Neue Bücher
anfügt und deutfhe Kunp diefer Art am bepen
illuftriert. Ein Buch, urdeutfeh wie das 16. Jahr-
hundert felbft, die fchönfte Gabe zu des Dieters
90. Geburtstage.
Bruno Goldfhmitt zeigt feine Meifterfchaft
auch in fechs Original-Steinzeichnungen „Aus
den Bergen", im gleichen Verlage erfchienen,
fechs Gebirgslandfchaften, die die überwältigende
Macht und Schönheit der Berge verherrlichen.
Sie find in einer Bildgröße von 53X76 cm auf
van-Gelder-Bütten von der lithographifchen
Anftalt Dr. C. Klolf & Sohn in München ge-
druckt. Die Exemplare der Deutfchen Bücherei
follen einen beftechenden Klandfchmuck ihrer
Luxusdruck-Abteilung bilden.
Der Verlag bereitet als weitere Drucke vor:
Schillers „(Uilhelm Cell", Salomos „Sprüche,
Prediger und Qohelied" und „Die vier Evan-
gelien" mit ijolzfchnitten von Bruno Goldfehmitt,
Shakefpeares „CheCempest" im Urtext mit Ra-
dierungen von Adolf Schinnerer und eine Samm-
lung von Liedern aller Völker und ßeiten auf
Einzelblättern in Buchkarton, Bilder mit Cext
radiert, gefchnitten oder auf Stein gezeichnet
von Frank, Goldfehmitt, Schinnerer u. a. Ulir
wiffen, daß er das richtige Verftändnis und den
Gefchmack für diefe Aufgaben hat.
Minde-Pouet.
Neue Bücher
Neue Kunftliteratur
Ezzzz/ Szzzz4z*o BoGzceEz. Ezzz
Pz*q/z/. AizY EzzYc/zz zzzze/z Gezzzö/z7<?zz z'n Sc/zzze//-
/zressezz/czz/z/erz/zzz^ zzzic? oc/zt Ecz/zr/n zzzze/z sez'zzazz
Bozzdzgz'cÄzzzzzzg'ezz zzz Dzzn7es Go77/z'c/z^r E*ozzzö77zY
zzz Ezc^Mrzzc/ir. /zzz Ver/zzj von /zz/z'zrs Ezzz*zY,
Ecr/zzz.
Der Nebentitel des Buches erklärt deffen Cha-
rakter. Beinahe überflüffig, daß Schaeffer im
Vorwort ausdrücklich vcrfichert, was dies Klerk
nicht enthält, nämlich dokumentäreres Material
zur Lebensgefchichte Botticellis, Bildanalgfen
und Oeuvrekatalog. (In Anmerkung fei gefagt,
daß diefes Buch gerade fehr notwendig ge-
wefen wäre.) Alfo kein wiffenfchaftlicher Ehr-
geiz ftand hinter diefem Klerke. Dafür foll es
.nur Dank für jenes Erlebnis bedeuten", das der
Maler Botticelli dem Verfaffer gewefen ift. Nun
ift Schaeffer feit Jahren einer der beften Köpfe,
der pd) je mit Florentiner Kunftgefchichte befaßt
hat; nicht fehr produktiv zwar, aber wenn er
zur Feder greift, fühlt man die innere Notwendig-
keit Und er ip einer von den wenigen, die zu
fchreiben, mehr noch, zu geftalten vermögen.
Sein Stil hat jene Brillanz, die fchillert wie Perl-
mutter in der Sonne. Er war einmal Schüler
von Richard Muther, den man vielleicht doch
allzu fchrtel! vergeffen hat. Den Mutherftil hat
er freilich längft überwunden, aber irgend etwas
von der geiftvollen Diktion feines Meifters ip
doch zurückgeblieben. Vielleicht ift es die künft-
lerifche Formung im ganzen, die auch diefem
neuen Uhema gegenüber in erfter Linie gefangen
nimmt. So wie Schaeffer Botticelli erlebt hat,
vermag ihn der Gelehrte nicht zu begreifen. Das
ift das Ausfchlaggebende für die Ulertung diefer
Arbeit, der man auch gelegentliche Kühnheiten
der gedanklichen Konftruktion gern verzeiht, weil
pe im ganzen eine nicht alltägliche Leiftung ip.
