Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Max ünold. Stuh)l mit Malkaften. 1911.

In einem Rahmen, der längft zu groß geworden ift, [taut ficß nun feit hundert Jahren
Ereignislofigkeit, an deren Rand ein Baßnßof fteßt. Ein Baßnßof: Banalität, die von
einer Scßönßeit erlöft, welcher die Unmittelbarkeit der Beziehungen verloren ging;
Banalität, die aus dem Kluft des Modernen in die Eremitage des Unzeitgemäßen und
beinahe Univerfellen zurückleitet; Kreuzweg der 3eitalter, der Schmerz und Klonne be-
reitet und endlich eine melancholifche Ätmofphäre der Verbanntheit überallhin zum
Gaftgefchenk mitgibt. Nahe ift Mindelheim und Ulm; nahe die unvergleichliche barocke
Herrlichkeit von Ottobeuren — größte Kielt, ja delirierender Himmel in der dießteften
Provinz. Südwärts ift das befeßneite Gebirge und der moftreieße, auch weinige Bodenfee;
auf der andern Seite Äugsburg, die Majeftät; faft abfeits München. Dann ift die Kielt
einftweilen zu Ende.

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