Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1862 — 1863

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Die Grund-Ansicht also, welche Friodcrichs vertheidigt, ist in der Hauptsache ohne alleu
Zweifel die allein richtigé und wird wohl schon seit langer Zeil von allen Unbefangenen getheilt,
wenngleich er sie erst in umfassender Weise zu erweisen gesucht hat. In der Durchfiilirung im
Einzelnen freilich kann man leider nur zu oft Friederichs nicht beistimmen und es fà'llt mir
uni so schwerer dies aussprechen zu miissen, je aufrichtigere Achtung ich dicsem Gelehrten
schon darum zolle, weil er selbststà'ndige Meinungen zu haben pllegt.

Nicht nur findet sich mehr als ein rhetorisches Uebungsstiick in den Sammhmgen der Phi-
los tra te, bei dem sie sich ganz wohl in allem Wesentlichen an ein bestimmtes, ihnen genau
bekanntcs Gemâlde gehalten haben kiinnen, sondern sie legen auch im Allgemeinen eine keines-
wegs geringe, fiir uns iiberaus wertlivolle und von der Archaeologie noch bei weitem nicht hin-
reichend ausgebcutete Bekanntschaft mit den Kunstwerken des Alterthums an den Tag. Freilich
ist dièse Bekanntschaft etwas ganz anderes als tiefe Einsicht und besonderes Verstà'ndniss der
Kunstwerke. Was dièse Eigenschaften betrifft, so wird Niemand leugnen, dass an ganz unver-
standigen und sinnlosen Erkliirungen und Darstellungen bei ihnen noch weniger Mangel ist, als
bei Pausanias, Plinius und anderen Kunstschriftstellern.

Die Benutzung der Schriften der Philostrate muss eben mit aller tlurch ihren besonderen
Charakter gebotenen Kritik geschehen. So sind sie geeignet, uns eine Reihe wichtiger Aufschliisse
zu geben, wâhrend (1er Gebrauch, den Brunn so vielfach von ihnen gemachl hat, von einer
solchen Kritik entschieden zuriickgewiesen werden muss.

Kommen wir also nach dieser nothwendigcn Abschweifung auf das Gemalde zuriick, welches
wir hier rniher zu betrachten haben, so ist leicht zu erkennen, dass die von Friederichs1 daran
gemachten Ausstellungen dem allgemeinen Kunstgebrauch gegeniiber (von dem speciellen des
Zeuxis wissen wir ohnehin so vie! wie Nichts) sich sammtlich als unbegriindet erweisen.

In Betreff der Floten hat schon Brunn2 das Nothige bemerkt. Das von Friederichs ver-
langte Verhalten der Satyrn Gndet sich auch nicht in den Gemàiden N° 1. 3. i. des folgenden
Verzeichnisses und die Abwesenheit des Olympos wird auch durch die Bilder N° 1. 2. 3. 5.
desselben Verzeichnisses belegt.

Wenn Philostratos dem Apollon ein Là'cheln beilegt, so beweist dies gerade, dass ihm

1 Die Philostratischen Bilder p. 187 fT.

2 Jabn's Jahrb. Suppl. Th. IV. p. 187. Auch
daran hà'tte erimiert werden konnen, dass Philo-

stratos I, 15. dem Dionysos sogar nur ein xîpa;
WTCSXCpuôptsvov t(5v xpoTacpwv beilegt.
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