Bier wächp der Künpler Botticelli aus feiner 3eit
heraus, aus dem Umkreis der Genoffen und Er-
eigniffe, die Auftrieb feiner Kräfte wurden. Bier
peht er überragend da als der llluponift des
Unwirklichen, als der „Gotiker des Quattrocento",
als der „fromme Katholik im Reiche der Venus*.
Dies von Schaeffer gezeichnete Propl ift wahr-
haft botticellesk und das beweift zugleich, daß
er es in feinem künftlerifchen Erlebnis richtig
gefeßen hat. — Die Liebe aber, die der Scbrift-
fteller feinem Dhema entgegenbrachte, hat auch
den Verleger geführt, der diefem Buch eine Aus-
ftattung und bildlichen Reichtum gegeben hat.
die fchechthin muftergültig pnd.
E. zz. /. z7c GozzcozzzE, Dz'a Ezzzzs? zYes zzc/zG
ze/zzzfezz /cz/zz*/zzrzzzYerfs. Zwgz Büzzzfe zzzzf
42 jnzzzsezEg^zz AMz'/z/zzzzgrzz. Ey/zerzozz-
Vczr/zz^, Afzzzzc/zezz.
Diefes klaffifcbe Buch der franzöpfchen Kunft-
gefchichtsfchreibung erfdßeint deutfd) nicht zum
erftenmal. Cro^dem ift die Ausgabe des By*
perion-Verlages nach Ausftattung und bildlicher
Reichhaltigkeit in ihrer Art muftergültig. Sehr
viel Liebe hat der Verleger gerade an die Illu-
ftrationen verwendet, und buchtechnifcb gehört
diefe Ausgabe mit zu dem Beften, was die über-
reiche Bücherproduktion der lebten Jahre auf den
Markt gebracht hat. Klie immer man fid) aber
zu dem prachtvollen Subjektivismus diefer beiden
Brüder pellen mag: Die fechs Kapitel überKIat-
teau, Chardin, Boucher (diefe füllen den erpen
Band) über La Uour, Greuze und die Saint Aubin
(diefe machen den zweiten Band aus) find die
fichtbarfte Verklärung des „Dix-huitieme", die
es bisher in der Literatur gibt. Dabei braucht
durchaus nicht verfchwiegen zu werden, daß die
reine (Hiffenfcbaft die Dinge heute vielfach anders
peht und wertet, als pe dem Brüderpaar zu feiner
3eit erfchienen find. Das Buch an pd) kann
trotzdem nicht veralten. Seine Modernität wächft
fogar mit der 3eit, weil der Efprit, mit dem hier
563
anfügt und deutfhe Kunp diefer Art am bepen
illuftriert. Ein Buch, urdeutfeh wie das 16. Jahr-
hundert felbft, die fchönfte Gabe zu des Dieters
90. Geburtstage.
Bruno Goldfhmitt zeigt feine Meifterfchaft
auch in fechs Original-Steinzeichnungen „Aus
den Bergen", im gleichen Verlage erfchienen,
fechs Gebirgslandfchaften, die die überwältigende
Macht und Schönheit der Berge verherrlichen.
Sie find in einer Bildgröße von 53X76 cm auf
van-Gelder-Bütten von der lithographifchen
Anftalt Dr. C. Klolf & Sohn in München ge-
druckt. Die Exemplare der Deutfchen Bücherei
follen einen beftechenden Klandfchmuck ihrer
Luxusdruck-Abteilung bilden.
Der Verlag bereitet als weitere Drucke vor:
Schillers „(Uilhelm Cell", Salomos „Sprüche,
Prediger und Qohelied" und „Die vier Evan-
gelien" mit ijolzfchnitten von Bruno Goldfehmitt,
Shakefpeares „CheCempest" im Urtext mit Ra-
dierungen von Adolf Schinnerer und eine Samm-
lung von Liedern aller Völker und ßeiten auf
Einzelblättern in Buchkarton, Bilder mit Cext
radiert, gefchnitten oder auf Stein gezeichnet
von Frank, Goldfehmitt, Schinnerer u. a. Ulir
wiffen, daß er das richtige Verftändnis und den
Gefchmack für diefe Aufgaben hat.
