Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1868 — 1869

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à'ussere Form in nachdriicklichster Weise betont ist, dass beide Thiere in gleicher Eigenschaft,
als eng vcrbundene Begleiter und Diener, nicht als Gegenstand der Jagd, gedacht sind1.

Ein Carneol der kon. Sammlung in Berlin2 stellt die durch einen Kôcher deutlich charak-
terisirte Artemis dar, wie sie mit gekreuzten Beinen neben einem Altar steht, auf vvelchen sie
den linken Ellenbogen stiitzt, und in der rechten Hand einen Baumzweig hait, wahrend neben
ihr, von dem Altar halb verdeckt, ein Hirsch steht und zu ihr empor blickt.

Dieser Stein ist von Wichtigkeit fiir das Verstà'ndniss einer mit kleinon Abweichungen auf
sechs Gemmen wiederkehrenden Composition, die man mit entschiedenem Unrecht auf Iphigeneia
bezogen hat3. Auch da steht eine Frauengestalt, die jedoch des Kô'chers entbehrt, vor einem etwas
niedrigeren Altar; nur stiitzt sie sich nicht auf diesen und schlà'gt die Beine nicht iiber einander.
Wohl aber hait sie auch auf den meisten dieser Gemmen einen Zweig in der Hand und auf
allen steht, von dem Altar halb verdeckt, ein Hirsch neben ihr. Offenbar kann dièse Composi-
tion keine andere Bedeutung haben, als die zuerst besprochene, und ist daher nicht auf Iphi-
geneia, sondem auf Artemis zu beziehen.

Ein neues Motiv tritt auf einer in Bom geschlagenen Miinze des Antoninus Pius

1 Ein neues Beispiel der von ihrem Hund beglei-
telen Jagd-Gottin Artemis bictet das mit bunten Far-
ben auf weissem Grunde ausgefùhrte Gemâlde einer
atlischen Lekythos der kais. Ermitage (Stephani:
Vasens. der k. Ermitage N° 1644.), welches ich
weiter unten als Vignette zu Tafel III in natûrlicher
Grosse mittheile. Die Fleischtheile der Artemis sind
weiss; ihre Haare schwarz. Ueber einem weiss-gel-
ben Untergewand trâgt sie braune Kreuzbànder. Ihre
hohen Stiefeln und das Gewandstùck, welches sie iiber
den linken Arm geworfen hat, sind roth. In der lin-
ken Hand hait sie zwei braune Lanzen. Zu ihrer Rech-
ten steht, nach ihr hingewendet, ein weisser Jagd-
hund. Die waldige Gegend, in welcher sie sich befin-
det, ist durch einen zu ihrer Linken angebrachten
braunen Palmbaum, ein gewohnliches Attribut ihres
Bruders Apollon (Compte-rendu de la comm. arch.
pour l'ann. 1861. p. 68. 1866. p. 36. 147.)

angedeutet.

2 Winckelmann: Pierr. gr. du feu Stosch
p. 77, 288. Raspe: Catal. N° 2130. Tôlken:
Verzeichn. p. 173, 811.

3 a. Ehemals im Besitz eines Abbé Fauvel,
Montfaucon: Ant. Expl. Suppl. To. II. Pl. 24, 2.
— h. Sardonyx der kon. Sammlung in Berlin, Win-
ckelmann: Pierr. gr. du feu Stosch p. 357, 200.
Tolken: Verzeichn. p. 303, 396. — c. Paste der
kon. Sammlung in Berlin, Winckelmann: Pierr.
gr. du feu Stosch p. 357, 201. Tolken: Verzeichn.
p. 173, 812. — d. Ehemals im Besitz eines Hrn.
Lenoir, Millin: Pierr. grav. Pl. 11. Wieseler:
Denkm. Th. II. N° 172. — e. Agat der Sammlung
Poniatowsky, Cades: Grosse Abdrucksamml. XXVI,
16. Lenormant: Nouv. gai. myth. Pl. 47, 6. —-
f. Steinart und Besitzer unbekannt, Cades: Grosse
Abdrucksamml. XXVI, 17.
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