Chronik der Stadt Heidelberg — 21.1913 (1915)

Page: 122
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/chronikhd1913/0133
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
122

glieder des Schützenvereins brachten 4 Preise von dem großen Main-
zer Verbandsschießen in das Heim (Stadtrat RoeSler, Waffenhändler
Srba, Hirth, Ammon); der „Tell", der zum Badischen BundeS-
schießen VeNreter entsandt hatte, schoß im ganzen 18 Preise heraus,
darunter zwei MeisterschaftSmedaillen.

Die Radsahrer-Union hatte ebensalls glänzende Erfolge. Frau
Dr. Hölscher, eine Meisterfahrerin, gewann die goldene MeifterschastS-
medaille, und bei der vom Deutschen Tourenklub veranstalteten
MeisterschaftS- und Distanzfahrt errang stch der vorjährige Sieger,
E. Bittler, den MeisterschaftStitel mit goldener Medaille, die ersten
Preise von vier Älaffen stelen sämtlich an daö Konsulat Heidelberg.

Dem Hockeyklub gelang es am I. März die Oberrheinische
Hockey-Meisterschast und om solgenden Tage den Frankfurter Silber-
schild zu gewinnen.

Die Aviatik hot der letzte Jahrgang im VerkehrSleben behandelt,
weil das Jahr eine Fliegerpost von Heidelberg nach Mannheim ge-
bracht hat und man von einer Benützung der Flieger im Dienste
friedlicher Arbeit träumte. 1913 trat schon stärker die Bedeutung
dec Flieger fur den Kneg hervor. Prinz Heinrich bezeichnete ste in
Straßburg als die Torpedos der Lust, er hätte hinzufügen können:
als aufklärende Kavalleriepatrouille. Er rühmte die Fortschritte der
Technik im Bau der Ein- und Zweidecker und die Fortschritte der
Flieger in der Flugtechnik. Bei dem dritten Prinz Heinrich-Flug zu
Pstngsten wurde Heidelberg wieder als Kontrollstation benützt und
genoß das Schauspiel aus dem Exerzierplatz. Einzelne Flieger haben
hier auch gelandet. Das Heidelberger Flugloch :var freilich übelberufen
im Kreise der Flieger, und auch der LandungSplatz, aus dem ver-
hältniömäßig viele Havarien vorkamen, wurde als minder vorteilhaft
für Zwischenlandungen beurteilt. Am 3. Tage kam auch der Deutsche
Freiwillige Automobilklub mit 29 Wagen von Straßburg hier an,
an der Spitze Prinz Waldemar von Preußen, um die KaiserpreiS-
fahrt abzuschließen. Die Fahrt hatte bei Gewitterftörungen und
seuchten Straßen mancherlei Schwierigkeiten gehabt; bei dem Fest-
effen im Europäischen Hos fand Preisverteilung statt, wobei auch
Dr. Volz vom Pädagogium Neuenheim bedacht wurde.
loading ...