Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 13.1921

DOI issue:
Heft 19
DOI article:
Sammlungen
DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.27278#0590

DWork-Logo
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Die geit und der Markt

Sammlungen
Diegukunft desFolkwang-Mu j'eums
Nach dem Code von Kar! Ernft Ophaus, dem
Begründer des Folkwang-Alufeums, dürfte man
mit Recht annehmen, daß diefes für das gefamte
rheinifch-weftfälifche Induftriegebiet fo wichtige
Mufeum in irgendeiner Form der Stadt Fragen
erhalten bleiben und daß die Stadt fid) bereit
finden würde, dasfelbe von den Erben zu über-
nehmen. Leider find die Bemühungen, die Samm-
!ung für Fjagen zu erhalten, inzwifcben depnitiv
gefcheitert und es wäre intereffant, die Gründe
zu erfahren, die für die Ablehnung von feiten
der Stadt maßgebend gewefen pnd. Inzwifcben
hat aber der unter dem Vorfiß von Landrat
Schöne in Effcn neubegründete Bund der Künfte
mehrfad) verfud)t, das Folkwang-Alufeum dem
rbeinifcb-weftfälifcben Induftriegebiet zu pcbern,
und es ift möglich, daß diefe Bemühungen, die
nur auf Grund privater Opferwilligkeit zu einem
Ergebnis führen könnten, leßthin das Gerücht
veranlaßt haben, die Stadt Effen habe „Folk-
wang" erworben. Abgefehen davon, daß dem
bezeid)neten Gerücht jegliche pofitive Grundlage
fehlt, fcbeint auch eine einzelne Stadt augen-
blicklich gar nicht in der Lage zu fein, einen fo
bedeutenden Kunftbepp zu übernehmen. Den-
noch bepebt die Fjoffnung auf Erhaltung des
Folkwang-Mufeums nad) wie vor, und man
möchte diefem Erbe eines der beften deutfcßen
Kulturförderer von Herzen wünfeben, daß es als
Ganzes dem Lande erhalten bliebe, für das es
fein Begründer feinerzeit als Zentrum lebendiger
Kraft ins Leben gerufen hat. Überßüffig zu er-
wähnen, daß eine ßerfplitterung der Sammlung
oder gar ein Verkauf nad) dem Auslande für
Rheinland und Kleftfalen im engeren, aber aud)
für Deutfd)land im weiteren Sinne ein unerfet;-
licher Verlup bedeuten würde. n.
Ein fdjweizerifdjes Vermächtnis
Dem Kunftverein in Klinterthur ift durd)
das Ableben feines langjährigen Ehrenmitgliedes,
des um das KlintertFmrer Mufeum hochverdienten
Dr. F. Imhoofblumer, im lebten Jahre ein
reiches Vermächtnis zugefallen, über das nun-
mehr ein befonderer Katalog Auskunft gibt. Nad)
den Beftimmungen erhielt der Kunftverein außer
einer bedeutenden Geldfumme das Red)t, aus der
berühmten Imbooffcben Bibliothek und Kupfer-
ftichfammlung pd) Klerke im Klerte eines nicht
näher genannten, aber pcher fehr hohen Be-
558

träges ausfud)en zu dürfen. Diefe verantwor-
tungsvolle Auswahl fcbeint von den berufenen
Herren unter Führung des Präpdenten und des
Mufeumskonfervators vorzüglich getroffen zu
fein, und fo bep§t heute Klinterthur eine Biblio-
thek und eine Kupferfticbfammlung, die mit den
bereits früher erworbenen Nummern zu den be-
deutendften diefer Art in der Schweiz zählen
dürften. Die Gefamtfchenkung umfaßt 350 Bände,
180 grapbifche Blätter und etwa ein Duzend
Mappenwerke. Über Einzelnes gibt der oben
erwähnte Katalog des Vermäd)tniffes Auskunft.
r.
Deutfdje Kun[t in Amerika
3u der an diefer Stelle in Fjeft 17 veröffent-
lichten Mitteilung über Ankäufe für dasMufeum
von Detroit ift nachzutragen, daß der Präpdent
des Mufeums außer den genannten Klerken aud)
von dem Berliner Bildhauer Herbert Garbe
eine charakteriftifche und bedeutfame Arbeit er-
worben hat. Über Garbe felbft find ja die Lefer
diefer 3eitfd)rift durch den illuprierten Beitrag
in Fjeft 20 des lebten Jahrgangs beftens orientiert.
(üien
In der Serie der „Öfterrei<hifd)en Kunftbücher*
erfd)ien foeben eine von Dr. Anton Reichel
gefchriebene Einführung in „Die Fjandzeicb-
nungen der Albertina". Drei Stellen aus
vielen ähnlichen zur Kennzeichnung des Heft-
chens. S. 7: „Red)berger ... vermittelte, als die
Sammlung Fries auf Auktionen in Klien und
Amfterdam in alle Kielt zerßatterte, die Er-
werbung eines namhaften Keiles derfelben für
die Albertina." die ein Blick auf die neue Karte
Europas verrät, hat die öfterreid)ifd)e Republik,
in deren Bep^ die Albertina übergegangen ift,
den auf den genannten Auktionen erworbenen
namhaften Geil der Kielt inzwifcben wieder ein-
gebüßt. S. 16: „Neben Dürer ift in Deutfctpand
Matthias Grünewald jene Künplerperfönlicßkeit
des 16. Jahrhunderts, die eine ganz befonders
ausgeprägte Eigenart bep^t." S. 12: „Klir beob-
achten vielmehr den Verfud) mit wiederholten,
aber ftets fid)er geführten Strichen (Pendimenten
[fo!]) die vorgepellten oder gefchauten Formen
auf die 3eld)enßäche zu bannen." Die „Pendi-
mente" beruhen nicht auf einem Druckfehler,
denn pe kehren S. 13 wieder. — Klem iß mit
Publikationen diefer Art gedient? DemVerfaffer
der Einführung nicht, deffen Bildungsftand durch
fie in ein Licht gerückt wird, das er nicht ver-
trägt; Lefer, denen die „Pendimente" nicht fo-
 
Annotationen