Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1867 — 1868

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Altar der Villa Albani angebracht ist, mit Recht einen Panzer, wahrend Zoega1 glaubtc, dass
dieser nur durch moderne Ueborarbeitung entstanden sei. Es bleibt also nur noch iibrig, auch
der Silber- und Bronze-Miinzen von Maroneia zu gedenken, welche den Dionysos Soter bald mit
zwei, bald mit einer Lanze oder einem Wurfspiess in der Hand darstellen2.

Von den Begleitcrn dièses Gottes sind es zunachst die Satyrn, welche zwar noch nicht in
Vasengemà'lden mit schwarzen Figuren, wohl aber in denen, welche rothe Figuren haben,
zuweilen mit den Waffen des Kriegs ausgestattet vorkommen. Auf cin Gemà'lde dieser Art, wclches
der kaiserlichen Ermitage angehô'rt und hier auf Tafel VI unter N° 2 abgcbildet ist, komme ich
weiter unten zuriick. Es stellt einen bà'rtigen Satyr dar, der bereits eine Kopfbedcckung trà'gt,
deren Form zwischen der eines niedrigen Hclms und der einer phrygischen Miitze schwankt,
und ausserdem eben einen Panzer an- oder ablegt, wahrend vor ihm ein paar Beinschiencn stehen.

Diesem Gemalde zunachst steht ein anderes dessclben Stils, welches friiher der Sammlung
Pourtalès-Gorgier angehorte3. Ein ebenfalls bartiger Satyr hat sich bereits mit einem hohen Helm
bedeckt und legt eben die Beinschienen an, wahrend ihm eine Maenade ein Pantherfell und
einen Thyrsos iiberbringt.

Ein drittes Vasengemalde4 zeigt uns einen Satyr, der in der linken Hand einen halbmond-
fô'rmigen, mit zwei Rebhiihnern5 verzierten Schild, in der rechten eine Trompeté liait und die
letztere eben blast6.

1 Bassiril. Tav. 101. Platner: Beschr. Roms Th.
III, 2. p. 467. Welcker: Denkm. Th. II. Taf. 1,1.

2 Mionnet: Descr. To. I. p. 390. N° 174 —
199. Suppl. To. II. p. 336. N° 823—829. Wenn
Miiller: Handb. der Archaeol. p. 603. auch die
Denare der Familie Cornelia (Cohen: Méd. cons.
Pl. 14, 4.) anfùhrt, so braucht gegenwàïtig wohl
kauro bemerkt zu werden, dass dort vielmehr die drei
Capitolinischcn Gottheiten dargestcllt sind und der ver-
meinlliche Dionysos vielmehr Jupiter mit dem Blitz in
der Hand ist.

3 Panofka: Musée Pourtalès-Gorgier Pl. 9.
Wieseler: Denkm. Th. II. N° SI 6. Philol. Th.
XXVII. Taf. 4, 4. Die, welche darin, dass sich dieser

Satyr die Beinschiencn ganz eben so anlegt, wie die
Ileroen dies zu thun pflegen, eine Parodie der Letz-
teren sehen, die nach ihrer Ansicht noch iiberdies
nothwendig aus einem Satyr-Drama entlelmt sein muss,
meichte man doch fragen, ob es denn fur die Satyrn,
wenn sie sich einmal Beinschienen anlegten, irgend
eine andere naturgemasse Weise dies zu thun gab,
als fur die Ileroen.

4 Gerhard: Auserl. Vasenb. Taf. 50, 5. 6.

5 Sielie Compte-rendu de la comm. arch. pour
l'ann. 1865. p. 158.

6 Auch an dem Alexandrinischen Festzuge nalini
ein Silen Theil, welcher eine Trompeté in der Hand
hielt. Athen. V, 198 A. [xe^ oûç 2£tXï)vol Suo év
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