Christliches Kunstblatt für Kirche, Schule u. Haus — 24.1882

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Plan ist, wenn auch in kleinen: Maßstabe, doch so ausführlich mitgeteilt, daß feder
ordnungsmäßig vorgebildete Techniker, der bei einer Anwendung desselben zuge-
zogen wird, im stände ist, danach eine Ausführung, unter Abänderung nach den
Ortsvcrhältnissen, zu unternehmen.
Es mag nach diesen einleitenden Bemerkungen gestattet sein, über die Ver-
hältnisse, die den Ban bedingten und über den Bau selbst, sowie dessen Ausfüh-
rung im besonder:: Einiges hinzuzufügcn.
Die evangelischen Schwcstcrgemeinden Sinzig und Remagen, die sich von
der Reformationszeit her und durch alle
Stürme des dreißigjährigen Krieges in-
mitten einer katholischen Bevölkerung
erhalten haben, bilden zusammen ein
Pfarrsystem, in welchem Remagen zum
Kirchort und Sitz des Pfarrers sich als
geeignet darbot. Lange Zeit hindurch
waren die gottesdienstlichen Versamm-
lungen in dem sogenannten „steinernen
Hause" in Remagen abgehalten worden,
welches,wahrscheinlich von demdeutschen
Orden gegründet, später in den Besitz
der Familie des Freiherrn von Stein,
welcher auch die „Landskrone" im Ahr-
thal gehörte, gelangt und von dieser der
oben genannten evangelischen Gemeinde
überlassen wurde. Dieses Haus ent-
hielt einen Betsaal und die Pfarr-
wohnung. Seinen kirchlichen Gebrauch
deutete ein kleiner Dachreiter mitGlöck-
lein an. Der Betsaal wurde baufällig
und die Pfarrwohnung durch die dicken
Mauern, welche Wasser aus dem Erd-
reich ungezogen hatten, feucht und zwar
in dem Grade, daß an eine Heilung
nicht mehr zu denken war, weshalb
unverzüglich zu einem Neubau ge-
schritten werden mußte.
Da die bürgerliche Gemeinde den alten Kirchplatz zu einem Schnlhausbau
verwenden wollte, so wurde an einer mehr nach Sinzig zu gelegenen Stelle eine
Gartensläche außerhalb der eigentlichen Stadt Remagen erworben und hierauf der
Neubau so angelegt, daß die Stirnseite des Turms mit dem Eingang der
Straße zngekehrt war, wodurch allerdings die richtige Stellung der Kirche von
West nach Ost unmöglich wurde.
Die oben angegebene Zahl der Kirchenbesucher bedingte eine Größe von
160 Quadratmeter Fläche des eigentlichen Schiffs der Kirche. Die Gemeinde war
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