Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 12.1920

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Job- Georg Planer. Vornehme Gefellfcbaft.

Die deutfcbe Schule ift durch zwei verfcbieden geartete ÜUerke vertreten: ein Früh-
werk um 1460 hat die Laufe Chrifti im Jordan zum Gegenftand. Das gut erhaltene
Bild (67:37 cm) ift von ftrenger 3eichnung. Äls Farbe h^rfdjt ein mehrfach abge-
ftuftes Grün vor, rot ift das Futter des Überwurfs des Läufers und das Gewand Gott-
vaters, der auf einer gekräufelten (Uolke erfcljeint, die fid) von einem gepunzten Gold-
grund abhebt, rofa das Gewand des affigierenden Engels und der Lendenfcljurz des
Erlöfers. Das Gemälde ift der fd)wäbifcl)en Schule zuzuweifen (Gegend von ülm?),
an der eigenartigen 3eict)nung von Pfänden und Füßen fowie den befonders groß
erfcßeinenden Pupillen wird der Meifter woßl nach eingehenden Studien feftzu-
ftellen fein (f. Abb. S. 792).
3wei Jahrhunderte fpäter entftand das üJerk Johann Georg Plagers (1702—1760).
Vierzehn Perfonen haben fid) in zwanglofen Gruppen in einem vornehm ausgeftatteten
Salon verfammelt; auf dem Lifd), um den einige fitzen, fteljt eine Scßüffel mit Früchten,
an den Cüänden hängen dicßt aneinander gereiht große Gemälde, darunter ein Selbft-
bildnis des Rubens. Der Künftier zeigt eine befondere Liebe für das Detail und führt
eine farbenreiche Palette, die fid) in der Behandlung der Stoffe befonders bemerkbar
macht. Darftellung und die fpit$pinfelige Malerei find typifd) für den Künftier, ähnliche
Gemälde finden wir in einigen Galerien; befonders verwandt damit find zwei öderke,
die fid) in der Kunftfammlung das 3aren Alexander III. im Palais Anitd)koff befanden.

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