Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Äbb. 7. Schale mit Rand, Majolika. Vier Mädchen mit Satyr und Putto.
Venedig um 1568.

beiten des Georg Pencz [einen Beitrag1 — die Braunfcßweiger Sammlung befitjt u. a.
eine getreue Kopie des Codes der Lucretia, B. 79 (Äbb. 8) und eine etwas freiere Be-
arbeitung der Cat des Mucius Scävola, B. 74, — der deutfcße Fjolzfcßnitt ift mit dem
[»eiligen Georg Cranacßs, B. 18, und dem dappen der von Beßemftein nacß Joft Ämmann
vertreten. Das ift nicßt unwichtig, gerade wenn man ficß erinnert, daß ficß aus der
Blütezeit der Majolikamalerei eine kleine 3at»l von Cellern nad» Scßongauer und Dürer
erhalten ßat. Denn bei diefen muß damit gerechnet werden, daß nicßt die Original-
blätter, fondern italienifcße Nacßfticße dem Majolikamaler Vorgelegen ßaben und daß
es meßr ein 3ufiß, der auf diefe deife deutfcße Kunft der Majolikamalerei dienft-
bar macßte. ßier aber kann das Vorliegen der Originalblätter nicßt bezweifelt werden
und man darf anneßmen, daß der dunfcß, dem Gefcßmack deutfcßer Käufer gerecßt
zu werden, zu der deutfcßen Vorlage greifen ließ, ein dunfcß, der feine Erklärung
findet, wenn man an den nocß vorßandenen Beftänden fießt, in welcß ungeßeuren
Mengen die Erzeugniffe gerade diefer Botega den deg über die Alpen gefunden ßaben.
dir ßaben es offenficßtlicß mit einer auf den transalpinen Export eingeftellten Firma zutun.
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denn ficß aucß durcß den Nacßweis der von der Botega der Kekropstöcßter benutzten
Quellen angeficßts ißrer ungeßeuren Produktivität die 3aßl der auf beftimmte Vorlagen
zurückfüßrbaren Majoliken naßezu verdoppeln dürfte, fo erfaßen wir damit dennocß,

1 Vgl. Fj- KI. Singer, Die Kleinmeifter, 1908, Äbb. 58 und 59.

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