen. —
4— —
5. die Eiche und der Evheu.
Eine durch Alter und viele theure/ von Zeit zu
geit daran ſich knuͤpfende, Erinnerungen ehrwuͤrdige
Eiche ſtand in dem Hofe eines alten Schloſſes und
war unter dem Namen „der Familienbaum“
bekannt, denn der Urgroßvater hatte ſie an ſeinem
Trauungstage gepflanzt, der Großbater ſeine goldene
Hochzeit darunter gefeiert und der Enkel manchen ſelis
gen Traum wachend unter ihr vertraͤumt. Nicht
weit davon war ein Gemaͤuer nie dergeriſſen worden,
an dem ſich die ſchoͤnſten Ranken des Epheu empor
und herumgeſchlungen hatten, die nun traurig und
verlaſſen, wie berrogene Hoffnungen, zur Erde ge-
ſunken lagen und nirgends einen Anhalt/ noch
Stütze mehr finden konnten. Nachdem der Epheu
da laug ohne uh⸗ und faſt ohne Beſin-
eset
fuͤr
eeben und Literaturz Poeſie und Kung.
ö Kevakteur und Berusgeber: Fu. 8. Sretherr v. ErE.
I.
N 7¹. — — —.
Mannheim, den 5. December, 1821.
———— —— — ———————— —— — ——8
Dae epin der Ertonerang. Wer noch faühte, was ihn entzücte ö
—
——
— *
Was ich Schbnes je errungen ö
Lebt in dir, Erinn'rung, fort.
Manchen Ton, der laͤngſt verangen.
„Weckt dein maͤchtig Zauberwor.
Steigt hernieder, Wonneträume
Sorgenloſer Bluͤthenzeit,
Aus dem Meer der Lebensraͤume,
Schwebt aus der Bergangenheit. —
Friſchet aus geſchiednen Stunden
Heitrer Lebensbilder Glut;
n — was ſtandhaft uͤberwunden,
und was ſchön iſt, henlich — gat.
Vor dem innern Blick entfaltet,
Saͤrbet, was im Nebel blich.
Was ſi ſich einſt ſo ſchoͤn geſtaltet,
— Das umſchwebe freundlich mich.
„, wie ſchwaͤrmt der Geiſt ſo gerne,
Dich, Erinn'rung, an der Hand,
und wie froh durch jene Ferne/
Die ſchon laͤngſt dem Aug' entſchwand.
Nur wer über J 0 h X e blickte
Wer es weiß, was ihn befrent —
Kennt den Werth geſchiedener Zeit. —
O, erwaͤmt, ihn Lichtgeſtalten,
Meine trunk'ne Jugendbruſt!
3 ams Herz gedruͤckt zu halten,
Das Waune . — Gotterluſt! 1.
* . 6. Kroer.
ö
— o n Karl Sramauen. —
4— —
5. die Eiche und der Evheu.
Eine durch Alter und viele theure/ von Zeit zu
geit daran ſich knuͤpfende, Erinnerungen ehrwuͤrdige
Eiche ſtand in dem Hofe eines alten Schloſſes und
war unter dem Namen „der Familienbaum“
bekannt, denn der Urgroßvater hatte ſie an ſeinem
Trauungstage gepflanzt, der Großbater ſeine goldene
Hochzeit darunter gefeiert und der Enkel manchen ſelis
gen Traum wachend unter ihr vertraͤumt. Nicht
weit davon war ein Gemaͤuer nie dergeriſſen worden,
an dem ſich die ſchoͤnſten Ranken des Epheu empor
und herumgeſchlungen hatten, die nun traurig und
verlaſſen, wie berrogene Hoffnungen, zur Erde ge-
ſunken lagen und nirgends einen Anhalt/ noch
Stütze mehr finden konnten. Nachdem der Epheu
da laug ohne uh⸗ und faſt ohne Beſin-



