Chronik der Stadt Heidelberg — 12.1904 (1906)

Seite: 155
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Te» Berlim cineZ wnckeren Bstrgers beklaiite i»an in vielen
Kcciseii in dem HiiiMiig des KaufmaiiiiS Friedrich Schmitt,
dcr, cin gcborener Heidelberger, sich in den 7ver Jahren hier iiicder-
gelaisen halte, nachdeni er längere Zeit in Frankfiirt a. M. lütiq
gewescii war. Durch strenge Reellitäl brachle cr das Weistmaren-
gcschaft, das er betrieb, in guten Rnf und in crsreiilichcii Ai>>-
schmnng. Seiiie Michestiindcn, deren ihiii nicht viele bücbeii,
widmetc er dem Heidelberger Liederkranz, aus desse» maleriellce,
Aiisblühen cr besonders bedacht war.

Der Dod Prvsesior Friedrich Eisenlohrs, der nach liirzem
Krankenlager ain 21. J„li üarb, ivurde von der ganzen Biirgerschast
schmerzlich emvsiiiideii. Wie Wilhelin Blinn so hatte auch Fricdrich
Eii'enlohr ein langes Lebe» wesentlich in dcn Ticnst vnentlicher inid
geineinnilhiger Intereisen gestellt und mit treuein Hcrzen dic gern über-
noiiiineiien Pslichten crfiillt. Am l'i. Inli lür>I in Maniiheiin ge-
boren, hatle er I8t9—k?.',3 in Heidelberg, Göttinge» u»d Berlin
Akatheinatik nnd üiatnrwissenschaiien studiert und war dann iin Iahre
lüö- hier in Heidelberg in die wis'euschaslliche Lausbahn alc, Tozent
der Malheiiialik nnd Phunk eingetreten i 1-72 war ihm der Titel
eiinw ansterordentlichen Prosesior-- vcrliehen worden. Trotz dcr
großen Erivartnngen, die seine erslen lileranschen Arbciten erweckte»,
gab ec doch !>ald seine wiisenschastliche Tätigkeit anf oder liest ste doch
vor den östenllichen Interessen, denen er Ausinerksaiiikeit »nd Krast
znwendele, znrücklrclen, ohne indes dcn Znsaiiliiiciihaiig init der Wisten-
'chast und die Liebe zn ihr zu verlicren. Frei von jcdem versön-
lichen Ebrgeiz, ielbstlos und ovferwillig, stelltc er icine Kreut ganz
m den Tienft der Gemeinde nnd des Kreises, mit vollem Herzen
zngleich der Pflege alleS Guten n»d Schvnen zngeivandt, immer bereii,
mit Nat iind Tat eiiiziitrcten inr Baterland, Kirche imd Schule, siir
Knnst imd Nainr. Tei» hiesigen Stadtrat gehörte er seit 1875 an;
über cin Blenichenaltcr war er Bütglied des j^reisausschnstes, ieit eincr
Reihe von Iahrcn scin stellvertietender Vorstand. Wo es galt, ctwaS
Ncnes znni Wohle sciner Piilbnrger zn begriinde» nnd ins Lebeii zn
riifeii odcr ihm nnr die Wege zn bcrciten, war seine mcrkiälige Hilse
in der ülähe i ia ist die Erbaunng der Chrismskirche dnrch ih» geiör-
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