Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour l'Année 1868 — 1869

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vermuthen, dass die beiden Gewandfiguren, wolchc in drei Vasengemâlden1 hinzugefugt sind, fur
Athena und Artemis oder Leto zu halten seien.

An der Dresdner Marmor-Basis N° 77 sind der Darstellung des Dreifuss-Raubes noch zwei
sich daran anschliessende, selbststà'ndige Scenen beigegeben, von denen die eine noch nicht mit
Sicherheit erklà'rt werden kann, wahrend die andere gewiss mit Recht auf die erneute Aufstellung
und Weihung des geraubten Dreifusses bezogen wird2.

Endlich darf hier auch ein Vasengemà'lde mit rothen Figuren nicht ganz iibergangen wer-
den3. Es stellt einen Satyr dar, welcher den Dreifuss des Apollon in sehr à'hnlicher Weise forl-
trâ'gt, wic Herakles in deti cben besprochcnen Kunstwerken, wahrend ihn der Gott verfolgt und
mit einer Keule bédroht, die er ihm entrissen hat4.

Da die Satyrn iiberhaupt von der alten Runst nicht selten dargestcllt worden sind, wie sie
Gottern und Heroen, namentlich dem Herakles, die ihnen eigentliumlicb.cn Waffcn und Gerà'the
stehlen und rauben, und auf einem attischen Marmor-Relief5 auch ein Satyr vorkommt, welcher
einen Dreifuss aufstellt oder wegnimmt, so wiirde gar kein Grund zu der Vermuthung vorliegen,
dass der Verfertiger des in Rode stehenden Vasengemà'ldes dasselbe in irgend einer Beziehung
zu der Sage vom Dreifuss-Raub des Herakles gedacht habe, wenn er nicht der Scène eine sehr
à'hnliche à'ussere Form gegeben und namentlich gerade hier auch eine Keule mit verwondet
hatte. Nur dièse aussere Aehnlichkeit erlaubt zu glauben, dass der Kiinstler zugleich an den
beriihmten Dreifuss-Raub des Herakles erinnern wollte. ,

Aus einem unbckannten Grabe stammt das im Kunsthandel zu Kertsch erworbene Gold-
plattchen, welches auf Tafel 1 unter N° 5 abgebildet ist6. Es war, wie die vier an demselben be-

1 N° 32. 57. 58.

2 Ein Marmor-Relief, welches den Priester dieser
Scène wiederholt, ist vor Kurzem durch Hékbig's
Vermitteluns fur die kaiserliche Ermitage erworben
worden.

3 Curtius: Herakles der Satyr 1852. Philol.
Th. XXVII. Taf. 4, 1.

4 Zu den von mir im Compte-rendu de la com-
mission arch. pour l'ann. 1861. p. 37. nachgewie-
senen Kunstwerken, in denen mit Keulen bewaffnete
Satyrn auftreten, ko'nnen noch vier Vaseagemalde bei

Dubois-Maisonneuve: Inlrod. à l'ét. des vas. peints
Pl. 91. = Panofka: Musée Pourtalès - Gorgier
Pl. 29.; Rev. arch. 1848. Pl. 100. = Elite cé-
ramogr. To. II. Pl. 103 A.; Bull. Napol. Nuova Sers
To. VII. Tav. A.; Mus. Chius. To. II. Tav. 206.
207. und ein Terracotta-Relief (Bull, dell' Inst. arch.
1868. p. 67.) hinzugefugt werden.

5 Arch. Zeit. 1 86 7. Taf. 126, 2.

6 Siehe Compte-rendu de la comni. arch. pour
l'ann. 1867. p. XV.
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