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Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 13.1921

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Heft 8
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Ausstellungen
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Von Künstlern und gelehrten
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https://doi.org/10.11588/diglit.27278#0286

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Ausheilungen

Von Künstlern und Gelehrten

erlebt als vor den Bild gewordenen Erlebniffen
dicfes Künftlers. Mattßieu (Hiegman inter-
eßiert durch eine Salome. Von Cßarleg Eoo-
rop, der Hocßter des berühmten Jan Eoorop,
ßnd einige Kinderbildniße ausgeftellt, die unver-
gleichlich ftärker find als alie Kinderporträts, die
vor einigen Monaten auf einer Sonderausftellung
im Stedelijk Mufeum zu [eben waren. Schuh-
macher gehört ebenfalls zu den wenigen, mit
dem Leben in direktem Kontakt fteßenden Künft-
lern der jüngeren Generation. Er zeigt hier
fieben Kompofitionen. VonSchelfhout, der meines
Erachtens überfebätzt wird, find zwei Porträts,
ein Märtyrer und zwei Landfcbaften vorhanden,
Ferner feien noch dem Namen nach erwähnt:
Petrus Rima, Eifa Berg. C Breitenftein, R.Colnot,
D. Fdarfki, Ernft Legden, C. J. Maks, Otto van
Rees. Fj- (Holter, Piet (Hiegman, J. Pollones, Jan
Verboeven. B-t.
Breslau
ln der großen, von der Galerie Stenzei ver-
anftalteten Mollausftellung — auf die einzugehen
nach dem Rrtikel des Herrn Profeffor Braune
pd) erübrigt — kommt auch die Gattin des
Künftlers, Frau Margarethe Moll, mit Pla-
ftiken und geießnungen zu (Horte. (Horin fie ficb
verfucht: Landfchaft. Rkt oder Porträt, immer
feffelt die Flüffigkeit ihrer Linien. ln ihren
Plaftiken überrafebt die Rusdrucksfähigkeit ihrer
Formfprad)e. Die Porträtbüften, exaktefter (Hirk-
lichkeitsbeobachtung entfprungen, geben alle ver-
haltenen Regungen in größter Linienharmonie
wider. Die in FJolz gefcbmt$te „Kauernde** ver-
eint befeelte Körperlichkeit mit vollkommener
Materialbeßerrfcßung. (Heiterbin fiebt man von
dem Berlner Maler Franz (Hinninger eine
ausgezeichnete Mappe „Die Irren". Ruch die
aquarellierten Lithographien des Künftlers legen
von feiner Eigenart und feinem ftarken Können
beftes geugnis ab. G. M.
Dresden
(Hilli Müncß-Kße ftellt bei Emil Richter
fein Radierungswtrk und einige FJandzeicbnungen
aus. Kein Vulkan, kein buntes Feuerwerk,
fondern ftille, reine, ftarke Flamme. Das Er-
ftaunlichfte ift das feine, ruhige, wohlgegliederte
Netzwerk der Stricblagen, das von völlig un-
nervöfer und gefunder FJand meifterlicß und reif
über die Fläche ausgefpannt ift. K. J. F.
Der gleiche Kuuftfalon eröffnete Rnfang Rpril
eine große Sonderausftellung von (Herken des
jungen Hamburger Malers Karl Loßfe, die an
60 Gemälden, zwei plaftifche Rrbeiten und eine
Anzahl geießnungen enthält, gu diefer Rus-
ftellung ift ein Katalog mit einem Vierfarben-

druck und mehreren Rbbildungen erfebienen, dem
von Rudolf Probft ein kurzes Vorwort beige-
geben iß.
Frankfurt a. M.
Vom Direktor des Internationalen Frankfurter
Meffeamtes wurde als Ouvertüre zur allgemeinen
Meße die Kunftmeffe kürzlich eröffnet, die zwei
große Rhteilungen umfaßt, eineRusftellung „Aßen
in der Kunft" und „Das feßöne Buch".
Befonders die erfte Sonderfcbau übt in den
repräfentativen Sälen des Römers (ein Hinter-
grund von großen Perferteppicßen undexotifeber
Blütenfcßmuck verleihen dem Kaiferfaal zugleich
etwas (Harmes und Pbantaftifcbes), zeichnet ficb
durch die Qualität, kunfthiftorifeße Bedeutung
und Delikateffe der Anordnung aus.
Die zum Heil feßr feltenen Ausftellungsobjekte
ßnd aus dem Beßß der deutfeßen Mufeen (Mu-
feum für Völkerkunde, Berlin; Oftafiatifcße Ab-
teilung der Staatl. Abteilung. Berlin; Mufeum für
Kunft und Gewerbe, Hamburg; Mufeum für
Völkerkunde, Hamburg; Mufeum für Völker-
kunde, München; Mufeum für oftafiat.fcße Kunft,
Köln; StädtifcßesVölkermufeum, Frankfurt a.M.;
Städtifcße Galerie, Frankfurt a. M.; Städtifcßes
Kunftgewerbemufeum, Frankfurt a.M.), der Privat-
fammler und Kunftßändler zufammengefügt. Die
einzelnen (Herke füllen in einer ausführlichen
Befprecßung gewürdigt werden.
In diefem knappen Bericht fei nur auf die
Ausftellung, die alle Gebiete oftafiatifeßer Kunft
umfcßließt, ßingewiefen, wie auch auf eine Reiße
von Vorträgen, die von erften Forfcßern (wir
nennen: Dr. (Hilliam Coßn, Prof. Dr. E. Grom,
Prof. Dr. A. v. Lecog, Dr. Otto Kümmel, Dr.
J. Leßmann, Prof. Dr. Georg Swarzenlki, Dr.
R. (Hilßelm, Dr Karl(Hitß) über afiatifeßes Leben
und afiatifeße Kunft während der Kunftmeffe ge-
halten werden. S. Scß.
Von Künstlern und Gelehrten
Das preußifeße Kultusminifterium ßat Prof.
Peter Beßrens als Leßrer der Architektur an
die Düffeldcfer Kunftakademie berufen, nach-
dem es kürzlich mit dem Künftler vergeblich
wegen Übernahme des Direktorpoftens der Kö-
nigsberger Kunftakademie verhandelt hatte. Beh-
rens wird nach Düßeldorf gehen und damit
wieder den Boden der Stadt betreten, die be-
reits eine Reiße feiner beften Bauten, die er hier
nach dem (Heggang von Darmftadt gefeßaffen,
befißt. — Der Leipziger Bildhauer Kurt Kluge
ßat einen Ruf an die Hoeßfcßule für bildende
Künfte in Berlin erhalten, wo er die Leitung
eines Ateliers für Erzplaftik übernehmen foll. —

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