Chronik der Stadt Heidelberg — 8.1900 (1901)

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Kirche, Schule, Llniversttät und Kunst.

I. Nirchr-

Alle chriftlichen Geineinden der Stadt deschästiqtc auch in diesem
Jahre die Erbauung neuer Kirchen. Jn der cvangelischen Ge-
ineinde des alten HeidelbergerStadtteils wurde der Bau der
neuen Kirche im rvestlichen Stadtteil, für welche uian zunächst an
den Namen Karl-Friedrich-Gedächtniskirche dachte, in Angriff gc-
nommen. Nachdem der Bauentwurf am 12. Januar I90V von der
Kirchengemeindeversammlung endgiltig angcnoininen worden war,
wurden nach Wünschen, die in der Gemeinde selbst laut geworden
waren, noch einige Veränderungen bcschlosien: der Besürchlung, dast
die zweischisüge Anlage ein iinsgniinetrischeS Bild biete, begegnete
man dadurch, daß der Arkadenftcllung auf der Seite dcs Reben-
schiffs cine blinde Arkadenstellung mit Halbsäulen gegemibergeftellt
wurde; die sehr geräumig gedachte Orgelempore, welche sich zu wcit
in die Kirche vorzuschiebcn und viel Licht wegzunehlnen drohte, wurde
vcrkürzt und doch durch geschickte Verbindung der Seitenempore mit
der Orgelcmpore die Anfstellung eines größeren Chors ermöglicht;
außerdem wnrde die AuSschmückilng der Thüre, welche aus dem Ge-
meindesaal, der znr Aiifnahme der Konfirmandcn und der HochzeitS-
gäste bestimmt ist, in die Kirche sührt, zur „Brautthüre", die kräs-
tigere Gestaltiing des Chorabschluffes gegen das Langhans, die
reichere Aiislnldnng der Turmfaffade uiid die Ausrüstuiig der Kirche
mit verstellbaren Kirchenstühlen in Aussicht genommen. Die Anf-
bringung der Bansmnme von 460,239 Mk. wurde nach dem am
20. Juli angenommenen Plane so gedacht, daß nach Verbranch der
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