Dittenberger, Wilhelm ; Purgold, Karl ; Curtius, Ernst [Editor]; Adler, Friedrich [Editor]
Olympia: die Ergebnisse der von dem Deutschen Reich veranstalteten Ausgrabung (Textband 5): Die Inschriften von Olympia — Berlin, 1896

Page: 713_714
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[No. 693 — 696]

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693. Dünne Bronzeplatte mit der Darsteilung
eines Kampfes zwischen Herakles und einem Meergott.
Neben dem Kopfe des Herakles die Beischrist a, in der
rechten unteren Ecke b. — Gefunden südöstlich vom
Zeustempel. — Herausgegeben von E. Curtius und
F. Adler, Ausgrabungen von Olympia IV S. 18 (Roehl
I. G. A. p. 16 No. 34. W. Prellwitz in Collitz' Samml.
griech. Dialektinschristen III S. 121 No. 3261). A. Furt-
wängler, Bronzefunde aus Olympia S. 92 f.; Olympia IV,
die Bronzen, S. 101 ss. No. 69g. 700 mit Tafel XXXIX.
Γ~
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[cHp]«*[?.]ij[c]. [«]λ«ο<? ιγΐξων.

Das auf b erhaltene Κ das nur eine leichte Modifi-
kation des argivischen Lambda (h) ist, beweist sür den
argivischen Ursprung der Bronze. Die Verdoppelung des I
vor Vokal, die Roehl für ein reines Versehen hielt, weist
Prellwitz aus pamphylischen und kyprischen Inschriften
nach; es soll damit wohl ein konsonantisches^ bezeichnet
werden, das sich als Übergangslaut zu dem folgenden
Vokal aus dem 1 entwickelt.
Aus zwei kleineren Fragmenten von Bronzereliess
derselben Art ist c neben dem Rest eines Beines Μ Α =1
d neben einem anderen solchen IUP ΙΜ erhalten, von
Furtwängler vermutungsweise zu c [A<]j«e und d [ K]sie
oder [ ί\ξΐς ergänzt.

694. Bronze heim, gefunden im Alpheios, jetzt
in London. Herausgegeben von Role, Inscr. Gr. vet.
p. 58, tab. VI No. 2. Nach Rose's Abschrist von Boeckh,
C. I. G. 30 (danach Roehl, I. G. A. p. 45 No. 123. O. Hoff-
mann in Collitz' Samml. griech. Dialektinschristen II S. 135
No. 1 599). Besser facsimiliert Journal os Hellenic Studies II
p. 68, Taf. XI (danach Roehl, Imagines ed. 1 p. 38 No. 11.
ed. 2 p.45 No. 13). Vergl. die Bemerkungen von Purgold,
Arch. Zeitung XL (1882) S. 393 Anm.i; Kirchhoff, Studien
zur Geschichte des griech. Alphabets, 4. Auss. S.164 Anm.i.
Z^t'oc O/.ui'Triy.

Roehl und Hoffmann nehmen an, dass die Dedi-
kation von einem peloponnesischen oder unteritalischen
Achä'er flamme, weil das hier gebrauchte Alphabet bei
keinem anderen griechischen Stamme nachweisbar sei.
Da indessen die beiden einzigen charakteristischen Zei-
chen, das Μ für den Zischlaut und noch mehr das S
für Iota fast überall, wo sie überhaupt in Gebrauch
waren, schon lehr früh den gewöhnlichen S £ und I ge-
wichen sind, so rechtfertigt unler lückenhaftes Material
die Behauptung in keiner Weise, dass unsere Inschrift
notwendig achäisch sein musse, was Kirchhoff mit Recht
in Abrede stellt.

695. Bronzehelm von der auf den anssehen Vasen-
bildern des srühesten strengen Stils bekannten Form:
Gerader Nackensehirm und unbewegliche Backenlaschen,
zwischen welchen das Ohr frei blieb. Breiter Kamm,
in welchen der Busch hineingelegt wurde. Vorn und
hinten eine Ose, an der er befestigt wurde. Vorn in
zwei Zeilen die punktierte Inschrist α b, innen eingegraben
die zwei Buchstaben c. Aus Olympia. Im Besitz des
Herrn Fr. Trau in Wien. — Herausgegeben im Katalog
der archä'ologischen Ausstellung 1893 S. 4 No. 38. — Ver-
glichen von Treu.
α
ΕΕΡΙΑΝΓΡΑΒΩΝΟε

ΕΕΡΙΑΝΤΟΣ

Μ Ο

ΕΙΜΙ

Der Katalog hat α b zu Anfang der Zeile E, Treu
bezeugt aber ausdrücklich, dass beide Male C zu lesen ist.

FsßJiWToe s'uxt.
Die Dedikation slammt unverkennbar von einem
hellenilch gebildeten Barbaren. Näheres über seine Her-
kunft ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln. Doch dürfte
die grosse Ähnlichkeit des Vatersnamens Tgaßutv mit dem
in einer unterem Denkmal etwa gleichzeitigen Inschrift
(C. I. A. II 666. Syll. I. G. 89) vorkommenden des Illyrier-
königs I'aaßoc mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Illyrien
hinweisen. Der Ausstellungskatalog setzt den Helm ins
fünfte Jahrhundert v. Chr., Orthographie und Paläo-
graphie der Inschrift verweisen ihn dagegen mit Bestimmt-
heit ins vierte, wogegen die Beibehaltung des Digamma
nichts beweisen kann, das ja an manchen Orten gerade
in der hier vorliegenden vereinfachten Form neben dem
sonst reeipierten ionischen Alphabet bewahrt wurde.
Auch die Aussührung der Inschrist in punktierten Buch-
staben dürfte eine frühere Ansetzung derselben kaum
zulassen. Was die beiden Buchstaben auf der Innenseite
(c) bedeuten, ist unklar.

696. Fragment von der unteren Spitze der I Bronze, 0,07 hoch, 0,105 breit erhalten, hinten gebrochen.
Backenklappe eines Helmes aus 0,001—0,002 starker | Das Bruchstück ist an den Rändern mit einer schmalen,
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