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Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 13.1921

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Heft 5
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https://doi.org/10.11588/diglit.27278#0182

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Die geit und der Markt

Sammlungen
Bremen
gu den Ausführungen in FJeft 2 [endet Fjerr
Direktor Kleinhempel folgende Erklärung:
„Die im Fjeft 2 des Cicerone 1921, Jaßrg. X1H,
an dem Jahresbericht des Gewerbemufeums
1919*20 geübte Kritik richtet fid), abgefehen von
den darin enthaltenen perfönlichen Ausfällen,
nicht nur gegen mich, als Verfaffer des Jahres-
berichts, fondern infofern auch gegen die Be-
hörde, als diefe den ihr erftatteten Bericht ohne
weitere Bemerkungen veröffentlicht und außer-
dem die zeitweilige Verwendung einzelner Samm-
lungsräume für Schulzwecke bis zur Inbetrieb-
nahme des übrigens bereits zum großen Eeil
fertiggeftellten Neubaus einer Kunftgewerbe-
fchule genehmigt hat. Die letztere und ebenfo
andere Maßnahmen erklären fich in erfter Linie
durch die außerordentlichenRaumfchwierigkeiten,
mit denen fowohl Schule wie Sammlungen feit
langer geit in fteigendem Maße zu kämpfen
haben und die vollftändig und objektiv zu be-
urteilen und zu würdigen wohl nur an Ort und
Stelle möglich ift. (das die beanftandeten Er-
werbungen des vorigen Jahres betrifft, fo ftam-
men fie aus den Beftänden jenes deutfchen
Kulturgutes, das man forglid) vor dem Ein-
fchmelzen hütete, und zwar zum Geil aus der
engften ((Iahl der begehrteren Stücke, um die am
1. Juli 1919 zwölf Vertreter von 15 norddeutfchen
Mufeen das Los warfen, die diefe von ihnen
befonders angefehenen Stücke mögüchft gerecht
verteilt zu fehen wünfchten. Eines weiteren
Eingehens auf die Einzelheiten des Artikels glaube
ich mich unter diefen dmftänden um fo mehr
enthalten zu können, als ich für mich eine mu-
feale Cätigkeit weder erftrebt habe noch erftrebe,
vielmehr ftets felbft für die völlige Trennung
für Schule und Sammlungen, mit einem felb-
ftändigen Leiter der letzteren, ebenfo aber auch
für die mögüchft baldige Befeßung diefes Poftens
eingetreten bin." Kleinhempel.
Ctjriftiania
Das Mufeum fürKunftgewerbe veröffent-
licht feinen Jahresbericht in fchöner Ausftattung
mit 74 Seiten Cext, begleitet von Abbildungen
über 40 der namhafteften neuen Erwerbungen
dnter den Gegenftänden des guwachfes treten
ganz befonders die aus Porzellan und Steingut
hervor. Für das aHumfaffende Kiefen der Samm-
' Beretning om Kriftiania KunftindHftri-MufeHms Virk-
lomt)et !9t9/20. Kriftiania 1920.

lung ift es bezeichnend, daß eine feßr große
gaßl von wertvollen Erwerbungen aus Oftafien
ftammt. Unter dem übrigen fallen namentlich
vier griechifdße Ohrringe auf (3. Jahrhundert vor
bis ins 2. nach Chrifti Geburt). Aus Norwegen
felbft ftammt ein Gießgefäß in Geftalt eines Lö-
wen, ein prächtiges Stück. Eine gefchnißte Ge-
ftalt der Mutter Gottes, ftehend, das nackte Kind
auf dem Arm, das eine Birne hält, ift aus Schwa-
ben und um 1500 gefertigt. Dann ift erwähnens-
wert ein fd)ön verzierter Küchen- oder Apo-
thekermörfer von 1676, dem ähnliche in Nord-
deutfchland angetroffen werdender aber auch ans
FJolland ftammen könnte. Endlich ein herrliches
Meißener giergefäß, der geit um 1750. Das alles
find Gefchenke! Denn das Mufeum, deffenSamm-
lungen bis jeßt einen Aufwand von 876000 Kronen
erfordert haben und für 520000 Kronen ver-
fid)ert find, während fie nach heutiger Schälung
auf vier Millionen veranfchlagt werden, ruht
auf einer merkwürdig fchmalen Geldunterlage.
Es ift aber wefentlid) getragen von der Frei-
willigkeit opferwilliger Gönner und Freunde,
teils einzelner, teils folcher, die fid) zu einem
Verbände von „Freunden des Mufeums" ver-
einigt haben. Die aus eigenen Mitteln in der
lebten Berichtszeit auf die neuen Erwerbungen
verwandten Summen betragen nicht mehr als
3427 Kronen und 50 Öre.
Befonders gefchmückt ift der Jahresbericht des
Mufeums mit dem Bilde feines Gründers und
erften Direktors, F. Grofd), der im Jahre 1919
nach 44jähriger (Uirkfamkeit zurückgetreten ift
(fein Nachfolger ift FjansDedekam). ln würdigen
(Horten wird die Cätigkeit des verdienftvollen
Mannes gefördert, der wie alle der feither
wirkfam gewefenen, aber je^t ausfterbenden
Generation in die felbft gefchaffene Aufgabe mit
der Freudigkeit und Frifche eines nicht für folche
giele vorgebildeten Geiftes eingetreten ift und
die hohe Genugtuung hat, nun im Stande der
Ruhe auf das (üerk feines Lebens als auf fein
eignes von ihm felbft von Grund aus aufgeführtes
Denkmal blicken zu dürfen. Fjaupt.
New York
Im Metropolitan Mufeum find in den lebten
((lochen die Neuerwerbungen feit Ausbruch des
Krieges, die erft vor einiger geit ins Land ge-
kommen, fowie verfchiedene Schenkungen zur
Aufteilung gelangt, darunter eine ganze Anzahl
fehr bedeutender (üerke. Aus der Fülle der Ge-
richte feien hier nur erwähnt: Die zehn Gemälde
aus dem Nachlaß des verdorbenen KI. K.Van-

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