Compte rendu de la Commission Impériale Archéologique: pour l'année ..: Pour les années 1870 et 1871 — 1874

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gebenen Spiegel1, zunachst zu der Vorstellung eines Schmûckens der Gôttin erwei-
tert liât, sodann aber auch bald dadurch, dass selbst die Vorstellung der Nàsse des
Haares ganz aufgegeben ist2, bald im Gregentheil dadurch, dass die Vorstellung
eines Bades mehr oder weniger entschieden an die Stelle des ersten Aufsteigens aus
dem Meere gesetzt ist, den ursprunglichen Grund-Gedanken der Composition nicht
rtur verdunkelt. sondern geradezu vernichtet hat. Dass aber Variationen iiber das
Thema des Apelles hauptsâchlich den ersteren Weg eingeschlagen. dass sie ihn so
hâufig und mit solcher Consequenz selbst bis zum Extrem verfolgt haben, musste
auffallen , wenn nicht schon im Original ein Anstoss hierzu gelegen hâtte; wird
jedoch vollkommen erklârlich, sobald dièses selbst durch einen seiner Mutter einen
Spiegel darreichenden Eros spâtere Nachahmer immer wieder von Neuem auf eben
diesen Weg ihrer Gedanken-Entwicklung zuruck wies.

Endlich ist es, obgleich die Amulete bei dieser Frage keine entscheidende Au-
toritat besitzen konnen, doch nicht gleichgtlltig, dass auch sie den Eros, welcher
einen Spiegel darreicht, bevorzugen3, und noch wichtiger ist es, dass ihn selbst der
Verfertiger des Wandgemaldes N° 83 in seine Composition aufgenommen hat.

Aus allen diesen Grûnden halte ich es fûr sehr wahrscheinlich, dass schon
\ Apelles dasselbe gethan hatte.

Von den iibrigen Zuthaten jedoch, welche in den uns erhaltenen Nachbildun-
gen vorkommen, braucht es gar nicht weiter nachgewiesen zu werden, dass sie

__t^j6. 80. 81 85. 114. 116. 146. und

wahrscheMch auch Nu 25. 27". 34. 357867"

2 In dieser Weise beschàftigt denkt sich
nicht nur Kallimachos: Lav. Pallad. 21.
Ku7tptç Se Stauyea /aXxôv éXofaa,
TZoXkdxi xàv aùxàv Si; [j.ex£*3y]ïc£ x6[i.av,
die Aphrodite beim TJrtheil des Paris, sondern
eben so wird sie uns auch von Apoll. Rhod.:
Argon. III, 45. mit den Worten geschildert :

xot7[x£t xpuaeqj Sià jeeçjwSt, (aeXXe Se jjLaxpoùç
7tXé|aff^at TcXoîâpLCuç- xàç Sè Tnpoitâpcfàev iSoûaa
sa%tâtv, dcu xe crcp' éxâXee xai <xto 'ïpovou ùpxo,

lioé t évt >eXt<7{».orfftv ■ àxàp ^EXErocxa y,a). aùxirj
ÏÇavev, àij^Jtxou; Sè xs?°^v àvESiqaaxo ^aixaç.
Noch ausfûhrlicher ist die Beschreibung Clau-
dian's: Epith. in nupt. Honor. 99.

Caesariem tune forte Venus subnixa corusco
Fingebat solio. Dexira laevaque sorores
Stabant Idaliae; largos liaec nectaris timbres
Inrigat; haec morsu numerosi dentis eburno
Multifidum discrimen arat. Sed tertia rétro.
Bat varios nexus et justo dividit orbes
Ordine, neglectam partent studiosa relinquens.
3 N° 101. 120. 121. 141.
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