Chronik der Stadt Heidelberg — 21.1913 (1915)

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Jm Zusammenhang mit dem Personenverkehr fteht die Beförde-
rung von Gepäck, zu dem in der Statistik Expreßgut und Milch hin-
zugefügt wird; diese Abteilung machte etwa die Hälfte der Mann-
heimer Zahl aus, wahrend die Zahl des PersonenverkehrS ^/z ergab,
die des Güterverkehrs noch nicht '/io, die der Gesamteinnahmen
etwa

Befördert wurden:

a) Gepäck, Expreßgut und Milch:

am Hauptbahnhof am KarlStor in Schlierbach
5,178,330 kss 326,610kg; 255,770kg;

b) Tiere:

10,068 Stck. 597 Stck. 976 Stck.

e) Güter im Empfang (des Binnenverkehrs):

40,938 t 41,636 t 67,214 t

(1) Güter im Empfang und Bersand zusammen:

279,644 t 67,214 t 75,883 t

Kirchheim empftng 197,143 t.

Klagen herrschten über die mangelhaften ZugSverbindungen nach
Mannheim, man forderte mehrfach eine elektrifche Städtebahn, häu-
figere und billigere Züge, man hielt auch für recht, daß die Preis-
ermäßigungen, die den Mannheimern gewährt worden ftnd, entsprechend
auf Heidelberg übertragen würden, und daß diese Vergünsiigungen
nicht engherzig bürokratisch auf eine gewisse Tagesstunde beschränkt
würden. Ferncr bemühte man sich um bessere Verbindung mit der
pfälzischen Nachbarstadt Speyer, die mit ihrem geschichtlichen Nuhm
und manchen glücklichen Bedingungen doch minder beachtet ist. Rascher
in die bayrifche Pfalz zu gelangen, ist seit lange eine VerkehrSforde-
rung, die für Mannheim sich neuerdings ersüllt hat und dem alten
Zug der ehemaligen Hauptstadt nach ihrem natürlichen Hinterlande
entspricht. Die im Anfang des 19. Jahrhunderts gezogene politische
Grenze hat zwii'chen den beiden Teilen der Psalz eine wirtschastliche
und geiftige Scheidemauer zu tragen, die den Abbruch verdient.
Jmmer seltener werden die Leute, die rechls und links des sltheines
gleichmäßig sich zu Haufe fühlen oder auS dem einen Gebiete ins
andere umftedeln. Auch gibt es nicht allzuviele pfälzische Penftonierte
in Heidelberg.
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