Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 20.1928
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https://doi.org/10.11588/diglit.41322#0674
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Heft 19
DOI article:Rundschau
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Paula Modersohn-Becker Alte Armenhäuslerin
Aus der Sammlung Dr. Alfred Ganz, St. Niklausen bei Luzern
Versteigerung bei Paul Cassirer, Berlin, am 50. Oktober 1928
Zu Seite 649/650
eigentlicher Humor und unbehaglichere Arten
des Komischen strenger hätten auseinander ge-
halten werden sollen. Nun, hei systematischer
Darstellung würde es gerade gelohnt haben,
den Temperamentswandel des Humors im Bilde
aufzuzeigen, die deutliche Verschiebung vom
gemütlich Heiteren zur grotesken Satire, vom
beschaulichen Lachen zum angriffslustigen
Hohn. Wertvoll wäre es allerdings gewesen, die
Auswahl nun wirklich auf Malerei zu konzen-
trieren und nicht immer wieder zur Scherz-
zeichnung, zum launigen Impromptu, zur Ka-
rikatur auszuweichen. Die unterhaltsame Aus-
stellung, die also einer pro!anderen noch genug
zu tun gelassen hat, reicht von Choclowiecki bis
Zille, von Dörbeck bis zu den Simplizissimus-
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leuten, von Hosemann bis zu Schlichter, Nae-
gele, Ringelnatz. Höhepunkte: Paul Meyer-
heims „Affenskat“, Zeichnungen von Rudolf
AVilke, ein entzückendes Bildchen des allen
Würzburger Hermann Dyck, die Blätter von
Oberländer, Corinth-Allotria. Ein paar rei-
zende Ausgrabungen -— wenig Entdeckungen
unter jungen Zeitgenossen. Karl Holtz, Erich
Goltz, Hans Michaelis, Erna Schmidt-Caroll
von einigen Unbekannteren am einprägsam-
sten.
Neue Plastiken von Joseph Thorak zeigt
die Kunsthandlung V. IIa r t b e r g, Gebilde
unstreitig einer feinfühligen Hand, die schma-
lem Wuchs eine besondere Biegung, der Kör-
peroberfläche wellige Vibration, schauernde