Minde-Pouet.
Neue Bücher
Neue Kunftliteratur
Ezzzz/ Szzzz4z*o BoGzceEz. Ezzz
Pz*q/z/. AizY EzzYc/zz zzzze/z Gezzzö/z7<?zz z'n Sc/zzze//-
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Der Nebentitel des Buches erklärt deffen Cha-
rakter. Beinahe überflüffig, daß Schaeffer im
Vorwort ausdrücklich vcrfichert, was dies Klerk
nicht enthält, nämlich dokumentäreres Material
zur Lebensgefchichte Botticellis, Bildanalgfen
und Oeuvrekatalog. (In Anmerkung fei gefagt,
daß diefes Buch gerade fehr notwendig ge-
wefen wäre.) Alfo kein wiffenfchaftlicher Ehr-
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.nur Dank für jenes Erlebnis bedeuten", das der
Maler Botticelli dem Verfaffer gewefen ift. Nun
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der pd) je mit Florentiner Kunftgefchichte befaßt
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zur Feder greift, fühlt man die innere Notwendig-
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fchreiben, mehr noch, zu geftalten vermögen.
Sein Stil hat jene Brillanz, die fchillert wie Perl-
mutter in der Sonne. Er war einmal Schüler
von Richard Muther, den man vielleicht doch
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doch zurückgeblieben. Vielleicht ift es die künft-
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neuen Uhema gegenüber in erfter Linie gefangen
nimmt. So wie Schaeffer Botticelli erlebt hat,
vermag ihn der Gelehrte nicht zu begreifen. Das
ift das Ausfchlaggebende für die Ulertung diefer
Arbeit, der man auch gelegentliche Kühnheiten
der gedanklichen Konftruktion gern verzeiht, weil
pe im ganzen eine nicht alltägliche Leiftung ip.
Bier wächp der Künpler Botticelli aus feiner 3eit
heraus, aus dem Umkreis der Genoffen und Er-
eigniffe, die Auftrieb feiner Kräfte wurden. Bier
peht er überragend da als der llluponift des
Unwirklichen, als der „Gotiker des Quattrocento",
als der „fromme Katholik im Reiche der Venus*.
Dies von Schaeffer gezeichnete Propl ift wahr-
haft botticellesk und das beweift zugleich, daß
er es in feinem künftlerifchen Erlebnis richtig
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den Verleger geführt, der diefem Buch eine Aus-
ftattung und bildlichen Reichtum gegeben hat.
die fchechthin muftergültig pnd.
E. zz. /. z7c GozzcozzzE, Dz'a Ezzzzs? zYes zzc/zG
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perion-Verlages nach Ausftattung und bildlicher
Reichhaltigkeit in ihrer Art muftergültig. Sehr
viel Liebe hat der Verleger gerade an die Illu-
ftrationen verwendet, und buchtechnifcb gehört
diefe Ausgabe mit zu dem Beften, was die über-
reiche Bücherproduktion der lebten Jahre auf den
Markt gebracht hat. Klie immer man fid) aber
zu dem prachtvollen Subjektivismus diefer beiden
Brüder pellen mag: Die fechs Kapitel überKIat-
teau, Chardin, Boucher (diefe füllen den erpen
Band) über La Uour, Greuze und die Saint Aubin
(diefe machen den zweiten Band aus) find die
fichtbarfte Verklärung des „Dix-huitieme", die
es bisher in der Literatur gibt. Dabei braucht
durchaus nicht verfchwiegen zu werden, daß die
reine (Hiffenfcbaft die Dinge heute vielfach anders
peht und wertet, als pe dem Brüderpaar zu feiner
3eit erfchienen find. Das Buch an pd) kann
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fogar mit der 3eit, weil der Efprit, mit dem hier
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