Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 2): Nordostdeutschland — Berlin, 1906

Seite: 91
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häufig an Ordenskirchen. — Es ist möglich, daß der Chor noch
von dem ersten Bau stammt. Spätester Teil: Die Verlängerung des
Südschiffes am Chor mit Treppen-T. Dieser Teil (schon von Ra-
nisch 1695 als «alte wüste Mauer" bezeichnet) wiederum 1851 bis
zur halben Mauerhöhe abgebrochen. — Das Innere ist leer bis auf
schlichtes Epit. des Petrus Uphagen f 1725, Rokokogitter. — Links
und rechts neben dem T. Portale mit Sandsteinornament und
Relief von 1652 und 1654.

S. Elisabeth, jetzige Garnison-K. 1 sch. und 4 J., geradlinig ge-
schlossenes Chor mit 2 J.; durch die Rest, unter Friedrich Wil-
helm IV. gänzlich verändert. — Hochmeister Konrad v. Jungingen
ließ 1394 die Kirche als Kapelle des Elendenhofes in der Altstadt
erbauen. Vor der WSeite befand sich eine offene Vorhalle, über
deren Mitte auf zwei vorkragenden Granitblöcken ein Seckiger T.
emporragt.

S. Brigitten. 1374 wurde der Leichnam der h. Brigitte von Rom
über Danzig nach Schweden gebracht und in der damaligen Mag-
dalenen-Kap. ausgestellt. Daraufhin soll Hochm. Konrad v. Jun-
gingen (1396—1402) K. und KIst. erweitert und dem Brigittenorden
übergeben haben. 1587 Brand. Der neue Aufbau mit den neuen
Gewölben war 1602 beendet. Der T. mit dem kupfergedeckten
Helm wurde 1673 voll. 1849—51 wurden sämtliche Klostergcbäude,
die Schultz noch gesehen und teilweise aufgenommen hat, bis auf
geringe Reste niedergerissen. — Die bestehende K. 6joch. Halle,
die 3 Sch. näherungsweise von gleicher Breite, Seitenkapellen zwischen
den nach Innen gezogenen Strebepfl. Der lsch. glatt geschlossene
Chor nach W gekehrt. Im O der jetzt durch eine zur Kirchen-
achse schrägstehende Wand abgeschlossene Nonnenchor, an dem
die Verbindung mit dem sich im Norden anlehnenden Klostergeb.
noch erkennbar ist. Die Umfassungsmauern mit den OGiebeln
und die Pfl. stammen noch im wesentlichen aus einer Bauperiode
von c. 1400. Die jetzigen Gewölbe sind neu. Die Klostergeb. bis
auf geringe Reste verschwunden. — Reiche und beachtenswerte
Ausstattung aus 17. und 18. Jh. Insbesondere ist die Hand
eines Bildschnitzers um die Wende des 17. und 18. Jh. erkennbar:
an der Kanzel von 1696 (S. Georg mit dem Drachen, 2 Engel
und ein fein durchgeführter Crucifixus an der Kanzelbrüstung),
ferner an dem Veronica- und dem Sebastiansaltar. — Marien-
leuchter aus Messing 17. Jh. Am Katharinenaltar (S) in Stein
geschnittenes Relief der Auferstehung Christi von c. 1650. —
Epitaph Gabriel Possei 1627, schwarzer und weißer Marmor,
OWand des Lhs. — Orgelempore mit durchbr. Füllwerk von
c. 1700. Am ersten Südostpfl. Tafel über die Wiederherstellung
der K. von 1690.
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