Christliches Kunstblatt für Kirche, Schule u. Haus — 54.1912

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Nr. 8

vierundfünfzigster Jahrgang

christliches Kunstblatt

fuMche, schule unö Haus
öjerausgegeben von
D.theol. David Eoch
Erscheint monatlich in einem heft zu Z2 bis 48
Seiten unö enthält viele QMlustrationen, 1-2
farbige ttunstbeilagen und bisweilen Noten.
Preis für das Vierteljahr 2 chark. Lu beziehen
durch alle Postämter unö Buchhandlungen.

Agsn des Sundes der fteunde sm Volkskunst.



Methodische Fragen der Bildbehandlung
in der Zchule.
Mit einer Lehrprobe über Burnands Gleichnisbild „Die köstliche perle".
Vorbemerkung. Der Vortrag, sowie die Lehrprobe, wurden am 8. Mai
d. I. auf der Bezirksschulversammlung in Langenburg (württ.) gehalten, in Ver-
bindung mit einer Busstellung von Bildern usw. aus dem Verlag für Volkskunst.
Der Vortrag ist gedacht als methodische Ergänzung zu dem systematisch-grund-
legenden Bufsatz in der Gktobernummer l9ll des Christlichen Kunstblatts: „Kunst
im Religionsunterricht auf psychologischer Grundlage." In der Lehrprobe ver-
suchte ich, ein in psychologischer Beziehung besonders feines Burnandbild für den
Unterricht zu benützen. Rus praktischen Gründen ging die Lehrprobe dem Vor-
trag voraus und steht daher auch hier an erster Nelle. -
I. Lehrprobe.
vorzeigen des Bildes: „Vie köstliche perle" von Burnand. Pause zum ruhigen
Rnsehen des Bildes.
Seht einmal dieses Bild an! Ls sieht sehr einfach aus. Man sieht zunächst
nicht viel auf dem Bild. Was seht ihr denn? (Zwei Männer sitzen da.) Diese
zwei Männer haben offenbar irgend etwas miteinander zu tun. wir wollen
nun eben sehen, was diese zwei Männer zu bedeuten haben.
Wo sitzen sie denn? hinter ihnen - (die Wand), hier vor ihnen - (ein
steinerner Lisch). Links von ihnen - (ein offenes Fenster). Rlso die Umgebung
ist so einfach wie möglich, und doch haben wir schon hier den Eindruck, daß wir im
Morgenland sind. 5eht einmal die Männer selber an! Ihre Kleidung ist
ähnlich; nur in der Kopfbedeckung ist ein Unterschied - (der links unbedeckt,
der rechts bedeckt). Daraus können wir etwas schließen - (der eine, links, ist
hier zu Hause, der andre ist auf der Reise).
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