Chronik der Stadt Heidelberg — 21.1913 (1915)

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war auch klar, daß die Ansiedlung neuer Indusirieanlaqen mit der
sorlschreilenden Einqeineindung der Ortichasten in der Ebene und
am Neckar zusammenhing. Außerdem rückte näher der Entwurf einec
Lusil'arkcitsftener, wobei die kommnnale Befteuerung der kinemato-
graphischen Schausietlungen in Frage kam. Dagegen blieb eine küns-
tige Kurtare bei dem unsicheren Ergebnis der Thermalbohrungen
ZukunftSmunk ohne Zukunst.

Schuldeudleuft, Ticsbauwesen, Lchutweieu verschlaugeu zusainmeu
59 "g der slädtischen Emnahmen; da4 Krankcnwesen und der Armen-
auswanv forderten bedeutende Mittel. So zurückhaltend der Stadt-
rat in Neuerungen war, so mußte er sich doch entschließen, den Um-
lagefteueriuß vou 33 Ps. auf 35 Ps. feftzuicdeu.

Mannheim nud Pforzheim hatten gleichzeitig cbensalls 35 Pf.
wie schon 1912 cmgci'eht, Karlöruhc war geuötigt, den bitzherigen
Say von Ps. zu erhöheu, dgl. Freiburg (bitzher 32 Pf.).

Dcr Dbmauu des Stadtvcrorduetcuvorftaudes, Nechtsauwalt
Schott, crklärte sich mil der Erhöbung der Umlage auf 35 Pf.
eiuversianden und hatte auch nur Worte des Beisalls für die ge-
samte geülude Finanzgcbahruug wie sür die vorsichtige Zurückhaltung
bei neucu Untcruehmungcu. Dcm gegcuüber vertrat Stadtv. Doru
die Ansicht, daß weder die allgcmeiueu sinanziellen Perhältnisie noch
die politiiche Lage eiu Hindemis sür die Stadt seien, uotwendige
Werke rasch in Augrisi zu uehmeu. Zn die Neihe dieser driugenden
Ausgabeu stellte er vor allem eine Anzabl ueuer Schulhäuier. Der
Umlageerhöhung pflichtete er auodrücklich bei, obwohl er es sür mög-
lich hielt, die Erträgnisie der städtischen Werke so hoch in die Ein-
nahmen einzustcllen, daß man mit 1 Ps. Erhöhung auskommen
könnte. Auch er dachte au die schlvere Betasiuug des Grund- ltnd
HauSbesihes, der vou der Sleuererböhuug uoch hart genug gctronen
werde ^ cine Besierung liege immerhin darin, daß er jetzt nur noch mit
34,9" <, an der gesamten Umlage beteiligt sei, während eS 1903 noch
42,6"/., wareu; die übrigeu Steuerwerte stud stärker heraugezogcu,
immer aber uoch schwächer als der .sdauöbesitz. Terselbe Gegeustand
wurde dann noch von Nednern anderer Fraktionen eingehender vor-
genommen, zumal vou der Freien Vürgervereiuiguitg, die aus dem
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